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Niemegk Skulpturen aus Holz: Wie Markus Kunzer zur Kunst kam
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Skulpturen aus Holz: Wie Markus Kunzer zur Kunst kam
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18:22 07.01.2020
Markus Kunzer lebt seit 2016 in Mörz. Dort hat er eine Werkstatt, in der er vor allem Kunst aus Holz. Quelle: Josephine Mühln
Mörz

Es begann in Omas Keller. Mit Stadtwappen, Kirchen und den Betenden Händen von Albrecht Dürer. Das alles hat Markus Kunzer geschnitzt, damals, 1992, als er im Schnitzunterricht zum ersten Mal mit dem Werkstoff Holz in Berührung gekommen ist.

Mittlerweile sind die Dimensionen seiner Werke andere, teilweise weitaus größere. Der in Mörz lebende Künstler stellt in seiner Werkstatt Skulpturen her, außerdem Lampen, Kerzenständer, Stiftehalter in den unterschiedlichsten Formen. Und er malt Acrylbilder. „Das aber vor allem im Winter, wenn es draußen früh dunkel wird“, sagt der 39-Jährige. „Dann habe ich Lust, zu malen.“

In seiner Werkstatt in Mörz gestaltet Künstler Markus Kunzer vor allem Skulpturen aus Holz und CDs. Auch Lampen, Stiftehalter, Kerzenständer und Acrylbilder entstehen dort. Gelernt hat der 39-Jährige ursprünglich den Beruf des Malers und Lackierers.

Sein Steckenpferd aber, so bezeichnet Markus Kunzer es selbst, seien Skulpturen aus Holz und CDs. Darauf liege seine Konzentration, davon erhoffe er sich als Künstler am meisten. Drei solcher Werke stehen schon fertig bereit und könnten in einer Galerie präsentiert werden. „Zum Beispiel in der Achtzig-Galerie im Prenzlauer Berg in Berlin“, erzählt Markus Kunzer. „Die geben auch nicht-studierten Künstlern eine Chance.“

Denn gelernt hat er ursprünglich den Beruf des Malers und Lackierers in der Firma seines Onkels – und beendete die Zwischenprüfung auch als Kammerbester. „Die Ausbildung war mir trotzdem zu eintönig und ich wollte abbrechen“, erzählt Kunzer. „Die Rettung war der Wechsel in den ,Europapark Rust’. Da war jeder Tag anders und es herrschte weniger Druck als zuvor im Familienbetrieb.“ Dort habe er die Ausbildung schließlich beendet.

Mit einem Koffer nach Berlin

Für ein Dasein als Künstler sei seine damalige Heimatstadt Freiburg dennoch zu klein gewesen. „Ein größeres Dorf“, wie Markus Kunzer es ausdrückt. „Aber die Ausstellungen in der dortigen Gipsmanufaktur und im bayerischen Grattersdorf waren ein Ansporn, sich weiterzuentwickeln und die Kunst einem größeren Publikum zu präsentieren.“

Also habe er nur einen einzigen Koffer gepackt und sei nach Berlin gezogen, wo er zunächst eine Kreativwerkstatt in Friedrichshain mit aufbaute. Über einen Hof in Wittenberg (Sachsen-Anhalt), wo er sich mit den Themen Selbstversorger und Permakultur beschäftigte, kam der 39-Jährige dann im Jahr 2016 mit seiner Lebensgefährtin Maria Randina nach Mörz.

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„Ich mag den Spruch: ,Künstler leben schon immer in der Gesellschaft – aber nicht in der von heute, sondern von morgen.’, sagt Markus Kunzer. Außerdem bedeute das Künstler sein für ihn Freiheit und Kreativität. „Aber man sollte dennoch nicht zu beschränkt auf seine Kunst sein, sondern Teil der Gesellschaft bleiben“, sagt der gebürtige Baden-Württemberger weiter.

Auch Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen würden für ihn zu seiner Arbeit dazugehören. „Das ist meine Berufung. Ich sage immer, Künstler kann man nicht studieren – entweder man ist es, oder nicht. Und ich habe es nicht studiert, aber immer gefühlt.“

Die Skulptur „Friedensrakete“ aus Holz und CDs von Markus Kunzer. Quelle: Privat

Vorbilder habe er zwar keine. „Fantastische Kunst machen aber zum Beispiel ,Goldworthy’ sowie das Kollektiv ,Herakut’ – beide verbinden pixelgenaue und trashige Arbeiten, eine gesunde Mischung quasi“, findet Markus Kunzer.

Seine persönliche Inspiration sei vor allem die Natur. „Ich erinnere mich noch gut an einen Waldspaziergang vor zwölf Jahren, als ich ein bereits fertiges Kunstwerk inmitten der Natur fand“, erzählt der Wahl-Mörzer. „Die Skulptur sah aus wie ein Mensch, man konnte Proportionen und Muskeln erkennen. Formsprache und Ästhetik waren schon da – solche Sachen suche und finde ich.“

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Außerdem würden oft im Alltag Inspirationen zu ihm kommen. „Zum Beispiel, wenn ich etwas über ein Thema lese, das ich dann künstlerisch darstellen will. Die Inspiration ist in einem drin, als Funke, der ständig erscheinen kann.“

Es sei mancherorts schwierig, sich als Künstler ein Atelier oder eine Werkstatt zu leisten – vor allem in Städten. „Hier im Hohen Fläming war das einfach. Das ist ein Privileg, für das ich sehr dankbar bin“, sagt Markus Kunzer. „Und auch dafür, dass ich unterstützt werde und zum Beispiel unsere Nachbarn mitziehen und sich nicht daran stören, wenn ich mal mit lauteren Maschinen arbeite.“

Von Josephine Mühln

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