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Niemegk Familienzentrum: Ein neues Zuhause für Niemegker
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Familienzentrum: Ein neues Zuhause für Niemegker
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11:14 18.03.2019
AWO-Vorstandsmitglied André Saborowski und Barbara Keller, Leiterin des Familienzentrums vor der Vernetzungswand im Familienzentrum Niemegk. Quelle: Jan Russezki
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Niemegk

Bei der Eröffnung des Familienzentrums in Niemegk ist am Freitagnachmittag die Stimmung ausgelassen. Grund dazu haben die Besucher alle mal: „Wir haben endlich ein Zuhause“, sagt die Leiterin des Familienzentrums Barbara Keller im vollen Familiencafé. Die Bauphase ist nun erstmal vorbei.

„Jetzt ist die letzte Schrottimmobilie fertig“, sagt Thomas Hemmerling, Amtsdirektor Niemegk. Die Eröffnung sei ein großer Meilenstein für Niemegk. 500.000 Euro flossen hier in die Sanierung der alten Schule. Hemmerling freut sich auf die nächsten Jahre, in denen „wir viel auf den Weg bringen können, um miteinander zu reden“.

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Beziehungsqualität

Dem schließt sich auch Barbara Keller an: „Im Familienzentrum geht es um Beziehungsqualität“, sagt sie. Dabei geht es auch um Vernetzung. Und da ist der Standort ideal. Das Familienzentrum liegt mitten in Niemegk zwischen Kita, Schwimmbad, Schule und Hort. „Da müssen wir nicht mehr alles hin und her schleppen und können auch das Personal besser zusammenführen“, erklärt Keller.

Die Vernetzung scheint gut zu laufen. Das Zentrum ist rappelvoll und überall grüßt man sich lieb zu, überreicht Blumen. Im neuen Bewegungsraum toben Kinder, in der Werkstatt wird gemalt und in der Bibliothek in Büchern geschmökert. Ein Mann ist gekommen, um zu schauen, was aus der Grundschule geworden ist, in die er eingeschult wurde.

Dass vor allem Essen verbindet, wird im Familiencafé deutlich. Der Duft von frischen Waffeln steht im Raum, Kaffee und Obst stehen bereit. In Zukunft werden auch Kochkurse und -abende im Familienzentrum angeboten.

In der Werkstatt des Familienzentrums wird gemeinsam ein Bild gemalt, das später gerahmt werden soll.. Quelle: Jan Russezki

Eben an diesem Ort steht bei der Eröffnung eine Tafel. „Wer kann was?“, steht auf ihr und verdeutlicht den Grundgedanken, der Keller mit dem Familienzentrum verfolgt. „Wir wollen nicht alleine das Haus bespielen, sondern laden alle Niemegker ein auch etwas beizutragen“, sagt Keller. Kleine Karten hängen an der Tafel. Auf einer bietet eine Frau an Kochkurse zu geben, andere bieten Gedächtnistraining und den Bau von Nisthilfen. Der SPD-Landtagsabgeordnete Günter Baaske hat eine Vorlesestunde angeboten.

Ein Ort, wo Leben ist

„Es gibt auch Kinder, die nicht so wohlbehütet aufwachsen“, sagt Baaske. Gerade da sei es wichtig eine Struktur zu schaffen. Dafür seien die Familienzentren wichtig. Auch AWO-Vorstandsmitglied André Saborowski will „gerade im ländlichen Raum, wo die Wege auch Hürden für den sozialen Kontakt sind“ Hilfestellung bieten. „Familienzentren sind ein Punkt, wo Leben ist“, sagt er.

Für die Niemegker ist vor allem das altersübergreifende Angebot verlockend. „Es gibt eine Krabbelgruppe und das Familiencafé“, erzählt Guido Voigt. Er freut sich auf die Bibliothek und Sportangebote. „Das alles zentral gebündelt ist, macht es einfacher die Angebote für wahrzunehmen“, sagt Christiane Lucke, Niemegker Mutter eines Dreijährigen. Für alle hat das hin und her Fahren im Familienzentrum ein Ende.

Von Jan Russezki