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Potsdam-Mittelmark Nahwärmenetze bewährt und preisgekrönt
Lokales Potsdam-Mittelmark Nahwärmenetze bewährt und preisgekrönt
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06:25 22.11.2017
Baitzer Heizer: die Anlage für die Nahwärmeversorgung. Quelle: Andreas Koska
Baitz/Rädigke

Eine Hand voll weiterer Interessenten will sich an das Nahwärmenetz der Genossenschaft Baitzer Heizer anschließen. Es sind hauptsächlich junge Leute, die gerade auf den Gehöften des 180-Einwohner-Ortes bauen und vom Zweck der auf Verfeuerung naturbelassener Holzhackschnitzel basierenden zentralen Gemeinschaftsversorgung offenbar nicht mehr überzeugt werden müssen.

Im vorigen Jahr ist sie mit 28 angeschlossenen Haushalten in Betrieb gegangen, nachdem während des Straßenausbaus im Dorf eine 1660 Meter lange Leitung zu günstigen Konditionen verlegt worden war. „Niemand hat gefroren“, bilanziert Dietmar Bölke für die vergangene Heizperiode. Binnen eines Jahres wurden seinen Angaben zufolge 904 Megawattstunden Wärme erzeugt, so der Vorsitzende der Genossenschaft.

Es gibt noch freie Kapazitäten

Wie er weiter berichtet, gibt es noch freie Kapazitäten. Aktuell beträgt die Auslastung 75 Prozent und wenn die fünf Neuanschlüsse realisiert sind, gibt es noch mal so viel Potenzial. Nachfrage scheint gewiss, denn die Mitstreiter hätten für sich eine Ersparnis errechnet obwohl der Ölpreis, der bislang ihr Maßstab war, ebenfalls auf niedrigem Niveau daherkam.

Insgesamt elf Bewerbungen

Im Landkreis Potsdam-Mittelmark wird der Agenda-21-Preis seit 1999 verleihen. Seit 2009 mit dem Schwerpunkt der Nutzung erneuerbarer Energien und Nachwachsender Rohstoffe.

Dieses Jahr musste die aus Mitgliedern des Umweltausschusses bestehende Jury elf Bewerbungen bewerten, um die insgesamt 5000 Euro zu verteilen. 2016 war es lediglich ein halbes Dutzend.

Neben dem geteilten ersten Preis für die Nahwärmenetze im Hohen Fläming (je 1500 Euro nach Baitz und Rädigke) ging der zweite Preis an die Klasse 8b der Oberschule Wilhelmshorst. Sie hatte ein effektives Energie-Haus-Boot entworfen. Zu den vier Drittplatzierten gehören die Stadtwerke Bad Belzig mit der Ökostrom-Initiative.

Klima-Managerin Barbara Ral hat eine Ausstellung allen Beiträgen zum diesjährigen Wettbewerb zusammengestellt.

Das Heizhaus ist eine Attraktion im Dorf geworden. Delegationen aus aller Welt geben sich die Klinke in die Hand, um sich über das Projekt zu informieren. „Kürzlich waren Vertreter aus drei afrikanischen Ländern hier“, sagt Dietmar Bölke. Doch vor Ort wird die ressourcenschonende Versorgung ebenfalls geschätzt. So erhielt die Genossenschaft den ersten Preis beim Agenda-Wettbewerb des Kreises Potsdam-Mittelmark. Den teilt sie sich mit der Agrargenossenschaft Rädigke, die zwar schon länger eine solche Lösung vorweisen kann, sich aber erst jetzt um die Auszeichnung beworben hatte.

Dort ist ebenfalls ein Nahwärmenetz gewachsen, nachdem 2006 eine Biogasanlage mit Blockheizkraftwerk in Betrieb gegangen war. Zuerst wurde nur der eigener Betrieb beheizt, fünf Jahre später auch fünf Wohnhäuser in der Werderstraße und ein mittelständischer Betreib in der Nachbarschaft. Die Trasse wurde ohne Fördergeld in Eigenleistung verlegt. Die Hauseigentümer haben sich mit 5000 Euro an den Kosten beteiligt. Nunmehr werden zur kalten Jahreszeit Stall, Büro, Werkstatt, Rapspresse und Lager sowie die externen Kunden mit Wärme beliefert.

Trocknung für Getreide und Mais, Hackschnitzel und Scheitholz

Im Sommer betreibt die Agrargenossenschaft eine Trocknung für Getreide und Mais, Hackschnitzel und Scheitholz. Damit ist eine ganzjährig optimale Nutzung der Anlage gewährleistet, wie es heißt. Bei Störungen oder Wartungsarbeiten kann noch eine Ölheizung zugeschaltet werden. Sie war in den vergangenen zehn Jahren keine 100 Stunden in Betrieb, heißt es in den Unterlagen für den Wettbewerb.

In Baitz wird im Sommer die Sonne genutzt. Auf dem Dach des Heizhauses sind Solarthermiezellen installiert, so dass in jedem Fall auf die Verfeuerung verzichtet werden kann. Jetzt freilich ist das Lager schon gut gefüllt. Denn nach den Herbststürmen müssen die Wälder der Umgebung durchforstet werden. Was sich nicht vermarkten lässt, wird verfeuert. Der Winter steht ja schon vor der Tür.

Von Andreas Koska und René Gaffron

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