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Niemegk Bewerbungen? Fehlanzeige: Grundschule findet keinen Sozialarbeiter
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Bewerbungen? Fehlanzeige: Grundschule findet keinen Sozialarbeiter
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19:12 30.09.2019
An der Niemegker Robert-Koch-Grundschule fehlt seit Mai ein Schulsozialarbeiter. Quelle: Josephine Mühln
Niemegk

Offen, verständnisvoll und herzlich – so sollte ein Schulsozialarbeiter sein, damit er an die Niemegker Robert-Koch-Grundschule passt. „Alles andere ergibt sich“, sagt Schuldirektor Norbert Glowe.

Bereits seit Mai ist die Stelle der Schulsozialarbeit in Niemegk vakant. „Ich führe zwar immer mal wieder Gespräche, aber für die ausgeschriebenen 20 Stunden finden sich kaum Bewerber“, sagt Kathleen Berger, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks für den Landkreis Potsdam-Mittelmark, das als Träger fungiert.

Markt mittlerweile erschöpft

„Das kann niemand leisten, auch wenn er den Beruf noch so sehr liebt. Bei 20 Stunden brauchen die meisten einen Zweitjob.“ Zudem sei der Markt mittlerweile erschöpft. „Der Fachkräftemangel ist auch im Hohen Fläming angekommen“, sagt Kathleen Berger weiter.

Um die Stelle attraktiver zu machen, habe die Schule über die Stadtverordneten eine Aufstockung auf 30 Stunden beantragt, sagt Norbert Glowe. „Die Entscheidung liegt bei der Stadt, weil sie sich finanziell an den Personalkosten für die Schulsozialarbeit beteiligt“, ergänzt Kathleen Berger. Deshalb sei das Ganze am Ende immer auch eine Geldfrage.

Jugendhilfeausschuss entscheidet

Das Diakonische Werk Potsdam-Mittelmark ist einer der Träger für die Schulsozialarbeit im Landkreis.

Die Kommunen melden beim Landkreis ihren Bedarf an Schulsozialarbeit an – zum Beispiel die Erhöhung der Stundenzahl, eine neue Kraft oder eine zusätzliche Kraft.

Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises entscheidet dann über diese Bedarfe. Für Potsdam-Mittelmark wurden im April acht neue Stellen bewilligt.

Die Entscheidung über die Aufstockung in Niemegk ist noch nicht endgültig gefallen. Bei den Stadtverordneten war auch über eine 40-Stunden-Stelle diskutiert worden. Der Beschlussantrag wird daher noch mal überarbeitet und geht zunächst zurück in den Finanzausschuss.

Und erst wenn die Entscheidung über die Stundenzahl gefallen ist – also was sich die Stadt leisten kann und will – wird der Bedarf beim Landkreis angemeldet, der dann eine Zu- oder Absage erteilt.

„Aus unserer Sicht sind für die Schule in Niemegk 30 Stunden das Optimum – auch, um die Ferienzeit rauszuarbeiten“, sagt Kathleen Berger weiter. „Es gibt Stellen mit 40 Stunden, zum Beispiel in Schulzentren. Dann decken die Mitarbeiter unter anderem zusätzlich Angebote in den Ferien ab.“

Er sei als Schulleiter froh, wenn seine Einrichtung die 30-Stunden-Stelle zugesagt bekomme, sagt Norbert Glowe. „Das wäre schon eine Verbesserung. Man muss natürlich auch die Finanzierung sehen, aber Arbeit wäre da für mindestens 30 Stunden – und für die Kinder ist es auch ein großes Plus, wenn jeden Tag jemand vor Ort ist.“

Kathleen Berger ist Geschäftsführerin des Diakonischen Werks im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Quelle: Christiane Sommer

Er wünsche sich für die Stelle jemanden, der auf Kinder und Lehrer zugehe, Projekte initiiere und diese dann auch selber durchführe. „Eigeninitiative zu entwickeln ist ganz wichtig“, sagt der Pädagoge. Und: „Eine Grundschule ohne Schulsozialarbeiter ist schwieriger. Wir gehen die Probleme zwar trotzdem an, aber ein Schulsozialarbeiter ist einfach eine Bereicherung und wichtige Unterstützung.“

Dadurch könnten viele Problemlagen – zum Beispiel in den Pausen oder auch zwischen Eltern und der Schule – besser abgefedert werden. Außerdem habe sich die Streitschlichterausbildung für die Schüler über die Jahre sehr bewährt, die ebenfalls von der Schulsozialarbeit durchgeführt wurde. „Das fehlt jetzt. Die Kinder haben nicht die Möglichkeit, sich als Streitschlichter zu bewähren und sind als solche auch optisch nicht mehr wahrnehmbar“, sagt Norbert Glowe.

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„Weitere Angebote wie die Mädchenrunde oder Präventionsprojekte – zum Beispiel zum Thema Mobbing – liegen ebenfalls gerade auf Eis“, zählt der Schulleiter weiter auf. „Das Projekt ’Klasse 2000’ hatte schon Tradition, das wird jetzt nebenbei von den Lehrern gestemmt.“

Auch Kathleen Berger weiß um die Notwendigkeit eines Schulsozialarbeiters. „Die Lehrer haben mit der Bildung und teilweise Erziehung der Schüler zu tun, es gibt aber natürlich noch andere Problemlagen – Streit in der Familie oder mit dem Lehrer“, sagt die Geschäftsführerin des Diakonischen Werks.

Aufstockung auch in Brück und Borkheide

„Der Sozialarbeiter soll eine neutrale Person sein, ein Puffer zwischen den Beteiligten. Für die Arbeit mit den Eltern, mit Behörden, mit Lehrern und auch bei Konflikten zwischen den Schülern.“ Er sei zudem ein Mittler, der gut auf sein Netzwerk und weiterführende Hilfsangebote sowie Beratungsstellen verweisen könne. „Der Schulsozialarbeiter soll Kinder und Eltern an der Schule begleiten“, schließt Kathleen Berger.

Mit ihrem Wunsch nach Aufstockung der Stunden ist die Niemegker Schule indes nicht allein. Auch für die Oberschule in Brück sowie die Grundschule in Borkheide waren entsprechende Anträge gestellt worden, wie Hauptamtsleiter Lars Nissen vom Amt Brück auf MAZ-Anfrage bestätigt.

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„In der Oberschule war bis zum Ende des Schuljahres 2018/2019 eine Schulsozialarbeiterin mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 30 Stunden beschäftigt, in Borkheide waren 20 Stunden pro Woche durch die Kreisverwaltung genehmigt“, erläutert Lars Nissen. „Bereits seit vielen Jahren war zudem die Einrichtung einer Schulsozialarbeiterstelle an der Grundschule in Golzow beantragt worden.“

Mit Beschluss des Jugendhilfeausschusses des Landkreises seien nun die Schulsozialarbeiterstellen in Brück – von 30 auf 40 Stunden – und Borkheide – von 20 auf 30 Stunden – aufgestockt sowie in Golzow erstmalig eine feste Stelle bewilligt worden.

Von Josephine Mühln

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