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Potsdam-Mittelmark Mit Lust und Laune auf Kaffee eingestellt
Lokales Potsdam-Mittelmark Mit Lust und Laune auf Kaffee eingestellt
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19:03 29.12.2016
Volker Behrendt an der 720 Kilogramm schweren Trommelröstmaschine. Quelle: Bernd Gartenschläger
Teltow

O es riecht gut, o es riecht fein. Auch wenn die Weihnachtszeit mit all ihren Wohlgerüchen Geschichte ist – in Teltow darf man jetzt in einer Kaffeerösterei seine Nase kitzeln lassen. Volker Behrendt hat sich am Ruhlsdorfer Platz 1 niedergelassen und bietet in „Kaffeemanum“ Köstliches aus braunen Bohnen an.

Der 53-jährige Niedersachse, der seit 30 Jahren in Berlin lebt, hat mit der Privatrösterei den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt, nachdem er als IT-Außendienstmitarbeiter jahrelang tausende Kilometer im Auto von Kunde zu Kunde geschrubbt hat. Mindestens drei Termine pro Tag habe er bewältigt und da war „ein Kaffee schlechter als der andere“, erzählt er augenzwinkernd. Schließlich übermannten ihn „Lust und Laune“, etwas Neues auszuprobieren und er begann daheim, sich mit Kaffee und der Rösterei zu befassen. „Wir trinken ihn zwar täglich, aber was wissen wir schon über seine Herkunft, über Ernte, Röstung. Oder über das ganze Gebiet der Zollbestimmungen“, fragte er sich selbst. Und recherchierte und lernte. Das war vor etwa fünf Jahren. Aus dem ersten Heimröster rannen zunächst 250 Gramm.

Auf der Suche nach einer geeigneten Lokalität für eine eigene Rösterei schaute sich Behrendt, der in Mahlow (Landkreis Teltow-Fläming) wohnt, in Berlin und Potsdam um. Doch der Bedarf in den Großstädten ist weitestgehend gedeckt. Dann stieß er auf Teltow. Die boomende Stadt, die so dicht zwischen den Metropolen mit interessierten und kauffreudigen Menschen liegt. „Der perfekte Standort auch direkt am Ruhlsdorfer Platz, wo es zu Kölle geht“, findet der Geschäftsmann. Früher residierte dort in dem Gewerberaum eine Fahrschule.

Bei der Namensgebung seines Geschäftes war ihm das lateinische Sprichwort „Manus manum lavat“ – „Eine Hand wäscht die andere“ behilflich. Da in dem Laden nur per Hand geröstet wird, sollte dieser fortan „Kaffeemanum“ heißen. Die Rösterei, „die aber kein Café mit Plüschsofa und Küchlein“ etwa wie in Potsdam oder anderswo ist, hat sich auf das Rösten einiger ausgewählter Kaffeesorten zu „fairen Preisen“ spezialisiert hat, so der Inhaber, der bislang alles alleine stemmt. So kommt beispielsweise Kaffee aus der äthiopischen Region Sidamo. Dieser habe einen „vollen Körper und intensive Noten von Bergamotte, sowie Noten von Orange und Zitrone“. Der brasilianische Kaffee wiederum aus der Region Cerrado „besticht durch seine an Karamell erinnernde, sehr ausgeprägte Süße“. Aber Behrendt verarbeitet auch Kaffee aus Guatemala, Indien und Nicaragua.

Erst sind die Bohnen aus Äthiopien hell, nach der Röstung dann Kaffeebraun. Quelle: Bernd Gartenschläger

Man findet bei ihm auch sogenannte „Single Origin“-Kaffeesorten. Das sind sortenreine – also unverschnittene – Kaffees, die nur aus einer einzigen Kaffeesorte bestehen und von einem Anbaubetrieb, beziehungsweise einer -region stammen. Umgangssprachlich nennt man das „Privatkaffee“. Darüber hinaus hat Behrendt verschiedene Kaffee- und Espressomischungen zu bieten. „Dies sind Kaffees, die wir individuell in unserer Kaffeerösterei mischen, um so das Beste aus verschiedenen Bohnen heraus zu holen“, versichert der Mann. Und als besonderes Schmankerl hat er den Kaffee „Teltow“ kreiert. „Als Referenz an meinen Geschäftsstandort“, wie er sagt. Diese Kaffee-Spezialität aus 100 Prozent Arabica gebe es auch nur im Ladengeschäft und nicht online, so Behrendt. Wer es genau wissen will: Die Mischung besteht aus 50 Prozent Brasilien Cerrado NY2, 25 Prozent India Monsooned Malabar AA und 25 Prozent Nicaragua SHG EP, erklärt der Mann. „Diese Hausmischung ist ein geschmacklich runder und bekömmlicher Kaffee“ und sei „ein super Start-in-den-Tag-Kaffee“. Neben sechs Grundsorten zieren vier Hausblends, wie man die eigenen Mischungen nennt, die Regale in dem neuen Reich von Behrendt, wo er beruflich nun sesshaft geworden ist. Je nach Arbeitsaufwand, plant er, seine Tochter mit ins Geschäft zu nehmen.

Der selbst kreierte Kaffee „Teltow“ soll „rund und bekömmlich“ sein. Quelle: Bernd Gartenschläger

Doch es gibt noch andere Pläne: „Wer hinter meine Kulissen blicken möchte, kann gern ab Januar 2017 an einem meiner Kaffeeseminare teilnehmen. Hier erläutere ich in zweieinhalb Stunden alles zur Bohne an sich, zur Röstung und den Aromen. Natürlich bleiben wir nicht nur theoretisch“, verspricht er.

Noch hat sich die Öffnung des Ladens mit der 720 Kilogramm schweren Röstmaschine, in der die Bohnen je nach gewünschtem Aroma zehn bis zwölf Minuten geröstet werden, noch nicht überall herumgesprochen. Doch das „Feedback der ersten Kunden ist positiv“. Und Volker Behrendt ist optimistisch: „Kaffee wird immer getrunken.“

Gasbetriebener Trommelröster

Bei „Kaffeemanum“ werden die Bohnen ganz klassisch in einem gasbetriebenen Trommelröster geröstet. Dieses traditionelle und schonende Verfahren garantiere „bestes Aroma“.

Allein die 720 Kilogramm schwere Röstmaschine ist einen Abstecher in die Privatrösterei wert.

Volker Behrendt bietet auch Seminare rund um das Thema Kaffee an. Ab vier Teilnehmern können individuelle Termine vereinbart werden. In dem gut zweistündigen Seminar erfahren die Gäste, woher der Kaffee kommt, wie er geröstet, zubereitet und getrunken wird.

Es geht um Kaffeeanbaugebiete, Handel und Qualität. Eine Kaffeeröstung kann live erlebt und deren Endprodukt mitgenommen werden. Erläuterungen liefert Behrendt zudem zu Mahlgraden und Zubereitungsarten.

Für die Zukunft sind gemeinsam mit dem Buchkontor Teltow Autorenlesungen zu spannenden Themen in der Rösterei geplant. Schon mal zum Vormerken: Am 24. März um 19.30 Uhr.

Wer am Ruhlsdorfer Platz 1 vorbeischauen möchte, kann dies von Dienstag bis Freitag in der Zeit von 10 bis 19 Uhr und am Samstag von 10 bis 14 Uhr tun. Am 31. Dezember ist ab 13 Uhr zu.

Die eigens kreierte Mischung „Kaffee Teltow“ ist als besonderes Souvenir auch in der Tourist-Information der Stadt am Marktplatz erhältlich.

Von Claudia Krause

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