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Potsdam-Mittelmark Neue Pächter übernehmen die Festung
Lokales Potsdam-Mittelmark Neue Pächter übernehmen die Festung
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16:09 02.01.2017
Christian Ebert (r.) betreibt nun mit Annette Ebert (li.) die Burg Rabenstein. Zur Schlüsselübergabe gratulieren Bürgermeister Ralf Rafelt, (2. v. r.), und Niemegks Amtsdirektor, Thomas Hemmerling. Quelle: Thomas Wachs
Raben

Der Willkommensgruß ist an das Tor geheftet. „Viel Glück den neuen Betreibern der Burg Rabenstein“, heißt es auf einer bunt gestalteten Doppelkarte. Zum neuen Jahr brechen auf der alt ehrwürdigen Festung neue Zeiten an. Der Berliner Gastronom Christian Ebert betreibt die kommunale Immobilie ab sofort mit seiner Cousine Annette Ebert und deren Sohn Marc Ebert. Besiegelt wird die Übergabe der Burg am Montagmorgen mit der Unterzeichnung des Pachtvertrages. Zur Schlüsselübergabe gratulieren Ralf Rafelt, Bürgermeister der Gemeinde Rabenstein/Fläming als Eigentümer, sowie Niemegks Amtsdirektor, Thomas Hemmerling.

Wie berichtet, hatte der Arbeits- und Ausbildungsförderungsverein Potsdam-Mittelmark (AAfV) als bisheriger Betreiber überraschend seinen seit 1998 bestehenden Pachtvertrag für die Burg mit der Gemeinde vorzeitig zum Jahresende 2016 gekündigt. Er sollte eigentlich bis 2031 laufen. Angesichts der vom AAfV im Januar vorigen Jahres erlangten Gemeinnützigkeit passten mit Risiken behaftete Geschäfte nicht mehr ins Konzept. Zudem hat der Verein in den letzten zwei Jahren mit der Burg wirtschaftlich ein Defizit eingefahren.

70 Schlafplätze in der Herberge

Die Burg Rabenstein wurde um 1200/1212 auf dem „Steilen Hagen“ erbaut. Die Festung kontrollierte auf dem Weg zwischen Wittenberg über Belzig und Brandenburg/Havel den Übergang am Flüsschen Plane.

Das historische Gemäuer verfügt für die Gastronomie über insgesamt 80 Plätze in der Gaststube sowie dem Palas. Zudem gibt es im historischen Rittersaal der Hofscheune rund 100 Plätze für Veranstaltungen.

Als Übernachtungsmöglichkeit bietet die Burg in der Herberge 70 Schlafplätze mit einfachem Standard.

Als Pächter für die kommunale Immobilie hatten sechs Interessenten das Exposé angefordert.

Im November wählte die Gemeindevertretung aus drei Anwärtern die Familie Ebert als neuen Betreiber der Burg aus.

Das soll sich nun wieder ändern. „Wir müssen gemeinsam am Konzept für die Burg arbeiten, eine Partnerschaft pflegen und den neuen Pächter nicht erdrücken“, sagt Thomas Hemmerling am Rande der Übergabe gegenüber der MAZ. „Uns ist am langfristigen Erhalt und einem wirtschaftlichen Erfolg der Burg als Touristenziel für die Region gelegen“, sagte Bürgermeister Ralf Rafelt schon im November. Damals hatte die Gemeinde den Zuschlag an die Familie Ebert erteilt.

Einen Monat geschlossen

Sie möchte nach einem Monat Schließzeit für Umbau und Renovierungsarbeiten, die vertragsgemäß auch noch vom AAfV zu leisten sind, zum 1. Februar mit ihrem Konzept starten. „Wir wollen bürgerliche Küche mit regionalen Produkten anbieten“, sagt Christian Ebert der MAZ. In Regie der neuen Betreiber laufen am Wochenende bereits die drei Konzerte des Keimzeit-Akustik-Quintetts im Rittersaal.

Willkommensgruß am Burgtor der Festung Rabenstein. Quelle: Thomas Wachs

Sechs bis acht Beschäftigte gehören nach Angaben des neuen Betreibers künftig zu Team der Burg. Dort ging zu Neujahr auch für die beiden letzten Beschäftigten des bisherigen Teams eine Ära zu Ende. Der seit zwölf Jahren als Koch tätige Antoine Heitz und seine Lebenspartnerin, Susan Fricke, als Restaurantleiterin absolvierten noch die Silvesterparty mit 120 Gästen. Beide werden sich beruflich nun „in Richtung Sachsen-Anhalt und Wörlitz-Dessauer Gartenreich orientieren“, sagt Susan Fricke.

Pachtforderung deutlich angehoben

Die neuen Pächter sollen Zeit für einen gemächlichen Start bekommen. Vereinbart sei daher eine gestaffelte Pacht, sagt Thomas Hemmerling. Dies ist nun deutlich angehoben worden und soll schrittweise sowie in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung erhöht werden. Statt 12 000 Euro im Jahr muss der neue Pächter am Ende 90 000 Euro an die Gemeinde zahlen. „Das entspricht einer kostendeckenden Pacht“, hat Amtschef Hemmerling ermittelt. Wann diese Maximalforderung tatsächlich fließen wird, ist offen. „Wir haben dafür im Pachtvertrag keinen Termin fixiert“, sagt der Niemegker Verwaltungschef. „Immerhin müssten dafür im Jahr an die zwei Millionen Euro Umsatz gemacht werden“, ergänzt Ralf Rafelt.

Ab 1. Juli 2017 kassiert die Gemeinde, die seit 1993 Eigentümer der Burg ist, zunächst die „Grundpacht“. Deren Höhe nannte Thomas Hemmerling auf Nachfrage der MAZ nicht. Ab 1. Januar 2018 werde dann zusätzlich die zweite Komponente in Abhängigkeit vom Umsatz fällig, kündigt der Amtschef an.

Er möchte die touristische Entwicklung der Burg ausbauen. Dazu schwebt ihm eine Ideenkonferenz mit Vertretern des Kreises, des Fremdenverkehrsvereines „Niemegker Land“ sowie des Naturparkes „Hoher Fläming“ vor.

Von Thomas Wachs

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