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Potsdam-Mittelmark Naturpark Nuthe-Nieplitz bekommt Pflegegeld
Lokales Potsdam-Mittelmark Naturpark Nuthe-Nieplitz bekommt Pflegegeld
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10:33 28.08.2014
Auch der Zarth bei Treuenbrietzen ist besonders geschützt. Quelle: T. Wachs
Treuenbrietzen

Im Naturpark Nuthe-Nieplitz setzt man auf Vielfalt – dort ist es nicht nur eine Art oder nur ein Lebensraum, der schützenswert ist, sondern gleich eine unüberschaubare Vielzahl davon: Es gibt Heiden und Trockenrasen mit einer speziellen Zusammensetzung von Pflanzen und Tieren oder holzbewohnende Arten wie den Käfer „Eremit“. An der Nieplitz bei Salzbrunn oder an der Nuthe bei Gröben gibt es Binnensalzstellen, an denen sonst nur am Meer heimische Pflanzen leben, und in der Feuchtlandschaft der Nuthe-Nieplitz-Niederung leben gleich 60 Vogelarten, die auf der Roten Liste für gefährdete Tierarten Brandenburgs stehen. Der „Zarth“ – der „Teufelswald“ bei Treuenbrietzen – ist ein urwaldartiges Waldgebiet auf Moor, das nicht nur Kranichen, Eisvögeln, Braunkehlchen und Wiesenpiepern einen Lebensraum bietet, sondern auch Orchideen und anderen seltenen Pflanzen. Auch der Weinberg bei Dobbrikow, das Seeluch, das Rauhe Luch oder die Binnendüne bei Forst Zinna am Wanderweg „Wurzelberg“ gehören zu den bemerkenswerten Lebensräumen im Naturpark.

Termine für Beratungen

Die Abschlussberatung der regionalen Arbeitsgruppe „Zarth“ findet am Freitag, dem 29. August, in Treuenbrietzen im Bürgerhaus Alte Feuerwehr, Breite Straße 71, statt.
Die Anlaufberatung der regionalen Arbeitsgruppe mit Vorstellung der Entwurfsplanung für das FFH-Gebiet Nuthe-Nieplitz-Niederung wird am
3. September ab 10 Uhr im Beelitzer Tiedemann-Haus durchgeführt.
Die Arbeitsgruppe Obere Nieplitz tagt am 4. September, 10 Uhr, im Saal des Dorfgemeinschaftshauses in Wittbrietzen zur Anlaufberatung.

Damit das auch so bleibt, werden diese Lebensräume und Arten als FFH-Gebiete unter besonderen Schutz gestellt und speziell gepflegt. Diese „Fauna-Flora-Habitat“-Areale besitzen Schutzstatus nach EU-Recht und sind Teil von „Natura 2000“, einem europaweiten Schutzgebietsnetz. Es dient der langfristigen Sicherung der biologischen Vielfalt in der Europäischen Union. Bereits 1992 hat Brandenburg 620 solche Gebiete benannt, darunter auch neun im Naturpark Nuthe-Nieplitz: Rauhes Luch, Seeluch-Priedeltal, Zarth, Dobbrikower Weinberg, Saarmunder Berg, Seddiner Heideseen und Moore, Nuthe-Nieplitz-Niederung, Obere Nieplitz und Forst-Zinna-Keilberg.

Der Vorteil für die Region:

In der neuen EU-Förderperiode soll Naturschutz vor allem in FFH-Gebieten gefördert werden, und auch die naturschutzgerechte Nutzung landwirtschaftlicher Flächen kann dort mit EU-Fördermitteln unterstützt werden. „So erhalten Landwirte im zweitgrößten FFH-Gebiet Nuthe-Nieplitz-Niederung Fördermittel, wenn die Niederungswiesen zum Schutz von Wiesenbrütern, Amphibien, Insekten spät genutzt werden und auch der Acker nicht mit Stickstoff oder Pflanzenschutzmitteln behandelt wird“, sagt Doris Lorenz vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz in Potsdam. Auch die Öffentlichkeitsarbeit soll unterstützt werden, „kommen doch Besucher sehr gern in den Naturpark und seine Schutzgebiete, weil man dort viel entdecken kann – Störche, Kraniche, Gänse und Co. in den Niederungslandschaften an Nuthe und Nieplitz – und Ruhe und Erholung findet.“

Für die neun FFH-Gebiete im Naturpark Nuthe-Nieplitz ist die Planung in den Endzügen und soll bis 2015 abgeschlossen sein. Die Beschreibungen der Schutzziele und Maßnahmen, die zu deren Erhalt wichtig sind, entstanden unter anderem durch Einarbeitung vieler Hinweise aus den Kommunen, der Landnutzer, Behörden oder Eigentümer durch die regionalen Arbeitsgruppen in die Managementpläne. Diese liegen nun nach ihrer Fertigstellung mit den vollständigen Berichten für die Öffentlichkeit und Interessierte in der Naturparkverwaltung in Dobbrikow aus. Nach Abschluss aller Planungen und Informationsveranstaltungen – unter anderem morgen in Treuenbrietzen – sind sie auch auf der Internetseite des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz unter www.lugv.brandenburg.de ab 2015 dauerhaft einsehbar. Die Umsetzung beginnt mancherorts sofort – zum Beispiel durch die Mahd wertvoller Wiesen.

Von Konstanze Kobel-Höller

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