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Niemegk Glückliche Wendung: Apothekerkammer genehmigt Rezeptsammelstelle
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Glückliche Wendung: Apothekerkammer genehmigt Rezeptsammelstelle
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14:02 15.07.2019
Die Rezeptsammelstelle für Niemegk ist doch noch von der Landesapothekerkammer genehmigt worden. Bürgermeister Hans- Joachim Linthe und Apothekerin Antje Aepler bringen den Kasten am Tor zum Rathaus an.
Die Rezeptsammelstelle für Niemegk ist doch noch von der Landesapothekerkammer genehmigt worden. Bürgermeister Hans- Joachim Linthe und Apothekerin Antje Aepler bringen den Kasten am Tor zum Rathaus an. Quelle: Josephine Mühln
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Niemegk

Niemegk bekommt nun doch eine Rezeptsammelstelle, um die Einwohner der Stadt und aus den umliegenden Dörfern auch zukünftig zuverlässig mit Medikamenten versorgen zu können. Ab Dienstag können Patienten ihre Rezepte in einen eigens dafür angebrachten Briefkasten einwerfen. Dieser hängt an dem Eisentor, das vom Marktplatz aus zum Hof des Rathauses führt. Die Genehmigung der Landesapothekerkammer ist aber zunächst bis zum Jahresende befristet.

Die Sammelstelle betreibt die Fläming-Apotheke aus Straach (Sachsen-Anhalt). Der Kasten wird täglich geleert – alle Rezepte, die bis 12 Uhr eingeworfen werden, gehen dann mit. Wichtig ist, dass auf den Rezept-Bestellungen Name, Vorname, Adresse und – wenn möglich – auch eine Telefonnummer des Empfängers stehen. Außerdem ein Hinweis, ob die Bestellung in der Apotheke abgeholt werden kann oder gebracht werden soll.

Seit April für Vorhaben eingesetzt

„Das muss sich jetzt natürlich alles einspielen“, sagt Antje Aepler, die die Idee für die Rezeptsammelstelle hatte. Gemeinsam mit Amtsdirektor Thomas Hemmerling und Niemegks Bürgermeister Hans-Joachim Linthe hat sich die Apothekerin bereits seit April für die Umsetzung des Vorhabens eingesetzt.

Wie berichtet, war ein entsprechender Antrag zuletzt von der Landesapothekerkammer Brandenburg abgelehnt worden. Laut der jetzigen Genehmigung sei in dem ursprünglichen Antrag die große ländliche Struktur des Amtsgebietes nicht ersichtlich gewesen, erläutert Antje Aepler.

>>> Mehr zum Thema: Landeskammer lehnt Rezeptsammelstelle ab

Die Freude über die positive Wendung ist entsprechend groß. „Ich hatte schon nicht mehr daran geglaubt, dass das noch was wird“, gesteht Bürgermeister Hans-Joachim Linthe. „Deshalb war ich besonders überrascht, als die Nachricht kam – und bin heilfroh darüber.“

Er habe in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder von Einwohnern der Stadt und aus den Dörfern gehört, die die Entscheidung nicht verstehen konnten, berichtet Thomas Hemmerling. „Es ist super, dass das doch noch geklappt hat“, resümiert auch er. „Die Schließung der Apotheke war ein ganz schöner Einschnitt – gerade auch für die Bewohner in den Randlagen des Amtsgebietes.“

Langfristiger Wunsch ist eine Apotheke

Das langfristige Ziel solle natürlich wieder eine Apotheke in der Stadt sein. „Aber bis es soweit ist, kann es nicht sein, dass es gar keine Alternative gegeben hätte. Und wenn schon eine Apothekerin kommt und anbietet, ein so erprobtes Modell auch bei uns umzusetzen, dann ist das doch toll und sollte angenommen werden“, sagt der Amtsdirektor weiter.

„Wir hoffen jetzt natürlich, dass die Rezeptsammelstelle gut angenommen wird, damit sich das Ganze lohnt – denn es ist auch für uns ein Kostenfaktor und mit Aufwand verbunden“, sagt Antje Aepler. „Wir werden uns bei den Rezept-Bestellungen mit den Nutzern in Verbindung setzen und individuelle Lieferzeiten vereinbaren. Das Ganze soll natürlich trotzdem ökonomisch bleiben – nach Möglichkeit soll nicht jedes Dorf jeden Tag angefahren werden.“

Von Josephine Mühln