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Michendorf Doku-Film über die Wende im ewigen Eis
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf Doku-Film über die Wende im ewigen Eis
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19:28 04.12.2019
Fürs Filmteam wurde die Kleidung, die Norbert Flaake in der Antarktis trug, in der Wilhelmshorster Garage platziert. Quelle: Privat
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Wilhelmshorst

Die Erlebnisse des Wilhelmshorsters Norbert Flaake, der 1988 einer DDR-Antarktisexpedition angehörte und die Zeit der Wende und des Mauerfalls am Südpol verbrachte, werden Teil eines Doku-Films, der im Januar 2020 im Mitteldeutschen Rundfunk gezeigt wird. „Es geht um die Geschichte der Antarktisforschung der DDR und um die Erlebnisse der Polarforscher in der Zeit des Mauerfalls“, sagte Flaake. Ein Fernsehteam war im November in Wilhelmshorst bei ihm Zuhause und drehte dort acht Stunden und führte Interviews mit ihm und Thomas Gerloff, dem Techniker im Team, das 1988 zur DDR-Antarktisstation „Georg Forster“ aufgebrochen war. In Dresden wurden zwei weitere ehemalige DDR-Polarforscher für den 90-minütigen Film interviewt.

Flaake hatte in einem MAZ-Interview im Oktober dieses Jahres seine Geschichte erzählt. Der damalige Meteorologe war im Oktober 1988 für den DDR-Wetterdienst mit elf weiteren DDR-Forschern und 77 Russen auf den kalten Kontinent geflogen. Er untersuchte die Ozon- und Aerosol-Verteilung in der Atmosphäre über der Antarktis und hält einen Rekord: Kein anderer DDR-Bürger war so lange wie er in der Antarktis. Als er nach 561 Tagen im Juli 1990 in die DDR zurückkehrte, betrat er unbekanntes Terrain. Die D-Mark war da und die DDR fast weg.

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Norbert Flaake aus Wilhelmshorst in der Antarktiskleidung. Er war von 1988 bis 1990 insgesamt 561 Tage in der Antarktis. Quelle: Jens Steglich

Vor den Dreharbeiten hat Flaake noch einmal in seinem damaligen Brieftagebuch nachgelesen und dort auch den Satz gefunden, den er kurz nach dem Mauerfall am 9. November 1989 in der Antarktis notierte: „Eigentlich müsste man darüber einen Film drehen“, schrieb er ins Tagebuch. 30 Jahre später passiert es tatsächlich. Der Doku-Film wird voraussichtlich am 28. Januar, 22 Uhr, im MDR gezeigt.

Von Jens Steglich