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Potsdam-Mittelmark Neue Feuerwehruniform: Schick und unbezahlbar
Lokales Potsdam-Mittelmark Neue Feuerwehruniform: Schick und unbezahlbar
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15:54 25.01.2019
So sieht die neue Tagesdienstbekleidung für die Feuerwehren aus. Quelle: Frank Bürstenbinder
Mittelmark

 „Schick“, findet Jens Grünheit die Kombination aus leichtem Stoff. Der modisch geschnittene Dienstrock jetzt ohne Brusttaschen, ein Oberhemd neuerdings in Weiß, dazu die flotte lange Hose. Damen können einen Rock wählen. Das war’s dann schon mit der Euphorie über die vor der Einführung stehende Feuerwehruniform.

Empfehlung an Innenministerium

Die jüngsten Ergebnisse einer Arbeitsgruppe werden in eine „Empfehlung Feuerwehrdienstkleidung in Brandenburg“ an das Innenministerium münden. Acht Bundesländer haben bereits neue Uniformen für ihre Feuerwehren eingeführt.

Derzeit gibt es im Land Brandenburg über 38 000 freiwillige Feuerwehrleute, dazu kommen etwa 1000 hauptamtliche Kräfte in Berufs- und Werksfeuerwehren. Ihre Dienstkleidung regelt ein Runderlass aus dem Jahr 1992.

Der Dienstanzug wird in der Regel bei dienstlichen und öffentlichen Veranstaltungen des Aufgabenträgers, beim Auftreten mit anderen Feuerwehren, von Ehrenbteilungen, bei Schulungen und beim Sicherheitswachdienst getragen.

„Es fehlt an anderen Sachen“, gibt der Kützkower Löschgruppenführer zu bedenken. Er wünscht sich lieber dicke Einsatzjacken für alle Kameraden, die bislang nur Atemschutzgeräteträgern vorbehalten sind. In seiner kleinen Brandschutztruppe mit zehn Mann ist Grünheit der Einzige, der überhaupt eine Ausgehuniform besitzt. Ein im Grunde unverwüstliches Modell, mit dem schon so manche Feuerwehrgründer posierten.

„Die Aufmachung geht gar nicht mehr. Vor allem jüngere Kameraden und Frauen können mit dem Schnitt und den Stoffen von vorgestern nichts mehr anfangen“, verteidigt dagegen der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg, Werner-Siegwart Schippel, die zusammen mit dem Innenministerium angeschobene Initiative für eine Runderneuerung der sogenannten Tagesdienstbekleidung.

Breite Diskussion

Nach diversen Regionalkonferenzen, Diskussionsrunden und Trageversuchen hat die gemeinsame Arbeitsgruppe „Dienstbekleidung und Dienstgradabzeichen“ in diesen Tagen ihre wohl abschließenden Vorschläge auf den Tisch gelegt. „Wir haben sogar eine Internetbefragung durchgeführt. Eine deutliche Mehrheit hat sich für die neuen Uniformen ausgesprochen“, freut sich Verbandspräsident Schippel. Kosten: rund 150 Euro je Basisausstattung.

So sehen die aktuellen Uniformen aus. Die neuen Modelle haben einen moderneren Schnitt, sind aus leichterem Tuch und haben keine Brusttaschen mehr. Quelle: Frank Bürstenbinder

Letzter Schrei ist ein erstmaliger Landesbezug auf der nur 300 Gramm schweren Uniformjacke. Links, wo das Herz schlägt, wird der Brandenburger Landesadler gestickt. Der Träger des Brandschutzes darf sich unverändert mit seinem Hoheitszeichen auf dem linken Oberärmel verewigen. Neben der Uniform werden vorgeschlagen: Arbeitsjacken mit dem Aufdruck „Feuerwehr“ in „silber-reflektierender Markenfolienqualität“ , Cargohosen und Blousons „auch in femininer Damenschnittführung“. Doch wer soll das bezahlen?

Verhaltene Reaktion

„Für das Amt Beetzsee hat die Umstellung auf neue Uniformen überhaupt keine Priorität“, stellt Verwaltungschef Guido Müller klar. Bei 17 Ortsfeuerwehren und 330 aktiven Kameraden kein Wunder. Das Geld im Brandschutzhaushalt wird für Einsatzkleidung, Fahrzeuge und Gerätehäuser gebraucht. Nicht selten kaufen sich Kameraden ihre Ausgehuniform selbst. Manchmal springen Fördervereine ein. In Treuenbrietzen sieht Stadtbrandmeister Olaf Fetz den Bedarf für neue Uniformen ebenso verhalten: „Wir kaufen lieber Einsatzkleidung für unsere 14 Feuerwehren als schmucke Uniformen.“ Ausnahmen halte er bei Neueinkleidungen oder Repräsentationszwecken für denkbar.

Kein Zwang für Kommunen

Landesverbandspräsident Schippel zeigt durchaus Verständnis für nachdenkliche Stimmen. „Wo das Gerätehaus nicht in Ordnung ist, oder es an Einsatztechnik mangelt, haben die Kameraden in der Tat andere Sorgen. Deshalb wird es keinen Zwang für Kommunen zu Zeit und Umfang der Einführung geben“, sagte der Verbandschef der MAZ. Außerdem fordert der Verband vom Land die Erstbeschaffung nach Möglichkeit komplett zu fördern und eine kostengünstige Beschaffung über den Zentraldienst der Polizei zu ermöglichen. Schippel rechnet im kommenden März oder April mit einem Runderlass des Innenministeriums, der den Weg für die neuen Uniformen frei machen soll.

Mehrjährige Übergangsphase

Durchaus aufgeschlossen gegenüber den Uniformplänen zeigt sich der Leiter der Berufsfeuerwehr in Brandenburg an der Havel, Mathias Bialek. Ein Mustersatz sei bei den Kameraden sehr gut angekommen. Extra-Ausgaben werde es nicht geben, doch wolle man die Neueinkleidung im Rahmen turnusmäßiger Investitionen und Neueinstellungen angehen. Mit einer mehrjährigen Übergangsphase müsse man eben leben, sagte Bialek. In Kützkow freuen sich die Feuerwehrleute dagegen über die neuen Rolltore am Gerätehaus, die in dieser Woche die 1987 gebauten Holztüren ersetzt haben.

Von Frank Bürstenbinder

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