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Niemegk Chronistenvereinigung will klare Regeln
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Chronistenvereinigung will klare Regeln
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06:18 22.11.2018
Während der Versammlung in Garrey hat Chris Rappaport auch den neuen Heimatkalender präsentiert.
Während der Versammlung in Garrey hat Chris Rappaport auch den neuen Heimatkalender präsentiert. Quelle: Andreas Koska
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Garrey

Die einen sind berufen und haben eine Ernennungsurkunde, die anderen machen es von sich aus – und wieder andere sitzen zwischen den Stühlen. Sie dürfen sich zwar Chronisten nennen, aber offiziell ist ihr Amt nicht.

Seit nunmehr 20 Jahren gibt es die Chronistenvereinigung Potsdam-Mittelmark (CPM) und jetzt soll auf eine Einheitlichkeit hingearbeitet werden. „Vor allem muss geklärt werden, was mit dem Archivmaterial und den gesammelten Unterlagen passiert, wenn der Chronist das Amt niederlegt oder stirbt“, sagte Chris Rappaport vom CPM-Vorstand. Darüber hinaus sollte es nach dem Wunsch der Vereinigung eine Entschädigungssatzung geben, eine Aufgabenbeschreibung schriftlich niedergelegt werden und die Berufung offiziell erfolgen.

Warnung vor Überregulierung

Die Chronisten hoffen, dass so Unklarheiten und Reibungspunkte beseitigt werden. Die Garreyer Ortschronistin Gabi Eisenberger warnt jedoch vor einer Überregulierung. „Zu viel Struktur kann die Arbeit ersticken und zum Erliegen bringen“, sagte sie bei der jüngsten Sitzung der Chronisten in Garrey.

Andere Protagonisten haben allerdings die Nachlassregelung für besonders wichtig erachtet, da sie bei Übernahme des Amtes Probleme hatten. „Und dann gibt es Enkel, die die Unterlagen einfach veräußern oder gar wegwerfen“, hat der CPM-Vorsitzende Jaromir Schneider bemerkt.

Hilfe vom Kreis erhofft

Als Vorreiter gilt in dem Zusammenhang das Amt Niemegk, das einen entsprechenden Satzungsentwurf vorgelegt hatte. „Da befinden wir uns noch in den Kinderschuhen, wir werden das in der kommenden Gemeindevertretersitzung diskutieren“, sagte Ralf Rafelt, der Bürgermeister der Gemeinde Rabenstein. Rafelt selbst wohnt in Groß Marzehns, wo gerade eine Chronik erarbeitet wird.

Chris Rappaport und Jaromir Schneider hoffen jetzt auf die Hilfe der Kreisverwaltung. „Wir haben einen Brief an den Landrat und die Kulturreferentin geschrieben – bislang ohne Antwort“, sagten die beiden. „Wir sind vom Ergebnis, das allerdings wünschenswert wäre, weit entfernt“, betonte Schneider, der in Tremsdorf zu Hause ist. Er hofft jedoch auf ein Ergebnis und damit auf einen möglichen Anreiz auch für jüngere Chronisten.

Kostenlose Nutzung des Kreisarchivs

Bislang dürfen Chronisten mit ihrem Mitgliedsausweis kostenlos das Kreisarchiv nutzen. „Der Archivar Tobias Paul ist sehr hilfsbereit“, lobt die Brücker Chronistin Karin Hanusch, die erst seit kurzem diese finanzielle Entlastung genießen darf.

Von Andreas Koska