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Niemegk Nein zum alten Familienbild, Ja zum Grundeinkommen: Das wollen Menschen in Niemegk
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Nein zum alten Familienbild, Ja zum Grundeinkommen: Das wollen Menschen in Niemegk
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14:53 22.08.2019
Mitbestimmung: Zwei 13-jährige Niemegker entscheiden sich. Anne Kollien, Jugendkoordinatorin für das Amt Niemegk, erklärt das Prinzip. Quelle: Johanna Uminski
Niemegk

Das interaktive Wahl-Tool aus dem Internet, den Wahl-O-Mat, gibt es auch analog. Der Wahl-O-Mat zum Aufkleben tourt durch Brandenburg und hat jetzt im Niemegker Jugendclub Halt gemacht. Angesprochen von der Aktion sollen sich vor allem Jungwähler fühlen, aber auch alle anderen Wähler, die sich vorher noch einmal informieren möchten.

„Die Erstwähler sind die Zukunft von Brandenburg“, betont Stephanie Winter vom Landesjugendring Brandenburg. Im Land gebe es einen massiven Rechtsruck. „Die Jugendlichen müssen gut aufgeklärt werden“. ist sie überzeugt.

Wahl-O-Mat macht Halt in Niemegk

Etwas unsicher stehen zwei 13-Jährige vor den zwei mal zwei Meter großen Plakaten, arbeiten sich durch die insgesamt 38 Thesen zu politischen Themen wie Verfassungsschutz, Tierschutz und Schulbildung. Die beiden Niemegker sind froh, dass sie noch nicht wählen müssen. „Ich habe es noch nicht nötig zu wählen“, sagt der Schüler, dem vor allem Themen zur Umwelt am Herzen liegen. „Wichtig ist mir das Thema Umweltverschmutzung und dass wir nicht so viel Müll wegwerfen.“

Das Prinzip ist einfach: Wer eine These zustimmt, setzt einen grünen Aufkleber auf das Blatt mit der These. Bei Ablehnung, klebt man eine rotes Zettelchen auf das Thesenblatt.

Sein gleichaltriger Freund hat einen anderen Ansatz. „Mir ist die Umwelt auch wichtig, aber ich verstehe nicht, warum Dieselfahrzeuge nicht mehr überall hinfahren dürfen. Vielleicht könnte man eine andere Sache abschaffen“, sagt er. Auch er sei froh, dass er noch nicht wählen muss.

Wahl-O-Mat: Grüne und rote Punkte zum Aufkleben

Der Wahl-O-Mat zum Aufkleben funktioniert wie ein Lochkartensystem. Der Nutzer kann eine Zustimmung oder Ablehnung zu einer Frage mit einem grünen oder roten Aufkleber zeigen.

Das Ergebnis wird vor Ort berechnet und ausgedruckt.

Umgesetzt wird diese Aktion vom Landesjugendring Brandenburg in Kooperation mit der Brandenburgischen Landeszentrale und der Bundeszentrale für politische Bildung.

Man kann den Wahl-O-Mat auch im Internet nutzen. Weitere Informationen unter www.bpb.de

Auf Durchreise sind Jana Ziemainz und ihre Familie aus Erlangen (Bayern). Auf ihren Weg nach Mecklenburg-Vorpommern machen sie Pause in Niemegk. Mit ihrem 13-jährigen Sohn kämpft sie sich durch die politischen Thesen. „Wir sind allseits interessiert. Auch wenn wir in Brandenburg nicht wohnen, machen wir hier mit“, sagt die Mutter.

Die Online-Variante des Wahl-O-Mates kenne sie bereits, die Variante zum Aufkleben nicht. „Ich finde das interessant. Man kann sich ein Überblick über die Themen machen, die gerade aktuell sind.“ Ihr 13-jähriger Sohn Paul liest die Thesen laut vor. Wichtig ist ihm, dass er zu den Fragen seine eigene Meinung mitteilen kann. „Ich schaue schon, wer bei den Landtagswahlen in Bayern oder bei der Bundestagswahl gewählt wird“, sagt der politisch interessierte Jugendliche.

Motivieren und Interesse wecken

Beim Wahl-O-Mat zum Aufkleben gehe es um mehr, als nur seine grünen und roten Punkte auf den Plakaten zu verteilen. „Die Idee ist, zu den Leuten zu gehen und die Menschen, die mit dem Thema nichts zu tun haben, zu motivieren und ihr Interesse zu wecken.“, sagt Winter. Angesprochen fühlen sollten sich vor allem die Erstwähler, die ab 16 Jahren zum ersten Mal ihre Stimme abgeben dürfen.

Die studentischen Hilfskräfte vom Landesjugendring Brandenburg sind viel in Jugendclubs und Schulen unterwegs. Die Erfahrungen dort zeigen, dass einige Jugendliche den Wahl-O-Mat aus dem Internet bereits kennen. „Beim Wahl-O-Mat zum Aufkleben können Jugendliche miteinander diskutieren und ihre ersten Erfahrungen sammeln, auch wenn sie politisch nicht interessiert sind“, erklärt Winter den Vorteil des Wahl-O-Mat zum Aufkleben.

Überraschungsmomente beim Wahl-O-Mat zum Aufkleben

Dabei habe der ein oder andere Schüler auch schon ein Überraschungsmoment erlebt, berichtet die 31-Jährige. „Manche haben festgestellt, dass ihre Meinung sich nicht mit der ursprünglich vermuteten Partei, sondern doch mit einer anderen überschneidet.“ Zudem können sich die Jugendlichen so auch einen Überblick über die Parteienlandschaft verschaffen.

Von Johanna Uminski

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