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Michendorf Deponiepläne müssen neu ausgelegt werden
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf Deponiepläne müssen neu ausgelegt werden
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17:12 19.07.2019
Auf dem Gelände der Fresdorfer Heide will die Firma BZR eine Deponie einrichten. Derzeit betreibt das Unternehmen dort einen Kiessandtagebau.
Auf dem Gelände der Fresdorfer Heide will die Firma BZR eine Deponie einrichten. Derzeit betreibt das Unternehmen dort einen Kiessandtagebau. Quelle: Privat
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Michendorf

Die Pläne zur Errichtung einer Deponie in der Fresdorfer Heide müssen aufgrund von Formfehlern noch einmal öffentlich ausgelegt werden. Einen genauen Termin dafür gibt es noch nicht, sagte Thomas Frey, Sprecher des Landesamtes für Umwelt. Geplant sei die erneute Auslegung für Herbst/Winter 2019. Die bereits vorgebrachten Einwände bleiben bestehen, sagte Frey. In der vorausgegangenen Auslegung waren 505 Einwände vorgebracht worden.

Die Antragsunterlagen werden laut Frey wegen der bisher eingegangenen Einwendungen und Stellungnahmen für die erneute Auslegung teilweise geändert. Ausgelegt werden sie in den Gemeinden Michendorf und Nuthetal. Auf die Formfehler hatte die Bürgerinitiative „Depo-Nie“ das Landesumweltamt hingewiesen. Die Auslegungsfristen wurden nicht genau eingehalten und die Internetseite, auf der die Pläne veröffentlicht sind, war zwischenzeitlich nicht erreichbar, sagte Initiativen-Sprecher René Odenthal. Die Bürgerinitiative, in der die Deponie-Gegner formiert sind, will vor der neuen Auslegung Betroffene über ihre Beteiligungsmöglichkeiten informieren. Als betroffen gelten etwa Einwohner der Gemeinden Michendorf und Nuthetal, aber auch Menschen, die in der Fresdorfer Heide wandern wollen. Die Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative findet am 8. August, 19 Uhr, im Michendorfer Gemeindezentrum „Apfelbaum“ statt.

Die Deponie-Gegner bereiten sich unabhängig davon auf eine juristische Auseinandersetzung vor. „Wir sammeln weiter Geld für eine Klage gegen das Vorhaben“, sagte Odenthal, der hinzufügte: „Es ist im Augenblick die Ruhe vor dem Sturm. Wir wissen aber, dass der Sturm kommt.“

Wie berichtet, geht es um zwei Verfahren, die zusammenhängen, für die aber getrennte Planfeststellungsverfahren laufen. Die Firma BZR hat beim Landesbergamt in Cottbus die Erweiterung des vorhandenen Kiessandtagebaus beantragt und beim Landesumweltamt die Errichtung einer Bauschutt-Deponie der Klasse 1. Geplant ist, Kiesgruben mit Abfall zu verfüllen.

Michendorf und Nuthetal lehnen das BZR-Vorhaben ab. Michendorf sieht darin eine Verletzung seines Flächennutzungsplans und verweist darauf, dass eine Deponie in der Fresdorfer Heide übergeordneten Planungen für den Großraum widerspricht. Das Areal liegt im Landschaftsschutzgebiet und im Naturpark Nuthe-Nieplitz. Nebenan befindet sich ein Flora-Fauna-Habitat.

Von Jens Steglich