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Niemegk Niemegk: 500 Vögel bei Rassegeflügelschau
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Niemegk: 500 Vögel bei Rassegeflügelschau
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16:10 25.11.2018
Die Sächsischen Schnippen stammen vom Züchter Holger Schulze aus Zahna. Die Tauben waren in einem großen Vogelkäfig, einer Voliere untergebracht. Hier kam ihr auffälliges Fußwerk zur Geltung. Es wird in Züchtersprache „Latschen“ genannt.
Die Sächsischen Schnippen stammen vom Züchter Holger Schulze aus Zahna. Die Tauben waren in einem großen Vogelkäfig, einer Voliere untergebracht. Hier kam ihr auffälliges Fußwerk zur Geltung. Es wird in Züchtersprache „Latschen“ genannt. Quelle: Michaela Weiss
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Niemegk

Vögel flattern und gackern in der Niemegker Stadthalle „Lindenhof“, Züchter begutachten jedes Detail der Tiere. 340 Tauben verschiedener Arten sowie 160 Hühner und Zwerghühner wurden bei einer großen Rassegeflügelausstellung gezeigt.

Diesmal war die Fläming -Rassegeflügelschau zugleich auch die Kreisverbandsschau Potsdam. Hier präsentierten 37 Züchter aus Bad Belzig, Niemegk, Reetz, Wiesenburg, Görzke sowie aus Michendorf, Werder und Glindow ihre Tiere.

Artenvielfalt bei den Tauben

Neben Rassegeflügel konnten Besucher auch sogenannte Wirtschaftsrassen bestaunen. Diese Exemplare werden ausschließlich für die Eier- und Fleischproduktion gezüchtet. Die größte Vielfalt bieten seit über 100 Jahren die Tauben. „Es gibt Formtauben, die nach Kopf und Form bewertet werden, weiterhin sind in der Ausstellung Sächsische Farbentauben und Mövchen vertreten, die überwiegend aus dem Orient, aber auch aus Europa stammen“, sagt Züchter Hans-Joachim Tietz.

Sechs Preisrichter bewerteten die Tiere. Die speziell qualifizierten Jurymitglieder reisten aus Magdeburg, Cottbus und Berlin an. Sie beurteilen unter anderem Augenfarbe, Kopfform, Schnabeleinbau und Flügelhaltung der Vögel.

Züchter sieht für Tiere keinen Stressfaktor

Ob eine Rassegeflügelausstellung ein Stressfaktor für die Tiere ist, beantwortet Hans-Joachim Tietz. „Bereits Tage vorher werden die Tiere langsam daran gewöhnt, dass sie während der Ausstellungszeit in artgerechten Käfigen oder Voilieren untergebracht sind. Somit kennen sie die Situation und können relativ stressfrei damit umgehen“, sagt der Züchter.

Außerdem würden die Tiere nicht andauernd mit Transport und Ausstellungen konfrontiert. Selbst wenn Züchter an mehreren Ausstellungen pro Jahr teilnehmen, finden diese laut Tietz mit verschiedenen Tieren statt. Deshalb würden einzelne Vögel höchstens einmal pro Jahr eine Ausstellung besuchen. „Die Züchter sind zugleich Tierliebhaber, so hat ein ruhiger und artgerechter Ablauf zum Wohl ihrer Tiere Priorität“, äußert Tietz weiter.

Zahl der Geflügelzüchter rückläufig

Grundsätzlich seien schon immer mehr Tauben als Hühner gezüchtet und ausgestellt worden, kommentiert Tietz. Die Zahl der Geflügelzüchter ist in den letzten Jahren rückläufig. Gründe dafür sieht der Niemegker darin, dass kaum noch jemand Zeit für ein derart aufwendiges Hobby habe. Die junge Generation sei vielmehr damit beschäftigt, die eigene Existenz zu sichern, als sich umfassend mit kosten- und pflegeintensivem Geflügel zu befassen.

Übrigens gibt es langschnäblige und kurzschnäblige Tauben. Letztere können ihren Nachwuchs nicht ideal füttern, die Brieftaube hingegen ist mit ihrem längeren Schnabel eher dazu geeignet. Sie wird daher gern als Ersatzmutter eingesetzt, in der Züchtersprache „Amme“ genannt.

Von Michaela Weiss