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Niemegk Bürgermeister Ralf Rafelt tritt ab
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Bürgermeister Ralf Rafelt tritt ab
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07:21 06.05.2019
Ralf Rafelt aus Groß Marzehns ist seit 2014 Bürgermeister der Gemeinde Rabenstein/Fläming. Quelle: Josephine Mühln
Groß Marzehns

 Sein Ende ist bereits seit zwei Jahren beschlossene Sache. Nach einer Amtszeit als ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Rabenstein/Fläming tritt Ralf Rafelt am 26. Mai nicht erneut an. Stattdessen geht Rädigkes Ortsvorsteher Siegfried Frenzel dann ins Rennen.

„Ich war mein Berufsleben lang als Offizier bei der Armee und bin nicht oft zu Hause gewesen – in den vergangenen 17 Jahren eigentlich immer nur am Wochenende“, erzählt der 62-Jährige. „Und als ich dann in Pension gegangen bin und Bürgermeister wurde, war ich zwar zu Hause – aber irgendwie auch nicht. Denn die meisten Veranstaltungen sind nachmittags oder abends.“ Das sei eine Belastung gewesen. „Meine Frau ist noch berufstätig und wenn sie nach Hause kam, war ich oft weg.“

Politisch engagiert seit 1993

Denn wenn man das Amt des Bürgermeisters ernst nehme, dann sei man viel unterwegs, sagt Ralf Rafelt weiter. „Man kann es so machen oder so, das ist eine Frage der Persönlichkeit. Aber wenn ich ein Amt übernehme, dann mache ich das richtig – und nicht halbherzig.“

Politisch engagiert ist der Groß Marzehnser bereits seit 1993, ob damals noch im Gemeinderat, im Ortsbeirat oder auch als Ortsvorsteher seines Heimatdorfes. Deshalb verabschiedet er sich auch jetzt nicht gänzlich aus der Kommunalpolitik. „Ich mache weiter in der Gemeindevertretung und würde auch gerne Ortsvorsteher von Groß Marzehns bleiben, wenn ich denn gewählt werde“, sagt Ralf Rafelt.

Gemeinde Rabenstein/Fläming

Rabenstein/Fläming ist eine dem Amt Niemegk angehörende Gemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Einwohner: 815

Fläche: 79,18 Quadratkilometer

Ortsteile: Buchholz bei Niemegk, Garrey, Groß Marzehns, Klein Marzehns, Raben und Rädigke.

Außerdem sitzt er im Vorstand des Fremdenverkehrsvereins „Niemegker Land“, ist Kassierer der Jagdgenossenschaft Groß Marzehns, hat den Vorsitz des Heimat- und Kulturvereins inne und ist Mitbegründer des Dörfernetzwerks „Hoher Fläming“. „Langweilig wird mir also bestimmt nicht“, sagt Ralf Rafelt lachend. „Aber ich möchte trotzdem mehr Zeit haben für mich, meine Familie und meine Hobbys.“

>>> Lesen Sie auch: Dörfernetzwerk geht erste Projekte an

Es habe in den vergangenen Jahren viele schöne Momente gegeben, einen herauszugreifen sei schwer. Der Fläming-Markt im vergangenen Jahr in Raben schafft es aber auf jeden Fall auf die Liste. „Weil man da gesehen hat, wie engagiert die Menschen aus allen Dörfern sind – das fand ich sehr gut.“

Das Löschbootrennen beim Dorffest in Groß Marzehns ist alle zwei Jahre ein Höhepunkt. Quelle: Stefan Specht

Auch sei die Gemeinde froh gewesen, neue Pächter für die Burg Rabenstein zu finden. „ Wir haben nicht umsonst den Namen ’Rabenstein/Fläming’. Wir identifizieren uns mit der Burg und wollen sie nicht aufgeben – sie gehört einfach zu uns“, stellt der scheidende Bürgermeister fest.

>>> Mehr zum Thema: Neue Pächter übernehmen die Festung

Weil jede Medaille zwei Seiten hat, erinnert sich Ralf Rafelt aber natürlich auch an weniger schöne Momente seiner fünfjährigen Amtszeit. Dazu zählt zum Beispiel die Nachricht, dass der Campingplatz in Rädigke vor dem Aus gestanden hat, weil der damalige Pächter aufgegeben hat.

Wer regiert jetzt?

Bürgermeister der Gemeinde Rabenstein/Fläming: Ralf Rafelt

Gemeindevertretung (Sitze):

Wählergruppe Rabenstein: 6

Freie Bürger und Bauern: 2

Wählergruppe Garrey: 2

Ergebnisse der jüngsten Kommunalwahl vor fünf Jahren: Freie Bürger und Bauern: 22,4 Prozent; Wählergruppe Rabenstein: 62,5 Prozent; Wählergruppe Garrey: 15,1 Prozent.

„Es gab im Prinzip drei Optionen: Schließung, Weiterbetrieb oder ich hatte auch die Idee, dort eine Kita einzurichten“, erinnert sich Ralf Rafelt. „Wir haben uns dann gemeinsam mit den Gemeindevertretern entschieden, den Platz weiter zu betreiben – mit Hilfe des Fremdenverkehrsvereins. Dessen Vorsitzender Fritz Lintow ist sehr engagiert.“

Die Bilanz nach dem ersten Jahr sei positiv ausgefallen, der Platz habe keine roten Zahlen geschrieben. „Das ist sehr gut und deshalb haben wir auch gesagt, dass wir weiter machen – solange wir keine Verluste einfahren.“

Das Dorf Groß Marzehns mit seinem prächtigen Dorfteich aus der Vogelperspektive fotografiert. Quelle: Dirk Fröhlich

Wenn er sich ein Problem der Gemeinde wegwünschen könnte, dann seien das zuerst die schlechten Straßen innerhalb der Ortschaften. „Wenn wir die erneuern, Instand setzen und links und rechts Grünrabatten anlegen könnten, dann würde sich das Dorfbild in einigen Dörfern erheblich verbessern“, sagt Ralf Rafelt.

Auch würde er sich wünschen, dass sich die Bürger in den Dörfern noch mehr am politischen Leben beteiligen. „Damit meine ich zum Beispiel, dass in den Sitzungen der Gemeindevertreter relativ wenig Gäste da sind. Natürlich erfährt man viel in Gesprächen, aber es ist immer besser, die Leute nehmen an solchen Sitzungen teil – auch an denen der Ortsbeiräte.“

Wer tritt zur Wahl an?

Für die Wahl der Gemeindevertretung der Gemeinde Rabenstein/Fläming kandidieren:

Für die Wählergruppe Freie Bürger und Bauern (FBB): Florian Schulze, 1986, Landwirt und Marco Neue, 1989, Elektromeister.

Für die Wählergruppe Rabenstein: Siegfried Frenzel, 1964, Diplom-Theologe; Bernd Koppelmeyer, 1954, Diplom-Biologe; Ralf Rafelt, 1957, Pensionär; Matthias Räbiger, 1962, Elektriker; Christoph Jentsch, 1988, Kaufmännischer Angestellter; Martin Wichmann, 1974, Diplom-Volkswirt; Sebastian Moritz, 1981, Landmaschinenmechaniker-Meister und Gabriele Eißenberger, 1950, Soziologin.

Für die Wählergruppe Garrey (WG Garrey): Ulrich Kobusch, 1970, Landwirt und Andreas Grünthal, 1962, Landwirt.

Für den Ortsbeirat Buchholz kandidieren auf der Liste der Wählergruppe Rabenstein: Madlen Benke, 1990, Rechtspflegerin; Frank Doemski, 1972, Selbstständiger; Karsten Kinne, 1966, Tierpfleger; Pascal Kinne, 1989, Servicetechniker und Bernd Koppelmeyer, 1954, Diplom-Biologe.

Für den Ortsbeirat Garrey treten von der WG Garrey an: Andreas Grünthal, 1962, Landwirt; Gabriele Eißenberger, 1950, Soziologin; Joachim Lehmann, 1955, Gastwirt; Sandy Rau, 1974, Fotografin; Burkhard Kahl, 1964, Zusteller/Selbstständiger; Peter Adler, 1967, Selbstständiger/Dienstleister und Ulrich Kobusch, 1970, Landwirt.

Für den Ortsbeirat Groß Marzehns von der gleichnamigen Wählergruppe: Heike Gassner-Schäl, 1969, Arzt-Sekretärin; Heiko Aust, 1982, Schlosser; Frank Knof, 1954, Pensionär; René Jentsch, 1966, Streckenwart grün und Ralf Rafelt, 1957, Pensionär.

Für den Ortsbeirat Klein Marzehns auf der Liste der gleichnamigen Wählergruppe: Sven Kucharski, 1983, Verwaltungsfachwirt; Martin Wichmann, 1974, Diplom-Volkswirt und Christoph Jentsch, 1988, Kaufmännischer Angestellter.

Für den Ortsbeirat Raben von den FBB: Marco Neue, 1989, Elektromeister, Christian Muschert, 1981, Tischler und Florian Schulze, 1986, Landwirt. Als Einzelwahlvorschlag tritt außerdem an: Heike Wenzel, 1973, Krankenschwester.

Für den Ortsbeirat Rädigke stellen sich von den FBB zur Wahl: Gerald Herzog, 1960, Vorstand der AG Rädigke-Niemegk, Christoph Herzog, 1987, Landwirt; Ingo Knabe, 1980, Betriebswirt und Sebastian Moritz, 1981, Landmaschinenmechaniker-Meister. Dazu kommen die Kandidaten der WG Rädigke: Dana Mittelhaus, 1988, Verkäuferin; Heiko Hinze, 1979, Rettungsassistent; Loreen Nehrkorn, 1982, Kinderkrankenschwester und Siegfried Frenzel, 1964, Diplom-Theologe.

Für die Wahl zum ehrenamtlichen Bürgermeister tritt ebenfalls Siegfried Frenzel an.

Und hat Ralf Rafelt noch Tipps für seinen potentiellen Nachfolger Siegfried Frenzel? „Ich bin ja nicht aus der Welt. Und ich gebe ihm auf jeden Fall meine ganzen Unterlagen dazu an die Hand, was in den vergangenen fünf Jahren passiert ist, was ich gemacht habe“, sagt der 62-Jährige.

„Wir sollten vielleicht wieder einführen, dass wir vor den Sitzungen der Gemeindevertreter einen Ortsrundgang machen – das gab es schon mal.“ Dabei sei den Teilnehmern gezeigt worden, was angepackt werden müsse.

„So kann man nicht nur vom Tisch aus entscheiden, sondern kann das aus eigenem Blickwinkel einschätzen, wenn man später die verschiedenen Beschlüsse fasst“, schließt Ralf Rafelt.

Von Josephine Mühln

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