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Niemegk Rätselraten nach Großbrand im Agrarbetrieb Zixdorf
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Rätselraten nach Großbrand im Agrarbetrieb Zixdorf
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15:06 10.05.2018
Der Strohballenbrand bei der Agrargenossenschaft Flämingland in Zixdorf sollte nun gelöscht sein. Quelle: René Gaffron
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Zixdorf

Im Strohlager auf dem Gelände der Agrargenossenschaft Flämingland hat es am Montagnachmittag nochmals gebrannt. Deshalb waren erneut Dutzende Feuerwehrleute aus dem Amt Niemegk und der Stadt Treuenbrietzen acht Stunden lang im Löscheinsatz. Das hat Tobias Grabo bestätigt. „Bei der aktuellen Trockenheit reicht ein Windstoß, um ein Glutnest neu zu entfachen“, erklärte der stellvertretende Niemegker Amtsbrandmeister.

Schon am Wochenende hatte er den Einsatz der Kameraden koordiniert. Aus bislang ungeklärten Gründen waren mehr als 600 unter freiem Himmel lagernde Ballen in Flammen aufgegangen. Brandstiftung wird auf Grund der Indizien stark vermutet.

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Einsatzleiter beim Großbrand in Zixdorf: Tobias Grabo Quelle: René Gaffron

Offiziell gibt es zur Ursache keine Aufschlüsse „Nach den Löscharbeiten waren aus kriminaltechnischer Sicht keinerlei verwertbares Spurenaufkommen mehr vorhanden“, teilte die Polizeidirektion West auf MAZ-Anfrage mit. Darüber hinaus sollten aus Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen noch keine näheren Angaben gemacht werden. Auch die mutmaßliche Sabotage gegen das Unternehmen, als zweimal binnen sechs Wochen die Kühe nachts aus dem Stall frei gelassen wurden, ist bislang nicht aufgeklärt.

Ort wünscht sich Gewissheit

„Ob und wie genau diese Ereignisse im Zusammenhang stehen, darüber macht sich wohl fast jeder Einwohner in Garrey-Zixdorf individuell seine Gedanken“, sagt Andreas Grünthal. Er ist Vorsteher für beide Orte und gewiss, dass es sich nicht um eine Reihe von Zufällen handelt. Niemand sei ihm – zum Glück – eingefallen, der für solche Taten in Frage käme. Nun hofft der Dorfchef, dass er Recht behält und möglichst bald die Zweifel ausgeräumt sind. „Es gibt keine aufgeregte Stimmung, aber jeder ist doch von den Ereignissen irgendwie berührt“, sagt Andreas Grünthal. Nicht zuletzt mit Blick auf die Ortsfeuerwehr sowie die rund 40 betroffen Beschäftigten des Agrarbetriebes.

Berufskollegen könnten notfalls helfen

Genossenschaftsvorstand Klaus Grieger und seine Mitstreiter können sich zumindest auf die Solidarität der Berufskollegen verlassen. Silvia Wernitz vom Kreisbauernverband Potsdam-Mittelmark hatte ein Telefonat angekündigt. „Dann werden wir erfahrenen, ob und wie Unterstützung geleistet werden kann“, so die Geschäftsführerin. Bei Bedarf sei es üblich, Stroh zur Verfügung zu stellen. Nach ihrer Erkenntnis handelt es sich jedoch um einen Einzelfall. Ähnliche Attacken auf Landwirte im Hohen Fläming seien ihr noch nicht zu Ohren gekommen.

Von René Gaffron