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Michendorf Mäzen macht Wilhelmshorst ein großes Geschenk
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf Mäzen macht Wilhelmshorst ein großes Geschenk
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06:06 18.07.2019
Die Animation zeigt den Skulptur-Entwurf auf dem Goetheplatz in Wilhelmshorst. Die Figur im roten Mantel dient dem Größenvergleich. Quelle: Architekturbüro W. Körber
Wilhelmshorst

Der Solinger Künstler Wolfgang Körber will Wilhelmshorst, dem Ort seiner Kindheit, eine sechs Meter hohe Metallskulptur schenken. Das Werk soll an der Südspitze des Goetheplatzes aufgestellt werden und würde damit eine der markantesten Sichtachsen an der Peter-Huchel-Chaussee prägen.

Die Skulptur aus Aluminium trägt den Arbeitstitel „Das Werkzeug des Architekten“. „Wolfgang Körber will damit an seinen Vater erinnern, der als freischaffender Architekt in Wilhelmshorst rund 30 Häuser gebaut hat“, sagte Rainer Paetau, der die Schenkung zwischen ihm und der Gemeinde Michendorf vermittelt hat. Für den Mäzen ist das Angebot auch ein Zeichen der Freude und Dankbarkeit an den Ort, „wo der 1934 Geborene aufgewachsen ist und eingeschult wurde“, sagte Paetau, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer der Wilhelmshorster Ortsgeschichte.

Wolfgang Körber verbrachte seine Kindheit in Wilhelmshorst. Auf dem Bild ist er mit seinem Vater Erhard Körber um 1938 zu sehen. Quelle: Verein Ortsgeschichte Wilhelmshorst

Der Schenkungsvertrag zwischen dem 86-jährigen Architekten und Künstler, der unter anderem auch als Professor an der Bergischen Universität Wuppertal arbeitete, und der Gemeinde Michendorf ist bereits unterzeichnet, wie Bauamtsleiter Christopher Gerhardt bestätigte. Allerdings wird für die Aufstellung der Skulptur noch eine Baugenehmigung gebraucht. „Im Land Brandenburg ist alles, was höher als vier Meter ist, baugenehmigungspflichtig“, sagte Gerhardt. Zudem müsse die Gemeindevertretung der Annahme der Spende noch zustimmen. Die Abstimmung darüber steht in der Sitzung am 26. August auf der Tagesordnung. Gerhardt ist aber zuversichtlich. „Nach der Unterzeichnung des Schenkungsvertrages haben wir den schwierigsten Teil wahrscheinlich hinter uns“, sagte er.

Transportkosten sollen zum Teil über Spenden finanziert werden

Der Ortsbeirat hat die Annahme des Geschenks bereits befürwortet. „Es wird Wilhelmshorst und den Goetheplatz weiter aufwerten“, sagte Ortsvorsteher Gerd Sommerlatte. „Die Skulptur wird sich in den Kunstwanderweg einordnen, der in Wilhelmshorst beginnt und über Langerwisch und Wildenbruch führt.“ Er hofft, „dass wir mit Herrn Körber Ende Oktober die Skulptur einweihen können“. Die rund 5000 Euro Kosten für Transport und Aufstellung des Werkes will der Künstler zur Hälfte selbst übernehmen, die andere Hälfte soll über Spenden finanziert werden. Rainer Paetau und der Wilhelmshorster Maler Horst Halling, Initiator des Kunstwanderweges, wollen dafür eine Spendenaktion starten. 2.500 Euro werden gebraucht. Beide sind zuversichtlich, „dass wir diese Summe einwerben können“. Das Fundament fürs Kunstwerk soll der Bauhof der Gemeinde legen, die auch die Gebühr für den Bauantrag – etwa 500 Euro – tragen will. Das Antragsverfahren wird ein mit dem Künstler kooperierendes Architekturbüro aus Potsdam unterstützen.

Allein der Materialwert liegt bei etwa 30 000 Euro

Der Materialwert des Werkes liegt laut Paetau in einer Größenordnung von 25.000 bis 30.000 Euro. „Auf dem freien Kunstmarkt werden solche Skulpturen zwischen 70.000 und 100.000 Euro gehandelt.“ Körber steht einer Kunstrichtung nahe, die an der Reform-Hochschule in Wuppertal entstanden ist und der „Konkreten Kunst“ zugeordnet wird. Die Werke sind eher abstrakt. Bekannte Vertreter dieser Kunstrichtung sind etwa Joseph Beuys und Wolf Vostell, der der Fluxus-Bewegung zugerechnet wird, zu der es ein Museum in Potsdam gibt.

„Kunst im öffentlichen Raum wird oft ambivalent aufgenommen. Die einen empfinden sie als große Bereicherung, andere fragen: Brauchen wir das oder kann das ’Klettergerüst’ weg?“, sagte Paetau, der hinzufügte: „Für mich ist diese Skulptur ein Hingucker für Wilhelmshorst und ein Glücksfall für die ganze Gemeinde. So ein Geschenk bekommt eine Kommune nicht alle Tage.“

Architekt, Maler und Bildhauer

Wolfgang Körber verbrachte von 1934 bis 1941 seine Kindheit in Wilhelmshorst.

Vater Erhard Körber baute als Architekt von 1932 bis 1939 rund 30 Wohnhäuser im Ort.

Ein Haus im Eichenweg gehört der Familie heute noch, die 1941 von Wilhelmshorst nach Solingen zog.

Wolfgang Körber wurde wie sein Vater freischaffender Architekt in der Region Solingen.

Der heute 86-Jährige war später unter anderem an der Werkkunstschule in Wuppertal und seit 1982 als Professor an der Bergischen Universität Wuppertal tätig.

Seit 1996 arbeitet er als Maler und Bildhauer in Solingen.

Von Jens Steglich

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