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Potsdam-Mittelmark Neue Erkenntnisse über Krebs und Übergewicht
Lokales Potsdam-Mittelmark Neue Erkenntnisse über Krebs und Übergewicht
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08:00 26.01.2014
Quelle: dpa
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Doch die mit diesem Anspruch verbundenen Probleme sind so komplexer Art, dass man ihnen nur in kleinen Schritten interdisziplinärer, kooperativer Detailforschung, verbunden mit einer ständigen Suche nach Zusammenhängen, näher kommen kann. In diesem Sinne können die Wissenschaftler am DIfE auch auf ein erfolgreiches Forschungsjahr 2013 zurückblicken.

So besagen zum Beispiel Daten der europaweiten Krebsstudie EPIC, in die auch viele Probanden von hier einbezogen sind, dass Diabetiker ihr um 62 Prozent erhöhtes Sterblichkeitsrisiko erheblich senken können, wenn sie möglichst viel Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Teigwaren, Geflügel und Pflanzenöl zu sich nehmen.

Ebenfalls anhand von Daten der EPIC-Studie konnte ermittelt werden, dass Menschen mit Gallensteinen ein um 24 Prozent erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte in sich tragen. Durch Auswertung von europaweiten EPIC-Daten wurde zudem herausgefunden, dass das Diabetesrisiko hierzulande umso größer ist, je mehr zuckerhaltige Getränke, Fleischprodukte und Weißbrot verzehrt werden.

Natürlich wurden auch außerhalb der EPIC-Studie wesentliche neue Erkenntnisse gewonnen. So zeigte sich im Rahmen der Diabetes-Forschung, dass die Leber "schuld" ist, wenn es zeitweise im Blut zu einem schädlichen Insulin-Überschuss kommt. Die baut nämlich leider umso langsamer Insulin ab, je größer dessen Konzentration im Blut ist.

Wer hat sich nicht schon gefragt, wie der menschliche Organismus die Körpertemperatur auf konstant 37 Grad hält? Hierzu fand man heraus, dass sich das wärmespendende braune Fettgewebe, wenn durch widrige Umstände ein Mangel daran eintritt, aus weniger nützlichem weißen Fettgewebe "rekrutieren" kann. Im Rahmen der Übergewichtsforschung am DIfE hat man neuerdings erkannt, dass weniger die Bewegung allgemein, sondern die "Fitness" eines Menschen, definiert als Grad der Sauerstoffversorgung des Körpers durch Atmung und Blutkreislauf, die größte Rolle bei der Regulierung des Körpergewichts spielt.

Internationale Beachtung findet nach wie vor die Geschmacksforschung am DIfE. Immer neue auf der Zunge befindliche Geschmacksrezeptoren werden hinsichtlich der Wahrnehmung unterschiedlicher Bitterstoffe identifiziert, so kürzlich zwei für das hochgiftige Strychnin. Zudem fand man heraus, dass auch Geschmacksrezeptoren in schleimbildenden Dickdarmzellen vorhanden sind, offenbar in Zusammenhang mit der Schadstoffabwehr.

Schließlich ist keine moderne Ernährungsforschung ohne Blick auf die Erbanlagen, die Gene, denkbar. 2013 wurden so tatsächlich zwei Gene gefunden, die bei stark übergewichtigen Personen aktiv sind, das heißt die Fetteinlagerung in den Bauchraum begünstigen.

Von Armin Klein

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