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Niemegk Auf Erkundungstour mit dem Förster
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Auf Erkundungstour mit dem Förster
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18:29 06.01.2019
Der ehemalige Förster Wolfgang Michelsson (rechts) berichtete Teilnehmern einer Erkundungstour im Naturpark „Hoher Fläming“ von seinen Erfahrungen. Quelle: Eva Loth
Raben

Spuren im Wald heißt nicht nur, die Abdrücke der dort lebenden Tiere zu finden. Dazu gehören auch Zeichen an Bäumen und jene, die forstliche Maßnahmen hinterlassen haben. Bei der ersten Försterwanderung im neuen Jahr gingen Gäste Samstag beim Naturparkverein „Hoher Fläming“ auf Erkundungstour.

Die Tiere der Region

Der ehemalige Förster Wolfgang Michelsson zeigte mit Fotos, Filmen und Trophäen, welche Tiere in den heimischen Wäldern leben. Besonders die Kinder fanden die mitgebrachten Trophäen interessant.

Familie Wiechmann reiste extra aus Berlin an. Denn Tochter Marta behandelt dieses Thema gerade in der Schule. Sie konnte das Gelernte nun hautnah in der Natur betrachten. Auch die jüngere Tochter Enie war mit Begeisterung dabei.

Vermittelt wurden auch die Unterschiede der Geweihe bei einzelnen Wildarten. So hat beim Rotwild zum Beispiel nur das männliche Tier ein Geweih. Nach einem Jahr bekommen Jungtiere das erste Exemplar. Dieses wird um die Osterzeit abgeworfen. Dann bildet sich ein stärkeres und neues.

Heute darf die so genannte Abwurfstange eines Geweihs, die beim Spaziergang im Wald gefunden wird, nicht einfach so mitgenommen werden. Der Jagdpächter muss erst gefragt werden, ansonsten ist es Wilddieberei. „Zu DDR-Zeiten war das anders. Da gab es für ein Kilo zwölf DDR-Mark“, sagt Michelsson.

Daraus wurden dann unter anderem Knöpfe für Trachten hergestellt. Auch die Jagd habe sich nach der Wende verändert. Früher habe es einen Abschussplan gegeben und niemand habe sich getraut, etwas zu schießen, was nicht auf dem Plan stand. Diese Pläne gäbe es zwar heute auch noch, so Michelsson, aber sie seien kaum kontrollierbar.

Diskussion um den Wolf im Jagdgesetz

Viele Gäste beschäftigte die Anwesenheit des Wolfes in den Wäldern. Diese konnte Wolfgang Michelsson mit Bildern aus einer Fotofalle belegen. Der passionierte Jäger befürwortet, den Wolf in das Jagdgesetz aufzunehmen. Dies bedeute aber nicht, dass das Tier geschossen werden dürfe.

Denn das könne eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren und den lebenslangen Entzug der Jagderlaubnis bedeuten. Laut Michelsson würde es aber die Situation vereinfachen, ein verletztes oder angefahrenes Tier von seinen Qualen zu erlösen. Im Moment sei dazu zwingend die Bestätigung eines Tierarztes nötig, da der Wolf nicht überleben würde.

Andreas Kallähne war von der Tour begeistert. „Das war eine sehr informative und unterhaltsame Veranstaltung. Bei der Wanderung kreuzte sogar ein Rudel Damwild, ca. 60 Damtiere, unseren Weg“, sagte er.

Für den ehemaligen Westberliner war es ein Blick über den Tellerrand und in die Geschichte der Forstwirtschaft der DDR. Seit fünf Jahren lebt Kallähne in Bad Belzig. Der 57-Jährige absolviert die Vorbereitung zur Jagdprüfung und war froh, die gezeichneten Spuren auf den Informationsblättern auch in der Natur zu sehen und einzuschätzen.

Von Eva Loth

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