Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Michendorf Tauziehen um Wohnbauprojekt
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf Tauziehen um Wohnbauprojekt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:07 24.06.2018
554 Unterschriften übergab Gabriele Zöcklein von der Anwohnerinitiative an Michendorfs Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU). Quelle: Privat
Wilhelmshorst

Im Tauziehen um das Wohnprojekt an der alten Gärtnerei in Wilhelmshorst fällt Montagabend eine Vorentscheidung in der Michendorfer Gemeindevertretung. Die Abgeordneten befinden darüber, ob ein Bebauungsplan für das Gebiet aufgestellt wird. Ohne einen B-Plan kann das Gelände am Ortsrand von Wilhelmshorst nicht entwickelt werden. Im Vorfeld der Abstimmung hatten Anwohner 554 Unterschriften von Wilhelmshorstern an Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) übergeben, die ihre Bedenken gegen eine Eröffnung des B-Planverfahrens haben. Die Kritiker des Projekts argumentieren, das Baugebiet sei „aufgrund seiner Größe, wegen seiner Lage im Außenbereich und im Landschaftsschutzgebiet sowie einer problematischen Erschließungssituation für Wilhelmshorst ortsunverträglich“.

Organisiert wurde die Unterschriftensammlung von der Initiative „Wilhelmshorster Einwohner für eine behutsame Ortsentwicklung“, für die das Projekt an der alten Gärtnerei „exemplarisch für eine Reihe weiterer Planungen in den Außenbereichen der Gemeinde“ steht. Genannt werden Neubauvorhaben gegenüber dem Friedhof zwischen Peter-Huchel-Chaussee und An den Bergen und an der Menzelstraße in Langerwisch in unmittelbarer Nachbarschaft zu Wilhelmshorst.

Die Initiative sieht in einem B-Planbeschluss der Gemeindevertreter auch eine Willensbekundung, den Flächennutzungsplan (FNP) zu ändern. Eine Änderung des FNP ist nötig, um das Vorhaben realisieren zu können. Die Initiatoren der Unterschriftensammlung haben ein grundsätzliches Problem damit. „Wir sind der Meinung, dass der Flächennutzungsplan generell nicht auf Investoren-Zuruf, sondern im Rahmen eines geordneten demokratischen Verfahrens, das die Bürger von Anfang an mit einbezieht, geändert werden sollte“, sagte Johannes Esselbach von der Initiative. Sonst drohe die Entwertung dieses wichtigen kommunalen Planungsinstruments. Er und seine Mitstreiter kritisieren, dass CDU und die Fraktion FBL-UWG trotz der Zweifel im Bau- und Hauptausschuss den Aufstellungsbeschluss für den B-Plan auf die Tagesordnung der Gemeindevertretung gesetzt haben.

Investor Philipp Krentz kommt den Kritikern derweil zwei Schritte entgegen. Er sagt zu, einen Wald, der Teil des Plangebiets werden sollte, herauszunehmen und es zusätzlich um eine Fläche in der Verlängerung der Straße Am Waldrand zu reduzieren. „Das jetzt betroffene Areal hat eine Größe von 2,5 Hektar“, sagte er der MAZ. Krentz spricht von einer behutsamen Entwicklung des Areals und von vielen Gesprächen mit Anwohnern, Bürgern und Politikern, bei denen neue Ideen und Sichtweisen entstanden, „die in unsere aktuelle, bisher nicht vorgestellte Planung eingeflossen sind“.

Laut Krentz wird die Zahl der Einfamilienhäuser durch die Flächenreduzierung von 25 auf 17 gesenkt. Geplant sind noch fünf eingeschossige Wohnpavillons und ein Mehrfamilienhaus. „Wir haben mehrere Grüngürtel vorgesehen. Das denkmalwürdige Gebäude der alten Gärtnerei soll saniert und um einen modernen, schwebenden Holzanbau ergänzt werden“, so Krentz. Für eine Nutzung des Gärtnerei-Hauses „sind wir mit Künstlern, dem vor Ort ansässigen Kino und einem Verein im Gespräch.“ Laut Krentz wurde mit betroffenen Kleingärtnern eine einvernehmliche Lösung erzielt, die eine weitere Nutzung der tangierten Kleingärten bis 2021 vorsieht. „Ein Baubeginn wäre also nicht vor 2021 möglich“, sagte er.

Investor ließ Verkehrsgutachten erarbeiten

Investor Philipp Krentz hat nach eigenen Angaben Professor Herbert Staadt von der „Staadt-Plan Ingenieur GmbH“ die verkehrlichen Auswirkungen untersuchen lassen.

Staadt hält die bestehende Verkehrsinfrastruktur für geeignet, das mit der Entwicklung des Gebietes entstehende zusätzliche Verkehrsaufkommen ohne Einschränkungen abzuwickeln.

Anwohner befürchten vor allem für die Straße An der Aue, über die das geplante Wohngebiet angebunden werden soll, anwachsenden Verkehr.

Von Jens Steglich

Finale: Hanna Gelmroth aus Stücken gehört zu den besten Vorleserinnen Deutschlands. Die Elfjährige trat als Brandenburgs Landessiegerin gegen die besten Vorleser der anderen Bundesländer an.

20.06.2018

Im Streit um den 1,4-Millionen-Verlust der Gemeinde Michendorf durch einen Betrugsfall bei der SRS Hausverwaltungs GmbH droht eine neue Eskalationsstufe.

19.06.2018

Regiobus hat nun doch einen Shuttleverkehr nach Langerwisch eingerichtet. In den Ort, der wegen Havarieschäden an der L 77 zur Sackgasse geworden ist, fahren seit Wochen keine Linienbusse mehr.

18.06.2018