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Niemegk Neue Projektidee für Freizeitspaß auf Schuttbergen
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Neue Projektidee für Freizeitspaß auf Schuttbergen
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13:53 30.08.2019
Zur Nachnutzung des Tontagebaugebietes Niemegk gibt es jetzt Ideen für eine Freizeitanlage von Hans-Joachim Urmann und Kerstin Panzner. Auch der Abgeordnete Hans-Dieter Scherz (li.) unterstützt sie. Quelle: Thomas Wachs
Niemegk

Die Suche nach Nutzungsmöglichkeiten für die bald komplett renaturierten Schuttberge im alten Tontagebaugebiet am Stadtrand von Niemegk bringt immer wieder neue Ideen hervor. Jetzt könnte die Stadt Niemegk mit einem eigenen Projekt für ein vielseitige Freizeitanlage auftrumpfen.

Das zumindest schwebt dem Stadtverordneten Hans-Joachim Urmann (Die Linke) und seiner Partnerin Kerstin Panzner vor. Als Vorsitzender des Ausschusses für das Tontagebaugebiet und Tourismus hat er seine ersten Ideen am Donnerstagabend den Ausschussmitgliedern präsentiert. Einstimmig gab es Unterstützung. Nun soll die Stadtverordnetenversammlung nächste Woche entscheiden, ob das Projekt intensiviert werden sollte.

Privates Gelände im Blick

Dann könnten ein konkretes Konzept erarbeitet sowie Fördergeld und ein Betreiber für die Freizeitanlage gesucht werden. Sie soll entstehen auf dem privaten Gelände, der inzwischen im südlichen Bereich des alten Tontagebaugebietes fast komplett renaturierten Halde mit Bauschutt.

Seit Jahren wird das alte Tontagebaugebiet als Deponie für Bauschutt genutzt. Quelle: Thomas Wachs

Das Areal gehört Firmen der Unternehmerfamilie um Christian und Ulrich Pietrucha. Sie nehmen dort aktuell noch letzte Lastwagen-Ladungen an mit Bauschutt und Bodenaushub, um das Deponiegelände abschließend zu profilieren für die Renaturierung.

Im südlichen Bereich fand kürzlich eine Begehung statt mit Vertretern der Deponie-Betreiber, des Landesbergamtes sowie der Stadt Niemegk. „Die meisten der hergerichteten und beprobten Flächen im Süden könnten bald aus der Aufsicht des Bergamtes entlassen werden“, erklärt Hans-Joachim Urmann.

Verschiedene Firmen beteiligt

Das Tonabbaugebiet Niemegk umfasst drei Restlöcher und Seen auf einer Fläche von 45 Hektar.

Die Chris-Cat-GmbH Niemegk, ein Unternehmen der Familie Pietrucha, ist seit Januar 2008 Betreiberin des Gebietes.

Zwischenzeitlich hatte die Siba-Gesellschaft für Kultivierung, Erschließung und Verwaltung von Industriegeländen mbH (Siba) unter Leitung von Grubenbesitzer Ulrich Pietrucha das Areal bewirtschaftet.

Ursprünglich hatte die Niemegker Grundstücksverwaltungs GmbH – so hieß die erste Unternehmung von Ulrich Pietrucha – das Bergbaugelände von der Treuhand erworben.

Im Besitz des Niemegker Unternehmers ist zudem ein zweites ehemaliges Tonabbaugebiet in der Marienthaler Trottheide im Landkreis Oberhavel, nördlich von Berlin. Wegen langjähriger Gerichtsverfahren liegt dies brach.

Ihm schwebt vor, zunächst ein etwa zehn Hektar großes Gelände nördlich der Friedhofsstraße einschließlich des ersten Teiches im alten Tonbaugebiet zu entwickeln. Im Gespräch sei zunächst ein Freilufttheater mit 600 Plätzen. „Es könnte gemeinsam mit unserem Theaterverein betrieben werden und sich Jahr für Jahr aufbauen bei Stücken mit regionalem Bezug“, so Urmann. „Beginnen könnten wir mit Michael Kohlhaas“. Die Novelle von Heinrich von Kleist hat Bezüge zum Fläming.

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In späteren Schritten schwebt den Akteuren ein Freilichtmuseum zur Thematik Fläming/Flandern vor. Das soll an die Besiedlung der Region durch Flamen erinnern. Erwogen werden für jede Epoche Darstellungen, wie die Menschen damals lebten. „Angefangen von den Slawen über die Einwanderungen der Flamen und das Mittelalter bis in die Neuzeit mit dem Tonabbau und dem Ziegelwerk“, erklärt Urmann. Ein Regionalladen sowie Gastronomie und womöglich ein Streichelzoo könnten weitere Ausbaustufen sein.

Die meisten der vom Bergamt beprobten Flächen im Süden der Schuttdeponie im Tontagebaugebiets Niemegk sind schon freigegeben. Quelle: Thomas Wachs

Auch Wasseraktivitäten für Kinder, Wanderwege und Fitnesspfade könnten das schon jetzt teilweise von Anglern und Badegästen genutzte Areal mit drei alten Tonteichen als Freizeitstätte bereichern.

Circa 30 Arbeitskräfte geplant

Hans-Joachim Urmann rechnet mit einem Bedarf von circa 30 Arbeitskräften. „Die Hälfte davon werden aber wohl Saisonkräfte sein, die nur im Sommer benötigt werden.“ Vorstellungen zu den Gesamtkosten gebe es noch nicht. Diese sollen in nächsten Schritten über eine Wirtschaftlichkeitsprüfung zum Konzept ermittelt werden, „so die Stadtverordneten grünes Licht geben zu der Projektidee“, sagte Urmann.

Zur Nachnutzung des Tontagebaugebietes Niemegk gibt es jetzt Ideen für eine Freizeitanlage an den Teichen vor den Toren der Stadt. Quelle: Thomas Wachs

Ergänzt werden könnte dieses Konzept später durch Ideen, die von der Unternehmerfamilie Pietrucha schon mal verfolgt worden waren. Dabei ging es beispielsweise schon um Ferienhäuser oder Rodelbahnen für Sommer und Winter auf dem gut 85 Meter über Meeresspiegel hohen Schuttberg.

Positive Signale

Pietruchas sind nach ersten Gesprächen offen für unsere Ideen“, erklärt Hans-Joachim Urmann in der Sitzung des Ausschusses. Die Unternehmer könnten ihr Gelände verpachten oder die Freizeitanlage selbst betreiben. Positive Signale gebe es auch von Eveline Vogel von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Potsdam-Mittelmark. „Vor allem wegen des Alleinstellungsmerkmals für Museum und Theater im Fläming“, erklärte der Stadtverordnete.

Klinken putzen auf der Suche nach Fördergeldern möchte er auch bei der Lokalen Arbeitsgruppe Fläming/Havel (LAG) sowie bei der ILB, der Investitionsbank des Landes Brandenburg. Kontakte gesucht habe Urmann auch schon zu Verein Fläming/Flandern in Wittenberg.

Von Thomas Wachs

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