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Niemegk „Die Ideen für meine Arbeiten sind aus dem Leben“
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk „Die Ideen für meine Arbeiten sind aus dem Leben“
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20:00 12.12.2018
Bernd Koltzenburg
Bernd Koltzenburg Quelle: Sommer
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Haseloff

Pünktlich zum ersten Advent hatten Ilona Reich und Bernd Koltzenburg vom Haseloffer Gemeindekirchenrat ihre Kirche fertig ausgeschmückt. Neben dem Adventskranz und der Weihnachtskrippe zieren die Kirche Jahr für Jahr auch kleine und große Laubsägearbeiten, die der 61-Jährige Koltzenburg eigenhändig anfertigt.

Herr Koltzenburg, wie kam es dazu?

Bernd Koltzenburg: Eigentlich bin ich gelernter Kunstschmied. Nach einer schweren Krankheit und dem Wechsel in den Ruhestand habe ich große Freude an der Arbeit mit Holz gefunden. Über die Jahre sind so schon viele Figuren zu den unterschiedlichsten Themen entstanden, die dann unsere Kirche schmücken.

Wie die Szene aus der Weihnachtsgeschichte vor der Kirche?

Ja, die Figuren sind schon einige Jahre alt. Ich stelle sie jedes Jahr wieder neu auf.

Woher nehmen Sie die Ideen für ihre Arbeiten?

Aus dem Leben. Als nächstes möchte ich irgendetwas mit Musikinstrumenten machen. In der Kirche wird ja schließlich auch viel musiziert. Diese Idee habe ich schon einige Zeit im Kopf.

Welches Projekt haben Sie als letztes verwirklicht?

Ich habe 100 verschiedene Figuren zum Geburtstag des Liedes „Stille Nacht, Heilige Nacht" angefertigt. Sie sind jetzt in der Kirche in Niemegk ausgestellt.

Wie kam es dazu?

Letztes Jahr am Heiligabend habe ich im Fernsehen eine Musiksendung gesehen. Da hörte ich, dass das Lied 200 Jahre alt wird. Das ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Im Sommer habe ich dann angefangen, Figuren die mit dem Lied in Verbindung stehen, auszusägen. Die Krippe, Esel, Schafe, Engel, Sterne, Kirchen usw. In Niemegk sind sie jetzt bis Anfang Februar ausgestellt. Die Figuren sollen auch dort bleiben. Hier bei uns in Haseloff habe ich keinen Platz mehr.

Welchen Themen haben Sie sich in der Vergangenheit noch gewidmet?

Eigentlich bereite ich jedes Jahr zur Weihnachtszeit eine neue Ausstellung mit Laubsägearbeiten vor. In 2017 war das Thema „Süßer die Glocken nie klingen". Da habe ich mehr als 100 Glocken in verschieden Größen und Formen ausgesagt. Sie waren anfangs auch in Niemegk ausgestellt, weil unsere Kirche im vergangenen Jahr saniert wurde. Nach Abschluss der Arbeiten kamen die Laubsägearbeiten nach Haseloff zurück. Sie schmücken nicht nur die Empore auf der die Orgel steht.

Sie kümmern sich außerdem um die Kirche. Wie kam es dazu?

Das begann vor 20 Jahren etwa. Wir hatten damals keinen Pfarrer und niemand fühlte sich zuständig. Da habe ich begonnen, mich einzubringen. So ist das gewachsen. Jetzt, wo Pfarrer Daniel Geißler aus Niemegk unser Pfarrer ist, zieht wieder Leben ein.

Von Christiane Sommer