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Michendorf Lustiger Blick auf die Vereinsmeierei
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf Lustiger Blick auf die Vereinsmeierei
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20:30 05.10.2018
Volles Bühnenprogramm  mit prachtvollen Kostümen: Am 12. Oktober hat das Stück Premiere  im Michendorfer Gemeindezentrum.
Volles Bühnenprogramm mit prachtvollen Kostümen: Am 12. Oktober hat das Stück Premiere im Michendorfer Gemeindezentrum. Quelle: Dieter Herrmann
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Michendorf

Wer schon einmal in seinem Leben in einem Verein zu tun hatte, wird vieles wiedererkennen, obwohl das Stück die Theaterbesucher auf eine Zeitreise ins Frankreich von 1860 mitnimmt. Die Zeiten mögen sich in den vergangenen gut 150 Jahren gravierend geändert haben, die Menschen eher nicht. So dürfen sich Theaterfreunde in der Region auf lustige Abende freuen und auf einige Wiedererkennungseffekte, wenn sich das Ensemble der „Kleinen Bühne“ Michendorf in seiner neuen Inszenierung der Vereinsmeierei widmet.

Die Theatertruppe bringt im Michendorfer Gemeindezentrum „Apfelbaum“ die Komödie „Das Sparschwein“ von Eugène Labiche (1815 - 1888) auf die Bühne, am 12. Oktober ist Premiere. Insgesamt 15 Vorstellungen sind von Oktober bis Februar geplant. Die Posse spielt in einem Provinzstädtchen, in dem honorige Bürger einen Sparverein gegründet haben und sich regelmäßig zum Kartenspiel bei ihrem Vereinsvorsitzenden treffen. Im Mittelpunkt des Vereins steht das „Sparschwein“, in das zwar widerstrebend, aber regelmäßig eingezahlt wird. Eines Tages ist das Schwein voll und soll geschlachtet werden, um das Geld für eine gemeinsame Unternehmung zu verwenden. Die Vereinsmitglieder einigen sich nach leidenschaftlicher Debatte schließlich auf einen Ausflug in die Metropole Paris. Was dort passiert, wird noch nicht verraten. Nur so viel: Der Ausflug gerät außer Kontrolle und der Theaterbesucher bekommt ein Vergnügen geboten – mit schrägen Figuren, überraschenden Wendungen und skurrilem Witz, kündigt Ortrud Meyhöfer an, die Vorsitzende des Vereins der „Kleinen Bühne“.

Es wird lustig: Regisseur Kaspar von Erffa und Ortrud Meyhöfer, Vorsitzende der Kleinen Bühne, die im Stück mitspielen wird. Quelle: Jens Steglich

An ihrer Seite hat die Theatertruppe für das Stück einen neuen Regisseur: Kaspar von Erffa inszeniert das Werk und spricht von Labiches wunderbaren Charakteren. „Diese Typen kennt man aus jeder Vereinssitzung“, sagt er und findet es auch großartig, das Stück „mit einem Verein“ auf die Bühne zu bringen. „Manche spielen sich selbst“, witzelt die Vereinsvorsitzende. Kaspar von Erffa ist seit 30 Jahren Regisseur, arbeitete unter anderem am Wiener Burgtheater, inszenierte am Potsdamer Hans-Otto-Theater und schrieb Drehbücher für Film und Fernsehen. Er übernahm die Regie fürs Stück, nachdem Stammregisseurin Christine Hofer die Leitung des „Jungen Theaters“ in Eisenach übernommen hat. „Ich habe gern zugesagt“, sagt von Erffa, der das Ensemble der „Kleinen Bühne“ vorher beim Stück „Arsen und Spitzenhäubchen“ gesehen hatte. „Diese großartige Spielfreude erlebe ich jetzt auch in den Proben. Es macht Spaß“, sagt er.

Und er ist ein großer Freund von Komödien: „Es ist eine wunderbare Art, seinen Feinden die Zähne zu zeigen.“ Beim Komödienklassiker von Labiche „wird sich wunderbar amüsiert über die Leute. Sie sind zum Lachen freigegeben, aber man macht sich nicht lustig über sie“, sagt er und spricht auch von einem liebevollen Blick auf die Charaktere. Gespielt werden sie in Kostümen der damaligen Zeit, in der die Leute Mieder, Korsett, Westen und Zylinder trugen. Das Einschnüren in Korsetts ist dabei auch ein Symbol für die gesellschaftlichen Zwänge, die das Leben einengten.

Karten unter: 01577/572 79 27 oder postkasten@kleinebühne.de

Von Jens Steglich

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