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Niemegk Rezeptsammelstelle abgelehnt: Apothekerkammer sendet falsches Signal
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Rezeptsammelstelle abgelehnt: Apothekerkammer sendet falsches Signal
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15:12 09.07.2019
Die Robert-Koch-Apotheke in Niemegk ist seit Frühjahr 2019 geschlossen. Quelle: Amt Niemegk
Niemegk

Jeder weiß, wie es sich anfühlt, krank zu sein. Die Nase läuft, der Hals kratzt, im Kopf pocht es bei jedem Schritt – kurz: Man will eigentlich nur im Bett liegen und sich ausruhen. Der Gang zum Arzt ist schon anstrengend genug. Mit dem Rezept in der Hand hofft man, dass es in der Apotheke nicht zu voll ist, damit man schnell wieder nach Hause kann.

Was aber, wenn es im Heimatort gar keine Apotheke mehr gibt und man sich erst noch in den Bus setzen und in die nächste Stadt fahren muss? Für die Einwohner Niemegks ist diese Situation gerade Alltag. Die Robert-Koch-Apotheke ist seit Mai geschlossen, einen Nachfolger gibt es nicht. Wer nach dem Arztbesuch Medikamente benötigt, muss nach Bad Belzig oder Treuenbrietzen.

Medikamente per Bote bis nach Hause

Wie gut, dass es Menschen wie Antje Aepler gibt – selbst Apothekerin – die den Niemegkern gleich zur Seite springen und helfen wollen. Mittels einer Rezeptsammelstelle hätte sie die Medikamentenwünsche der Patienten täglich abgefragt und die benötigten Sachen per Bote bis zu den Betroffenen nach Hause bringen lassen.

Allerdings wurde ein entsprechender Antrag für eine solche Sammelstelle von der Landesapothekerkammer Brandenburg abgelehnt. Und wer die Begründung liest, der bleibt einigermaßen ungläubig zurück. Für seine Medikamente nach Bad Belzig oder Treuenbrietzen zu fahren, sei vollkommen legitim, heißt es da sinngemäß. Schließlich würden von Niemegk aus oft genug Busse in die beiden Städte fahren.

>>> Lesen Sie auch: Apotheke geschlossen: Landeskammer lehnt Rezeptsammelstelle dennoch ab

In der Theorie mag das zwar stimmen, aber natürlich wird dabei außer Acht gelassen, dass die Patienten ja nicht nur aus Niemegk selbst kommen, sondern auch aus den amtsangehörigen Dörfern – womit sich der Anfahrtsweg teils wesentlich verlängert. Dazu kommt, dass, wer auf Medikamente angewiesen ist, auch krank ist. Denjenigen dann womöglich noch für mehrere Stunden übers Land zu schicken, ist schlicht unverantwortlich.

Immer wieder ist die Rede davon, dass die ländlichen Gegenden nicht abgehängt werden dürfen. Dass sie als Lebensräume attraktiv bleiben müssen. Aber wenn es dann wirklich drauf ankommt, scheinen all die guten Vorsätze schnell vergessen. Die Landesapothekerkammer jedenfalls hat mit ihrer Ablehnung ein falsches Signal gesendet.

Gespräch im August in Aussicht

Antje Aepler hat natürlich Widerspruch eingelegt und auch Amtsdirektor Thomas Hemmerling setzt sich zusammen mit Niemegks Bürgermeister Hans-Joachim Linthe dafür ein, dass sich das Blatt noch wendet und Niemegk zumindest die angedachte Rezeptsammelstelle bekommt. Laut Gesundheitsministerium ist beiden ja ein Gesprächstermin im August in Aussicht gestellt worden. Es gibt also noch Hoffnung, dass die Anstrengungen aller Beteiligten Früchte tragen und das Ganze zu einem vorzeigbaren Ende findet.

Von Josephine Mühln

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