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Potsdam-Mittelmark Nach Wirbel um Grab: Kirche will jüdischstämmigen Forscher ehren
Lokales Potsdam-Mittelmark

Nach Wirbel um Friedlaender-Grab: Kirche will jüdischstämmigen Forscher ehren

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14:23 13.10.2021
Die Friedhofskapelle des Südwestkirchhofs Stahnsdorf, die nach dem Vorbild einer norwegischen Stabkirche errichtet ist. Ein verstorbener Holocaust-Leugner ist auf dem Friedhof Stahnsdorf auf der früheren Grabstätte eines jüdisch-stämmigen Wissenschaftlers beerdigt worden.
Die Friedhofskapelle des Südwestkirchhofs Stahnsdorf, die nach dem Vorbild einer norwegischen Stabkirche errichtet ist. Ein verstorbener Holocaust-Leugner ist auf dem Friedhof Stahnsdorf auf der früheren Grabstätte eines jüdisch-stämmigen Wissenschaftlers beerdigt worden. Quelle: Jens Kalaene/dpa
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Berlin/Stahnsdorf

Die Evangelische Kirche will den jüdischstämmigen Wissenschaftler Max Friedlaender nach der Beisetzung eines Holocaust-Leugners auf seiner ehemaligen Grabstätte in Stahnsdorf besonders würdigen. „Es gibt das Bestreben, auf dem Friedhof Friedlaenders Andenken zu ehren“, sagte eine Sprecherin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) am Mittwoch in Berlin.

Mit Blick auf die Beisetzung bemerkte sie: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, diesen Fehler zu korrigieren.“ Landesbischof Christian Stäblein hatte sich entschuldigt und eine Prüfung angekündigt, den Vorgang rückgängig zu machen.

Der Holocaust-Leugner wurde laut Kirche am vergangenen Freitag auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf in Brandenburg, am Südwestrand Berlins, auf der ehemaligen Grabstätte des Musikwissenschaftlers Max Friedlaender beigesetzt. Die Grabstätte des jüdischstämmigen Protestanten (1852-1934) stand 1980 zur Wiederbelegung frei. Sein Grabstein steht aber noch, weil er unter Denkmalschutz steht.

Strafanzeige: Wurde die Totenruhe gestört?

Die Beisetzung hatte bundesweit für Empörung gesorgt, unter anderem beim Zentralrat der Juden in Deutschland und bei der Bundesregierung. Der Antisemitismusbeauftragte von Berlin, Samuel Salzborn, erstattete Strafanzeige gegen unbekannt wegen des Verdachts der Störung der Totenruhe.

Landeskirche und Friedhof wussten nach eigenen Angaben, dass es sich um einen Holocaust-Leugner handelte. Die EKBO entschied, die Anfrage nach einer Grabstätte in Stahnsdorf nicht abzulehnen, da jeder Mensch ein Anrecht auf eine letzte Ruhestätte habe. Der Mann wünschte sich laut Kirche eine zentrale Grabstelle.

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Nach seinem Tod habe sein Bevollmächtigter im August eine Grabstätte erworben, die wieder entzogen wurde, weil im zentralen Bereich viele Gräber jüdischer Verstorbener lägen. Auf Grundlage des Bestattungsregisters, in dem Friedlaender mit evangelischer Konfession steht, habe die Kirche dann eine dezentrale Grabstelle gewählt, damit sich keine Anlaufstelle für Rechtsextreme bilde.

Von RND/dpa