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Niemegk Familienzentrum bezieht sein neues Domizil
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Familienzentrum bezieht sein neues Domizil
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06:05 12.02.2019
Das neue Team des Familienzentrums Corinna Reinbach (l.), Barbara Keller und Daniela Geißler freut sich auf die Eröffnung.
Das neue Team des Familienzentrums Corinna Reinbach (l.), Barbara Keller und Daniela Geißler freut sich auf die Eröffnung. Quelle: Josephine Mühln
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Niemegk

 Eine offene Begegnungsstätte für alle Generationen und das gesamte Amt soll das neue Reich des Niemegker Familienzentrums sein. Die Basis dafür ist mit dem Um- und Ausbau des alten Schulgebäudes gelegt worden, in das das Team aktuell einzieht.

Waren Wollcafé, Schneiderwerkstatt oder Entdeckungsraum bis jetzt noch auf mehrere Orte verteilt, soll der Großteil künftig zentral angeboten werden. Auch die Bibliothek hat im neuen Domizil einen festen Platz und der Jugendclub ist direkt nebenan.

Gesamtkosten von 450.000 Euro

„Wir wünschen uns, dass sich die einzelnen Gewerke durch Veranstaltungen gegenseitig befruchten und zum Beispiel auch Synergien entstehen mit dem Familiencafé“, sagt Barbara Keller vom Bezirksverband Potsdam der Arbeiterwohlfahrt (Awo) und Leiterin des Zentrums. „Die Jugendkoordinatorin Anne Kollien ist mit ihren Projekten ebenfalls hier angebunden, außerdem arbeiten wir mit der Schulsozialarbeiterin der benachbarten Grundschule zusammen – es sind optimale Arbeitsbedingungen.“

2017 ist mit den Arbeiten in der Straße der Jugend begonnen worden. Der größte Teil des ehemals L-förmigen Schulgebäudes wurde abgerissen, der Rest barrierefrei umgebaut und saniert. „Die Gesamtkosten für das Vorhaben belaufen sich auf rund 450.000 Euro – Stand jetzt halten wir diese Summe auch ein“, sagt Eike Schumann vom Niemegker Bauamt.

Der größte Teil des ehemals L-förmigen Schulgebäudes ist abgerissen worden. Quelle: Thomas Wachs

Finanziert wird das Ganze mittels zweier Fördertöpfe. 75 Prozent des Geldes stammen aus dem Leader-Programm, 25 aus dem Kreisentwicklungsbudget. „Mit allen Verwendungsnachweisen, Ausschreibungen und sonstigen Papieren, die für die Abrechnung vorgelegt werden mussten, füllt allein dieses Bauvorhaben 17 Aktenordner“, verrät Schumann lachend.

Dass der Umbau insgesamt etwas länger gedauert habe, sei einkalkuliert gewesen. „Wir haben beispielsweise manche Lose erst ausgeschrieben, wenn die Schlussrechnung eines vorhergehendes Gewerkes da war – und hatten so mehr Einfluss auf die Kosten“, erläutert Eike Schumann weiter.

Offene Türen am 15. März

Geplant ist, dass auch externe Interessenten – zum Beispiel die Karnevalisten oder Bands – die neuen Räumlichkeiten für ihre Zwecke nutzen können.

Das Familiencafé findet künftig jeden Montag statt – und nicht mehr wie bisher monatlich. Erster Termin ist der 18. März von 14.30 bis 17 Uhr.

Mit einem Tag der offenen Tür am 15. März soll das neue Domizil des Familienzentrums eingeweiht werden.

Von 14.30 bis 17 Uhr stellt sich das Team vor und steht für Fragen bereit. Dazu gibt es Kaffee und Waffeln.

Während im Gebäude fast alles fertig ist – die Küche fehlt noch – sind die Arbeiten an der Außenanlage noch in vollem Gange. „Eigentlich wollten wir da auch schon im Januar fertig sein, aber durch den Frost hat sich alles etwas verzögert. Außerdem gibt es aktuell mehr Aufträge als Handwerker.“

Neben einem Parkplatz und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder entsteht vor allem viel Grünfläche. „Damit wir im Sommer einfach eine Decke nehmen und uns raussetzen können“, sagt Barbara Keller. „Oder wir könnten uns auch vorstellen, Hochbeete und einen kleinen Kräutergarten anzulegen.“

Neues Angebot für Elterngespräche

An der Spitze des Familienzentrums steht neben Barbara Keller auch Daniela Geißler als Koordinatorin. Schwerpunkt ihrer Angebote ist weiterhin der Baby- und Kleinkindbereich. Das Team komplett macht Corinna Reinbach, ebenfalls Awo-Mitarbeiterin und als Koordinatorin des Bad Belziger Trollbergs mit Kreativangeboten jeder Art vertraut.

Als neues Angebot möchte Barbara Keller beispielsweise Elterngespräche – etwa während des immer montags stattfindenden Familiencafés – etablieren. „Prinzipiell muss jede Familie für sich einen eigenen Weg finden, aber manchmal ist es gut, sich auszutauschen“, erläutert Keller. „Die Beratungen sollen eine niedrigschwellige Einladung sein, um ins Gespräch zu kommen.“ Wie auch bei den anderen Angeboten, soll gemeinsam mit den Eltern geschaut werden, welchen Bedarfen es zu begegnen gilt.

Zentrum hat erstmals ein Zuhause

Die drei Frauen sind sich einig, dass die gebündelten Angebote in Niemegk die Basis ihrer Arbeit darstellen und wichtig für den Erstkontakt sind – jedoch nicht weitere Angebote auf den einzelnen Dörfern ersetzen sollen. „Das Familienzentrum hat jetzt zum ersten Mal ein Zuhause. Wir wünschen uns, dass die Menschen mitmachen – und gern auch eigene Ideen einbringen“, sagt das Trio.

Von Josephine Mühln