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Niemegk Nachwuchsmangel bei Vogelzüchtern
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Nachwuchsmangel bei Vogelzüchtern
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09:03 24.11.2019
Silke Noeltge züchtet seit über zehn Jahren Tauben. Die Thüringer Goldkäfertaube zählt zu ihren Lieblingen. Quelle: Hannah Rüdiger
Niemegk

Die Thüringer Goldkäfertaube ist Silke Noeltges ganzer Stolz. 97 von 97 Punkten haben die Zuchtrichter der Farbtaube mit dem violett-grünlich schimmernden Hals gegeben.Als Silke Noeltge ihren Gewinnervogel aus dem kleinen Ausstellerkäfig hebt, lässt er sich bereitwillig in Form streicheln. „Ich finde es immer schön, wenn sie perfekt aussehen“, sagt die Niemegkerin.

Die Thüringer Goldkäfertaube aus Niemegk ist eins von exakt 401 Tieren, die auf der 28. Fläming-Rassegeflügelschau ausgestellt werden. Neben dem türkisen Flämingband können Züchter diesmal auch das dunkelblaue Ehrenband des Kreisverbandes Potsdam einheimsen. Bewertet wird neben Federkleid und Form auch die Haltung der Tiere.

35 Taubenrassen und elf Zwerghuhnrassen

An drei Tagen präsentieren 39 Aussteller aus der Region ihre prächtigsten Hühner, Zwerghühner und Tauben. Darunter sind zierliche Tauben wie die hektischen Stargarder Zitterhälse, die dauerhaft mit dem Hals zucken; orientalische Mövchen, die stets freundlich zu lächeln scheinen oder flinke Chabo-Hühner. Insgesamt 35 Taubenrassen und elf Zwerghuhnrassen gurren, gackern und krähen hinter den Käfiggittern.

Silke Noeltge züchtet seit etwa zehn Jahren Tauben und ist Mitglied im Rassegeflügelzüchterverein (RGZV) Niemegk. Sie ist mit der Taubenzucht groß geworden. Ihr Bruder Sven Galle züchtet ebenfalls Hühner und Tauben und leitet seit zehn Jahren die Rassegeflügelschau. „Das wurde uns in die Wiege gelegt“, erzählt Noeltge.

Altorientalische Mövchen gucken besonders freundlich drein. Quelle: Hannah Rüdiger

Mehr Hobby als Job

Rassegeflügelzucht ist nichts, wovon man leben kann. In der Regel kostet das Hobby mehr als es abwirft: Züchter zahlen für Tiere, Futter, Ringe und Ausstattung. Darüber hinaus brauchen die Vögel jeden Tag jemanden, der sich um die kümmert. Jemanden, der das Trinkwasser wechselt, Futterkörner ausstreut und vielleicht den Stall saubermacht.

„Andere sitzen in ihrer Freizeit vorm Fernseher, Leute wie ich sitzen im Taubenstall“, sagt die Züchterin lachend. Obwohl sie ihre Tauben liebt, sind sie keine Haustiere, die bei ihr verhätschelt werden. Silke Noeltge gibt ihnen keine Namen und entwickelt keine persönliche Beziehung zu ihnen. Anders als paradiesisch bunte Ziervögeln landen manche der Tauben sogar auf dem Teller.

„Taubensuppe schmeckt besser als Hühnersuppe“, erzählt sie. Über 70 Tiere habe sie in diesem Jahr schon geschlachtet. Für den Eigenbedarf, versteht sich. Auch gebraten sei Taubenfleisch eine köstliche Delikatesse.

Tauben gibt es auf der Fläming-Rassegeflügelschau in allen Formen, Farben und Größen. Quelle: Hannah Rüdiger

Die meisten Besucher kommen jedes Jahr

Zwischen den Käfigen spazieren Hobbyzüchter und solche, die es mal werden wollen. Andere sind einfach nur gekommen, um sich die verschiedenen Vogelrassen anzusehen. Siegfried Schulz aus Niederwerbig ist auf der Suche nach etwas Bestimmten: Er durchforstet die Käfige nach Luchstauben. Auf seinem Gehöft hält er schon zehn Wachteln. „Die machen manchmal ganz schön Radau“, sagt der Rentner. „Aber so Kleinzeug mag ich gerne.“

Wie die meisten, die durch die Gänge schlendern, ist er ein regelmäßiger Besucher der Fläming-Rassegeflügelschau. In den vergangenen Jahren seien manchmal bis zu 200 Besucher zur gemeinsamen Schau des Niemegker und des Bad Belziger RGZV gekommen, erzählt der Ausstellungsleiter Sven Galle. Tendenz eher stagnierend als steigend.

Um Ziervögel wie diese Pfirsichköpfchen geht es auf der Schau eigentlich nicht - mehr zum Spaß gibt es zwei Volieren mit Papageienarten und Sittichen. Quelle: Hannah Rüdiger

Kein Hobby für junge Leute

„Die Jugend beschäftigt sich heutzutage eher mit anderen Dingen“, sagt er. „Unsere Generation ist noch mit Vögeln aufgewachsen.“ Auf dem Land habe jeder einen Hühnerstall oder vielleicht sogar einen Taubenschlag gehabt.

Im Niemegker Zuchtverein seien gerade etwa 15 Mitglieder aktiv, Bad Belzig habe nur noch eine Handvoll Züchter. „Altersbedingt wird das die nächsten Jahre wohl noch weniger.“ Wie in so vielen anderen Bereichen sei es schwer, Nachwuchs zu finden.

Hahn ist nicht gleich Hahn: Auf der Rassegeflügelschau werden eine Vielzahl von unterschiedlichen Rassen ausgestellt. Quelle: Hannah Rüdiger

Vielfalt zeigen und bewahren

Große Gewinnsummen können die Hobby-Züchter auf der Rassegeflügelschau nicht einstreichen: Für den Ehrenpreis liegt das Preisgeld bei gerade einmal sechs Euro pro Vogel. Allerdings ist der Wettkampf um das schönste Gefieder auch eher nur Nebenschauplatz in der Niemegker Stadthalle.

„Wir wollen die Vielfalt der Rassen zeigen und bewahren“, sagt der Ausstellungsleiter. Sein persönlicher Lieblingsvogel ist der Mährische Strasser, eine zarte Taube mit großflächiger braun-weißer Färbung. Sven Galle wünscht sich, dass es diese Rasse auch noch in Zukunft gibt. Als Züchter kann er seinen Teil dazu beitragen.

Von Hannah Rüdiger

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