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Potsdam-Mittelmark Michendorfer Entspannungspolitik
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15:43 20.04.2015
Reinhard Mirbach mit Gastgeschenken, die Michendorfs russische Partner bei ihrem Besuch mitgebracht hatten. Quelle: Archiv
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Michendorf

Während auf höchster Ebene die deutsch-russischen Beziehungen gerade ihren Tiefpunkt seit Ende des Kalten Krieges erreicht haben, versuchen Vertreter von Kommunen auf Entspannungspolitik zu setzen. Unter ihnen auch Michendorfs Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU), der erstmals zur Deutsch-Russischen Städtepartnerkonferenz fahren wird, die in diesem Jahr vom 28. bis 30. Juni in Karlsruhe stattfindet. Mirbach will dort auch den Bürgermeister der russischen Kommune Novodewjatkino, Dmitrij Majorov, treffen. Beide Gemeinden pflegen seit 2013 engere Kontakte. So flog eine Michendorfer Delegation im Mai 2013 in die Gemeinde unweit von Sankt Petersburg, russische Vertreter besuchten wenige Monate später Michendorf. Beziehungen bestehen weiterhin zwischen den Schulen, auch die Bürgermeister tauschen regelmäßig Weihnachts-, Neujahrs- und Ostergrüße aus. „Ich habe aber den Eindruck, dass die Kontakte wegen des großen politischen Umfelds schwieriger geworden sind. Gerade vor diesem Hintergrund ist es wichtig, den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen“, sagte Mirbach der MAZ. Er hofft, sich bei der Städtepartnerkonferenz mit Majorov auszutauschen und auch darüber zu reden, wie die Partner in Russland den Konflikt in der Ostukraine wahrnehmen.

In schlechten Zeiten zeige sich, was gute Kontakte wert seien.

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Die Einladung zur Städtepartnerkonferenz, die Mirbach erhalten hat, ist von Matthias Platzeck (SPD), Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, und dem Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup unterschrieben worden. „Ich denke, dass man durch die Berichterstattung in der Presse darauf aufmerksam geworden ist, dass wir Kontakte zu einer russischen Kommune haben“, vermutet Mirbach. „Trotz Äußerungen, die durchaus strittig zu bewerten sind, freue ich mich über Matthias Platzecks Bemühungen, die deutsch-russischen Kontakte aufrechtzuerhalten und das Verhältnis beider Länder wieder zu verbessern“, so Michendorfs Bürgermeister. Bei seinem Besuch in Novodewjatkino sei er angetan gewesen von der Gastfreundschaft der Menschen in Russland. „Und wer Sankt Petersburg besucht hat, weiß, wie europäisch es dort ist.“

Von Jens Steglich

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