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Niemegk Familie Kase feiert Eiserne Hochzeit
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07:12 15.11.2018
Irmgard und Fritz Kase aus Niemegk fahren leidenschaftlich gern Quad und Motorrad. Quelle: Christiane Sommer
Niemegk

„Wir haben ein wunderschönes Rentnerleben“, sagen Irmgard und Fritz Kase aus Niemegk. Am heutigen Donnerstag wird es zusätzlich gekrönt – denn das Paar feiert seine Eiserne Hochzeit. Obgleich 65 Ehejahre hinter ihnen liegen, wirken die Kases verliebt wie am ersten Tag. Er nennt sie „mein Schatz“, sie sagt: „Der liebe Gott hat es gut mit uns gemeint.“

Fritz Kase stammt aus Landsberg an der Warthe. Als er zwei Jahre alt ist, wird er adoptiert und findet in Wüstemark bei Garrey ein neues Zuhause. Nach der achtjährigen Schule arbeitet er auf dem zehn Hektar großen Hof der Eltern.

Aufgewachsen in Ostpreußen

Irmgard wächst mit 13 Geschwistern in Ostpreußen auf. Im Januar 1946 muss die Familie die Heimat verlassen. Das erste Dach über dem Kopf finden sie Wochen später in Boßdorf. „Wir Kinder mussten dort gleich schwer arbeiten – beim Bauern, um etwas zu essen zu haben“, so die 87-Jährige.

Beim Erzählen füllen sich ihre Augen mit Tränen. Die Erinnerung an den strengen Winter 1946/47 kommt zurück. Beim Wasser holen wird das Mädchen von einem Hund angefallen und kommt mit schwersten Gesichts- und Armverletzungen in ein Krankenhaus. Es dauerte ein gutes Jahr, bis sie wieder auf den Beinen ist.

Heirat in der heimischen Stube

1951 lernen sich Irmgard und Fritz kennen. „Er stand vor seinem Elternhaus unter einem Pflaumenbaum und spielte Akkordeon“, verrät die Jubilarin, die damals zufällig mit ihrer Freundin dort vorbeikam. Wenig später, auf dem Tanzboden in Klein Marzehns, sehen sie sich wieder – und Amors Pfeil trifft ihre Herzen. Zwei Jahre danach wir geheiratet.

„Wir mussten“, sagt die 87-Jährige. „Am 3. März ist unsere Tochter schon geboren“, ergänzt Fritz Kase. Dann erzählen sie von der Eheschließung, die wegen der Schwangerschaft daheim in der Stube vollzogen wurde. „Ich bin doch katholisch“, so die Jubilarin. Der gewölbte Bauch unter dem Brautkleid hatte die Trauung in der Kirche nicht erlaubt. Auch auf den langen Schleier musste sie verzichten. „Aber dafür waren wir bei der Silbernen, der Goldenen und der Diamantenen Hochzeit in der Kirche“, sagt Irmgard Kase. Auch zur Eisernen Hochzeit geht es dorthin.

Bei der LPG gearbeitet

Ihre sechs Kinder haben sie jedoch evangelisch taufen lassen – entsprechend des Glaubens des Vaters. „Das hatten wir vorher verabredet“, so der 85-Jährige. Dann sagen beide: „Wir waren damals arm wie die Kirchenmäuse.“ Mit viel Fleiß erarbeiten sie sich über die Zeit aber einen kleinen Wohlstand, der heute das Alter versüßt.

1959 tritt Fritz Kase in die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) ein und wird Traktorist. Das bleibt er bis auf kurze Unterbrechungen und wechselnde Arbeitsstellen bis zum Ruhestand. Irmgard Kase arbeitet ebenfalls bei der LPG in Kranepuhl und steuert Traktoren und Mähdrescher.

Motorisierte Leidenschaft

1964 beziehen sie die erste gemeinsame Wohnung in Kranepuhl. Bis dahin lebten sie bei Fritz’ Eltern in Wüstemark. Der Kinder wegen hatten sie sich für den Umzug entschieden. Damit der Nachwuchs nicht mehr bei Wind und Wetter täglich drei Kilometer zur Schule nach Garrey laufen muss. 1970 kaufen sie in Niemegk das Haus, in dem sie noch heute leben.

Dann erzählen sie von ihrer gemeinsamen großen Leidenschaft: Fahrzeuge. Auf die erste Familienkutsche – ein Motorrad mit Seitenwagen – war 1966 das erste Auto gefolgt. Darauf mehr als 50 weitere. „Alle zwei Jahre ein anderes“, sagt Fritz Kase lachend und erzählt stolz, dass beide noch immer hinter dem Steuer sitzen. Und sie fahren leidenschaftlich gern Quad.

Pflaumenbaum steht noch

Irmgard Kase ist außerdem mit ihrem Motorroller und Fritz Kase mit dem Motorrad unterwegs. Von April bis Oktober geht es mit der 600er Honda beispielsweise jeden Freitag zum Eis essen. Bei der Gelegenheit kommen sie noch einmal auf den Pflaumenbaum vor Fritz Kases Elternhaus zu sprechen. „Er steht noch immer“, sagt der 85-Jährige.

Lächelnd ergänzt seine Ehefrau: „Vor drei Jahren haben wir uns unter dem Baum noch einmal fotografieren lassen.“ Am Ehrentag werden sie im Kreis der Familie sicher auch davon erzählen. Mit sieben Enkeln und sieben Urenkeln ist dieser mittlerweile ordentlich gewachsen.

Von Christiane Sommer

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