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Potsdam-Mittelmark Mittelmarks Schulessen soll besser werden
Lokales Potsdam-Mittelmark Mittelmarks Schulessen soll besser werden
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19:16 20.06.2018
Projektleiter Hermann Staats von der Fachhochschule Potsdam. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Die Zeiten, in denen das Schulessen im Landkreis Potsdam-Mittelmark stiefmütterlich behandelt wird, sind vorbei. Eine Lokale Tafelrunde setzt sich dafür ein, dass die Gerichte an Qualität gewinnen und das Essen nicht als reine Nahrungsaufnahme, sondern im sozialen Kontext betrachtet wird. Am Mittwoch fiel mit dem ersten Treffen von lokalen Akteuren der Startschuss in der Aula des Oberstufenzentrums Werder. Eingeladen waren Schulträger, Caterer, Netzwerke und Schulen. Von den 25 erwarteten Teilnehmern kamen allerdings nur etwa eine Hand voll. Das wird sich Projektleiter Hermann Staats zufolge verbessern, je öfter die Lokale Tafelrunde zusammen kommt.

Hermann Staats ist Dozent an der Fachhochschule Potsdam, Mediziner, Psychoanalytiker, Professor für Entwicklungspsychologie – und er isst gerne. „Ich vertrete den Geschmack und den Genuss guten Essens“, sagte er. Das Familienzentrum der Fachhochschule führt das vom Brandenburger Verbraucherschutzministerium finanzierte Projekt durch. Für die„Qualitätsoffensive Schulverpflegung“ hat das Ministerium für einzelne Maßnahmen im vorigen und laufenden Haushaltsjahr je 250 000 Euro eingeplant. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark ist der dritte, der sich der Initiative anschließt. Schirmherr des Auftakttreffens ist der Landtagsabgeordnete Andreas Bernig (Die Linke). Er versuche schon länger, das Thema voranzubringen und erinnere sich noch gut an ein Gespräch mit einem Schulleiter, der so viele andere Baustellen hatte, dass er nicht wusste, wo er die Verbesserung des Schulessens zeitlich unterbringen sollte. Nun liegt Andreas Bernigs Hoffnung auf der Tafelrunde.

Schulküchen im Landkreis gehen bereits mit gutem Beispiel voran

Hermann Staats lehnt Diäten ab, würde gerne eine Zuckersteuer einführen und plädiert dafür, Essen als dynamischen Prozess zu sehen. Denn gutes Essen bedeute zum Beispiel nicht, komplett auf Süßigkeiten zu verzichten, sondern zu wissen, wann der Körper sie am besten abbauen kann. „Nimmt man am Ende des Essens eine kleine Süßigkeit zu sich, hat es weniger schlechte Auswirkungen, als würde ich zwischendurch ein Eis essen“, erklärte der Fachmann. Denn die Süßigkeit reiht sich nach dem Essen in den ohnehin gestiegenen Insulinspiegel ein. Das Essen sollte in Schulen so gut sein, dass die Einrichtungen damit werben können.

Aber was heißt eigentlich „gut“? Dieser Frage ging Anke Mühle vom Familienzentrum der Fachhochschule auf den Grund. Sie stieß auf eine Studie, die besagt, dass vor zehn Jahren noch acht Prozent der erwachsenen Frauen in Deutschland an Fettleibigkeit litten. Mittlerweile ist der Wert auf 25 Prozent gestiegen. Gutes Schulessen erkenne man also daran, wie es sich auf die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen auswirkt. Orientieren könnten sich Köche daran, was in Italien oder Norwegen auf den Tisch kommt. In diesen Ländern ging die Fettleibigkeit der Frauen zurück.

In Potsdam-Mittelmark gibt es Schulküchen, die bereits jetzt sehr gut funktionieren. Die Gemeinde Groß Kreutz (Havel) hat beispielsweise eine Frischküche in Jeserig eingerichtet, die Schulen und Kitas versorgt. Außerdem gibt es eine Übungsküche für den Unterricht und eine Koch-AG. Die Stadt Beelitz betreibt zwei Küchen, die für Schul- und Kitakinder täglich frisch kochen und auch an Potsdamer Schulen ist Ernährung teilweise schon im Unterricht verankert. Dem Auftaktreffen der Lokalen Tafelrunde sollen zwei weitere Diskussionsforen folgen.

Kitas sind derzeit noch außen vor

Die Rahmenbedingungen für das Schulessen liefert das Brandenburgische Schulgesetz. Allerdings gibt es Jens Luther vom Träger „Projektagentur“ zufolge noch einige Lücken. Jede dritte Schule hat etwa nur Einfluss auf die Wahl des Caterers. Und nur jeder zweite Schulträger verankert Qualitätskriterien im Vertrag. 2016/17 zahlten Eltern pro Portion durchschnittlich 2,30 für das Schulessen.

Eine Vernetzungsstelle für Kita-Verpflegung soll laut Ministerium noch in diesem Jahr entstehen.

Von Luise Fröhlich

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