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Niemegk Karate-Hubschrauber nun doch in der Luft gegen Schädlinge
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Karate-Hubschrauber nun doch in der Luft gegen Schädlinge
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09:44 08.05.2019
Vom Gewerbegebiet in Niemegk aus konnte die Bekämpfung des Kiefernschädlings „Nonne“ per Hubschrauber am Dienstag nun doch starten. Quelle: Thomas Wachs
Niemegk

Jetzt fliegt er doch, der Karate-Hubschrauber. Mit einem Tag Verspätung und gegen juristische Widerstände hat von Niemegk aus am Dienstag die Bekämpfung des Forstschädlings „Nonne“ aus der Luft begonnen.

Genehmigung direkt vom Präsidenten

Seit 14 Uhr konnten Starts und Landungen im Gewerbegebiet erfolgen. „Dazu hatten wir die Genehmigung persönlich per Telefon vom Präsidenten des Landesamtes für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung in Frankfurt/Oder erhalten“, erklärt Karin Heintz am Nachmittag auf Nachfrage der MAZ. Sie ist die Chefin der für die Reviere im Hohen Fläming zuständigen Oberförsterei Dippmannsdorf.

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Am Dienstagvormittag war das Fluggerät noch am Boden geblieben angesichts des Widerspruchs der Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) gegen den Einsatz des Kontakt-InsektizidesKarate Forst flüssig“. Dabei herrschten diesmal optimale Wetterbedingungen. Der Wind hatte sich gelegt. Anders als noch am Vortag, als er zu heftig blies für den Gifteinsatz aus der Luft.

Tagesplan abgearbeitet

„Am Nachmittag konnten wir alle von Niemegk aus geplanten Flüge dann abarbeiten“, sagt Karin Heintz. Bis 17 Uhr sollten die kleineren Waldflächen bei Neu-Rietz sowie Haseloff-Grabow besprüht sein. Danach war die Umsetzung der Tanktechnik und des Hubschraubers zum neuen Einsatzplatz bei Linthe geplant. Auch dort sollte ein stark von dem Forstschädling befallenes Waldgebiet möglichst noch am Dienstagabend überflogen werden.

Für Mittwoch ist der Hubschraubereinsatz dann im Gebiet der Oberförsterei Lehnin geplant. „So das Wetter mitspielt“, sagt Karin Heintz einschränkend. „Doch könnte uns der für die Woche noch angesagte Regen einen Strich durch den Plan machen“. Zuständig für die Einsatzplanung des Hubschraubers ist Michael Kopka, Bereichsleiter für Wald- und Forstschutz beim Landesbetrieb Forst Brandenburg in Potsdam.

Wetter dirigiert den Einsatz

Der Experte bestimmt dann auch, wann der Karate-Hubschrauber nach dem Einsatz im Lehniner Raum in den nächsten Tagen abschließend über den Wäldern zwischen Neuendorf bei Brück und Borkheide seine Bahnen ziehen wird. Dort wartet die größte und am stärksten von den jungen Raupen des Nonnen-Falters befallene Fläche mit einer Größe von gut 1300 Hektar.

Erfolgskontrolle auf Tüchern

Einige Tage nach Abschluss der Schädlingsbekämpfung werden die Forstleute den Erfolg des Insektizid-Einsatzes dann überprüfen. „Dazu sind in den betreffenden Waldgebieten pro 200 Hektar jeweils Tücher mit einer Größe von einem Quadratmeter ausgelegt“, erklärt Oberförsterin Karin Heintz. Darauf werden die Raupen gezählt, die nach dem Kontakt mit dem Insektizid sofort sterben und von den Bäumen fallen.

Von Thomas Wachs

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