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Niemegk Karin Commichau: Seit 21 Jahren Bürgermeisterin für alle
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Karin Commichau: Seit 21 Jahren Bürgermeisterin für alle
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08:47 27.04.2019
Karin Commichau hat in Locktow ihre Heimat gefunden. Quelle: Josephine Mühln
Locktow

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. So lautet das Credo von Karin Commichau. An ihm richtet sie ihr Handeln als ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Planetal aus – und das bereits seit 1998. Ans Aufhören denkt die 68-Jährige deshalb aber noch nicht. Sie tritt bei der bevorstehenden Kommunalwahl erneut an.

„Es gibt noch viel zu tun in der Gemeinde Planetal, weil noch nicht alle Wünsche und Vorhaben angepackt und umgesetzt werden konnten – vor allem aus finanziellen Gründen“, sagt Karin Commichau. „Außerdem bin ich von Herzen gerne Bürgermeisterin und arbeite ebenso gerne mit Menschen zusammen. Ich kann zuhören und weiß, was die Menschen von der Kommunalpolitik erwarten – und setze mich damit in ihrem Interesse auseinander.“

Lösungsorientierte Zusammenarbeit

Sie wolle als Bürgermeisterin in Zusammenarbeit mit den Gemeindevertretern, Ortsbeiräten und der Amtsverwaltung weiterhin einen maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Gemeinde Planetal leisten und ihre ganze Kraft für die Belange der Bürger und die Bewahrung des dörflichen Zusammenhalts der Orte einsetzen, sagt Karin Commichau. Und wünsche sich dafür auch weiterhin eine lösungsorientierte Zusammenarbeit zwischen der Amtsverwaltung und den Kommunalpolitikern.

Karin Commichau ist froh, dass die Gemeinde in dieser Hinsicht gut aufgestellt ist. „Mit jüngeren, mittleren und älteren Kandidaten“, sagt sie. „Immerhin kandidieren 18 Bewerber für zehn Sitze in der Gemeindevertretung und genügend Bewerber für die Ortsbeiräte haben sich auch gefunden.“

Das Drachenfest auf dem Flugplatz bei Locktow ist jedes Jahr ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender. Es kommen auch Gäste von weiter her, wie Manuel Bertz vom Rixdorfer Drachenteam aus Berlin. Quelle: Victoria Barnack

Trotzdem: Es braucht Nachwuchs. Dessen ist sich auch die Bürgermeisterin bewusst. „Denn irgendwann bewerben sich die alten Hasen aus verschiedenen Gründen nicht mehr um ein Mandat, sodass wir auf die Jüngeren zählen.“ Vielleicht erntet Karin Commichau dann das, was sie bereits seit vielen Jahren sät.

„Die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen liegen mir sehr am Herzen. Die Zusammenarbeit begann gleich, nachdem ich zum ersten Mal als Bürgermeisterin gewählt wurde“, erzählt die Kommunalfachwirtin. „Am nächsten Tag haben die Kinder bei mir geklingelt und gesagt, sie würden sich einen Jugendclub wünschen. Daraufhin haben 1999 in Ziezow die ersten Umbaumaßnahmen im ehemaligen Ernte-Kindergarten begonnen.“

Jugendclub feiert Jubiläum

Auf das anstehende Jubiläum in diesem Jahr freuen sich bereits alle. Mittels einer Zukunftswerkstatt, die in Zusammenarbeit mit Ortsvorsteherin Sonja Welykanowycz sowie der Jugendkoordinatorin des Amtes, Anne Kollien, ausgerichtet wurde, sind die Bedürfnisse der jungen Nutzer neu ausgelotet worden. In der Gemeinde Planetal leben aktuell rund 90 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren.

>>> LESEN SIE AUCH: Das ist das Ergebnis der Zukunftswerkstatt

Überhaupt sei ihre Gemeinde kinder- und familienfreundlich, findet Karin Commichau. „Wir haben viele Vereine, Dorfgemeinschaftshäuser, in jedem Ort einen Spielplatz und eine Kita in Dahnsdorf in der Trägerschaft der Gemeinde. Bei uns steht die Traditionspflege hoch im Kurs – mit Osterfeuern, Fastnachten oder dem Reit- und Fahrturnier in Kranepuhl, um nur einige Feste zu nennen.“

Und all die Vorhaben und Wünsche, die noch nicht angepackt werden konnten? „Der Sanierungsrückstand bei Straßen und Gehwegen ist überall sichtbar“, sagt Karin Commichau. „Das sollte auf alle Fälle in Angriff genommen werden – ebenso wie die Sanierung des Gemeinderaumes in Mörz mit zeitgemäßer Ausstattung und separatem Zugang, sowie eine seniorengerechte Zuwegung am Dorfgemeinschaftshaus Kranepuhl. Beides ist unumgänglich.“

>>> Mehr zum Thema: Straßensanierung kann beginnen – nur wann?

Für die Zukunft wünsche sie sich außerdem ein gutes, einvernehmliches Miteinander aller Orte in der Gemeinde und gleichwertige Lebensverhältnisse – und natürlich einen Einwohnerzuwachs. Damit eng verbunden: Die Ausweisung von kleinen Wohnbauflächen, damit sich junge Familien ansiedeln und nicht wieder wegziehen, weil sie sich anderswo ein Haus bauen möchten.

„Auch Lückenbebauung in den Orten und Leerstände von Gebäuden sollten dafür mit in Betracht gezogen werden“, sagt Karin Commichau. „Wir müssen ein Leitbild für unsere künftige Entwicklung schaffen. Dabei geht es mir um die Fragen: Wo liegen unsere Stärken, wo unsere Schwächen?“, erläutert die Bürgermeisterin weiter.

Feierliche Eröffnung der neuen Ortsdurchfahrt in Ziezow mit (v.l.) Niemegks Amtsdirektor Thomas Hemmerling, Jan Bergler, Leiter des Kreisstraßenbetriebs Potsdam-Mittelmark, Planetals Bürgermeisterin Karin Commichau und Michael Hollax vom Kreisstraßenbetrieb Potsdam-Mittelmark. Quelle: Amt Niemegk

„Wenn wir Ziele setzen, dann sollten sie immer möglichst realistisch sein – und nicht nur Hoffnung wecken bei den Einwohnern. All das kann nur im Einvernehmen und gemeinsam von Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit erfolgen.“

Ein politisches Vorbild habe sie nicht, gesteht die Locktowerin, die vor mehr als 30 Jahren aus Halle/Saale zugezogen ist. „Aber ich bewundere einfach Menschen, die für die Gesellschaft etwas Gutes tun und nicht viel darüber reden“, so die 68-Jährige.

Von Josephine Mühln

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