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19:53 26.11.2019
Die Schülerzahlen sind gestiegen: Der geplante Ausbau der Grundschule Michendorf ist notwendig, das Maß noch umstritten. . Quelle: Dieter Herrmann
Michendorf

Nach langer Debatte haben die Gemeindevertreter am Montagabend die Weichen für den Ausbau der Michendorfer Grundschule zu einer dreizügigen Einrichtung gestellt und damit den Startschuss für eine der größten Investitionen in der Geschichte der Kommune gegeben. Nach einer europaweiten Ausschreibung wurden die ersten Planungsleistungen für die etwa 8,1 Millionen Euro teure Erweiterung vergeben, die mit dem Bau eines neuen Hort- und Schulgebäudes beginnen soll und vier Bauabschnitte vorsieht.

Kontrovers debattiert wurde die Frage, ob die geplante Erweiterung zu einer durchgängig dreizügigen Grundschule ausreichen wird. Die Fraktionen aus FDP, Linke und SPD haben daran erhebliche Zweifel. „Wir haben die Sorge, dass das, was wir jetzt bauen, in drei oder vier Jahren schon zu klein ist“, sagte Volker-Gerd Westphal (SPD). Er verwies unter anderem auf geplante Baugebiete, die etwa auf dem Teltomat-Gelände entstehen und mit einem weiteren Zuzug von Familien mit Kindern verbunden sein werden. Die drei Fraktionen hatten beantragt, eine vierzügige Schule als Vorhaben schon jetzt in einem Gemeindevertreter-Beschluss zu verankern, fanden dafür aber keine Mehrheit.

Bauamt warnte vor Anfechtbarkeit des Vergabeverfahrens

Zuvor hatte Joachim Schmidt vom Bauamt davor gewarnt, den Beschluss zur Vergabe von Planungsleistungen zu verwässern. „Die Beschlussvorlage ist das Ergebnis eines europaweiten Ausschreibungsverfahrens auf Grundlage einer eindeutigen Aufgabenstellung. Wenn wir jetzt beschließen, dass es eine vierzügige Schule wird, verstoßen wir gegen das Ausschreibungsverfahren“, sagte er. Alle Verlierer im Verfahren hätten dann die Möglichkeit, es anzufechten, so Schmidt. Er betonte, die Option, die Grundschule am Ende doch noch auf vier Züge zu erweitern, bleibe mit dem Beschluss zur Planung einer dreizügigen Erweiterung weiter erhalten. In einer Stellungnahme hatte die Verwaltung schon im Vorfeld darauf verwiesen, der Neubau im ersten Bauabschnitt werde so errichtet, dass er später um einen weiteren Anbau vergrößert werden kann, sollte eine vierzügige Erweiterung dann erforderlich sein. In dem Fall müsste die alte Turnhalle abgerissen werden, neben der das neue Hort- und Schulgebäude entsteht, um für die zusätzliche Erweiterung Platz zu schaffen. Als Kompromiss einigte sich eine Mehrheit der Gemeindevertreter am Ende darauf, die Auftragsvergabe für Planungen einer dreizügigen Grundschule zu beschließen und die Stellungnahme der Verwaltung, in der die Option einer Vierzügigkeit offen gehalten wird, zur Kenntnis zu nehmen.

Gebaut werden auch eine Turnhalle und ein Sportplatz

„Der Beschluss ist der erste Schritt, der jetzt wichtig ist“, sagte Claudia Nowka (Bündnis für Michendorf), die am 17. Dezember als neue Bürgermeisterin ihr Amt antreten wird. Die Weichen seien für drei Klassen in jeder Klassenstufe gestellt. „Wir haben den Weg freigemacht, loslegen zu können, um den Bedarf zu decken, ohne uns die Vierzügigkeit zu verbauen“, sagte sie der MAZ. Nach den bislang vorliegenden Schülerzahlen würde eine dreizügige Schule den Bedarf decken, so die künftige Bürgermeisterin. „Ich bin mir trotzdem nicht sicher, ob es reichen wird“, sagte sie und fügte hinzu: „Wir haben jetzt aber die Zeit zu schauen, wie sich die Kinderzahlen weiter entwickeln werden.“

Die aktuelle Platznot in Hort und Grundschule in Michendorf soll in vier Abschnitten beseitigt werden. Los geht es mit dem Bau des neuen Hort- und Schulgebäudes. In dem neuen Gebäude will die Gemeinde neben den Unterrichtsräumen auch eine Mensa, Hausmeister- und Technikräume sowie die zentrale Heizungsanlage unterbringen, die den gesamten Grundschul-Campus versorgen wird. Nach der Errichtung des neuen Hauses soll das alte Schulgebäude umgebaut werden. Die bisherige Mensa dort wird dann nicht mehr gebraucht und weicht weiteren Unterrichtsräumen. „Nach der Baumaßnahme werden dann insgesamt mindestens 18 Klassenräume und acht Fachkabinette zur Verfügung stehen“, sagte Schmidt. Geplant ist auch der Bau einer Zweifeld-Sporthalle. Außerdem will die Gemeinde den Schulhof neu gestalten und die Michendorfer Grundschule bekommt einen neuen Sportplatz. Auf einen konkreten Fertigstellungstermin wollte er sich nicht festelegen. „Wir versuchen, es bis 2023/2024 abzuschließen“, sagte Schmidt.

Ausbauplanung: Zwei Lose noch nicht vergeben

Bei der Vergabe der Planungsleistungen für eine dreizügige Erweiterung der Grundschule konnten zwei Lose aus Mangel an Angeboten noch nicht vergeben werden. Sie müssen noch einmal ins Verfahren.

„Wir prüfen, ob dafür ein verkürztes, nationales Ausschreibungsverfahren möglich ist“, sagte Joachim Schmidt vom Bauamt.

Eine europaweite Ausschreibung der Planungen wurde nötig, weil das Volumen für Planungsleistungen die Grenze überschreitet, ab der europaweit auszuschreiben ist. Um Fehler und Zeitverzug zu vermeiden, wurde das aufwendige Verfahren anwaltlich begleitet.

Von Jens Steglich

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