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Niemegk Excelsis-Rockband hebt ab nach Afrika
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Excelsis-Rockband hebt ab nach Afrika
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16:06 03.12.2019
Die Excelcis-Rockband hat im Sommer 20 Jahre Jubiläum gefeiert in Niemegk. Jetzt geht es auf die erste Auslandstour nach Afrika. Quelle: René Gaffron
Rädigke

Ihr erster Auftritt im Ausland überhaupt wird ein ganz besonderer sein. Am kommenden Sonntag heben zehn Musiker und Techniker mit der Excelsis-Rockband aus dem Fläming ab nach Afrika.

Ein rockiges Weihnachtsprogramm in Wüsten-Feldlagern ist ihre Mission. Binnen einer guten Woche stehen zwei Konzerte auf dem Tourplan in Westafrika. Rock aus dem Fläming serviert bekommen Hunderte Soldaten der Bundeswehr sowie aus verbündeten anderen Ländern. Sie sind dort stationiert im Rahmen einer Ausbildungsmission sowie des internationalen UN-Mandats „Minusma“ der Vereinten Nationen.

Unter anderem mit Kampfhubschraubern ist die Bundeswehr bei der UN-Mission dabei im Camp von Gao in Mali. Dorthin reist jetzt die Excelsis-Rockband aus dem Fläming. Quelle: Britta Pedersen/dpa

An der ersten Station in Niamey – der Hauptstadt des Landes Niger in Nordwesten des Kontinents – werden 200 Soldaten zur Weihnachtsfeier erwartet. Im Camp von Gao im Norden von Mali in Westafrika sind es beim zweiten Auftritt gar rund 600 Männer und Frauen, die mit Rockmusik made in Brandenburg die Weihnachtsfeier erleben werden.

Durch Zufall zur spannendsten Mugge

Eingefädelt hat die bislang spannendste Mugge für die Band ihr Frontmann Thomas Nehrkorn aus Rädigke. Das sei ein Zufall gewesen. Schon häufiger habe die Band im Fliegerhorst in Holzdorf an der Grenze zu Sachsen-Anhalt gespielt.

„Dort sind wir für eine Feier von Militärseelsorgern in Wittenberg empfohlen worden, wo wir uns am Rande auch über Auslandseinsätze unterhalten hatten“, erinnert sich Nehrkorn. Recht kurzfristig im September kam dann ein Anruf vom Führungskommando für Auslandseinsätze der Bundeswehr in Geltow bei Potsdam.

„Wir konnten uns aussuchen, ob wir im Irak, in Afghanistan, Syrien, Litauen oder Afrika spielen wollen als Weihnachtsunterhaltung für die Truppen dort“, erzählt der Chef von Excelsis.

Die Excelsis-Rockband freut sich sichtlich auf ihre zwei Auftritte in Afrika. Quelle: Promo

Ein besonderes Programm haben die Musiker nicht einstudiert. „Wir werden einige Weihnachtslieder akustisch spielen und ansonsten das machen, was wir sonst auch tun bei Konzerten und Partys“, sagt Nehrkorn gegenüber der MAZ. „Wir lassen uns von der Stimmung leiten und sehen, was so geht.“

Auch eine Geige im Gepäck

Mit im Team ist auch Musiker Thomas Rottenbücher aus Schmerwitz. Er gehört zwar nicht direkt zur Band, ist aber in anderen Projekten mit einzelnen Bandmitgliedern wie Marcel Wricke aus Treuenbrietzen involviert. „Vielleicht kann ich mit meiner Geige noch etwas für besondere Akzente sorgen im Programm“, sagt Rottenbücher.

Knifflige Logistik für die Ausrüstung

Eine Herausforderung für den Auftritt in weiter Ferne ist die knifflige Logistik. Zwar stellt die Bundeswehr vor Ort die Bühne und Quartier für die Musiker. Doch alle Instrumente sowie die komplette Ton- und Lichttechnik müssen per Luftfracht auf den Weg gebracht werden. „Gut 1,5 Tonnen müssen durch den Zoll“, erzählt Thomas Nehrkorn.

Die Excelcis-Rockband geht jetzt auf die erste Auslandstour nach Afrika. In Treuenbrietzen war vorab gemeinsam die Impfung gegen Gelbfieber zu erledigen. Quelle: Thomas Wachs

Ansonsten liefen die Vorbereitungen für die Auftritte im militärisch hoch sensiblen Gebiet eher kurzfristig und bisher unkompliziert. Keine besonderen Sicherheitschecks, wohl aber medizinische Vorsorge mit einer Impfung gegen Gelbfieber sind zu erledigen für alle Männer der Reisegruppe. Dazu gab es bereits einen Sammeltermin bei einer Hausarztpraxis in Treuenbrietzen.

Anders als eine Urlaubsreise

Bewusst seien sich die Musiker, dass sie nicht zu einer lockeren Urlaubsreise aufbrechen, sondern in ein militärisches Krisengebiet reisen. Der Transport von Musikern und ihrer Technik zwischen den beiden gut 500 Kilometer entfernten Auftrittsorten in Niger und Mali erfolgt mit einer gesicherten militärischen Transportmaschine der Bundeswehr.

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Vor allem bei den die Familien daheim mit Frauen und Kindern sei wegen der sensiblen Sicherheitslage dort in Afrika „auch einige Überzeugungsarbeit nötig gewesen“, räumt Thomas Nehrkorn ein.

Sensible Sicherheitslage in Gao: Ein Soldat der Bundeswehr steht am Flughafen nahe des Bundeswehr Stützpunktes Norden Malis. Quelle: Michael Kappeler/dpa

Denn immer wieder machen Nachrichten die Runde von Angriffen mit Todesfällen in der Region. Erst im November starben mehr als 50 Soldaten und ein Zivilist im Norden Malis bei einem Angriff der Terrormiliz „Islamischer Staat“ auf einen Militärstützpunkt internationaler Truppen. Und zuvor kamen Ende September bei Angriffen auf zwei Militärstützpunkte in Zentral-Mali 38 Soldaten ums Leben.

Kameramann hält Eindrücke fest

Im engen Kontakt mit Freunden, Familien und Fans bleiben wollen die Musiker auch von Afrika aus über das Internet und soziale Medien. „Wir haben einen erfahrenen Kameramann mit dabei und wollen ein Video zum Projekt Afrika produzieren“, so Nehrkorn.

„Es wird auf unserer Internetseite stehen und kann auch während der Reise als Video-Tagebuch auch bei You Tube verfolgt werden“, kündigt der Excelsis-Frontmann an. Erste Episoden gibt es dort bereits.

Der Frontmann und seine Band-Kollegen gehen davon aus, dass ihnen der bisher ungewöhnlichste Auftritte in 20 Jahren Bandgeschichte, „mit Sicherheit ein unvergessliches Erlebnis beschert“. Schon jetzt sei „alles drumherum ziemlich spannend und interessant“, sagt Nehrkorn vor dem Abflug am Sonntag.

Verfolgt werden kann das Projekt im Internet auf der Band-Seite unter www.excelsis-rockband.de.

Von Thomas Wachs

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