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Niemegk Kreiserntefest: Bella ist die Schönste aller Klassen
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Kreiserntefest: Bella ist die Schönste aller Klassen
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16:57 15.09.2019
Jens und Katharina Schlieper von der Agrargenossenschaft Fiener Bruch Rogäsen mit Bella, Miss Westbrandenburg. Quelle: Manfred Gassan
Niemegk

Westbrandenburgs schönste Gescheckte steht im Stall der Agrargenossenschaft Fiener Bruch in Rogäsen. Sie heißt Bella, ist vier Jahre alt und beeindruckt vom Kopf bis zum Schwanz mit ihrem Körperbau. Die Mutterkuh ist deshalb anlässlich des Erntefestes des Kreises Potsdam-Mittelmark zur Schönsten aller Klassen gekürt worden.

Darüber freut sich Besitzer Reinhard Schlieper. „Eigentlich ist es ein unauffälliges Tier“, sagt er. Der Halter wirkt fast ein wenig überrascht, aber stolz. Durchaus pflegeleichtist es, weshalb seine Kinder Katharina und Jens das Rind in den Ring führten, wo es sich mit der Konkurrenz den Blicken des sachkundigen Publikums und des Jurors Uwe Adler gestellt hat.

Impressionen vom Erntefest des Kreises Potsdam-Mittelmark

Selbst ist er Milchviehzüchter in Görlsdorf (Dahme-Spreewald) und lobte Quantität und Qualität der Tierschau. Die Wetterbedingungen von 21 Grad Celsius bei herrlichem Sonnenschein waren seiner Einschätzung nach optimal. Geachtet wird auf gesunde Füße, hoch angesetzte Euter und gerade Haltung der möglichst mittelgroßen Tiere.

Wiederbelebung nach Unterbrechung

Fünf Jahre lang ist die Veranstaltung nicht über die Bühne gegangen. „Wenn sie jetzt nicht wieder belebt wird, ist sie endgültig gestorben“, hatte Andre Graefe erkannt und die Ergänzung zum Programm des Erntefestes angeregt. Als Vorsitzender des Rinderzucht- und Besamungsvereins Fiener Bruch/Fläming hatte er mit seinem Havelland-Kollegen Dietmar Steglich die organisatorischen Fäden in den Händen. Fast 50 Tiere aus 25 Betrieben bis ins Ruppiner Land folgten dem Aufruf.

„Wir sind seit morgens 5 Uhr auf den Beinen“, berichtet Patrick Drange. Für die Agrargenossenschaft „Hoher FlämingRädigke-Niemegk hatten er und „Daisy“ immerhin eine kurze Anreise. Gleichwohl galt es die Fünfjährige zu schrubben und zu stylen –mit Erfolg. In der Gruppe der Ältesten holte sie das Prädikat 1b.

Bauern kümmern sich um das Vieh

„Ohne Tiere gibt es keine Nachhaltigkeit“, sagt Ulrich Benedix. Der stellvertretende Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Potsdam-Mittelmark begrüßt deshalb den neuen Beitrag zum Sommerausklang. „Die Bauern können zeigen, wie sie sich – jenseits jeglicher Propaganda von der Massentierhaltung – aufopferungsvoll um das Vieh kümmern“, so der ehemalige Kranepuhler Genossenschaftschef, der jetzt die Geschicke der Agro Saarmund e. G. lenkt.

Die Frauen dokumentieren das Probesitzen von Vater und Sohn auf beeindruckend großer Landtechnik. Quelle: René Gaffron

In seiner Ansprache bilanzierte er nochmals die Ertragseinbußen. „Das Dürrejahr 2018 wirkt jetzt erst richtig“, sagte er. Von Bundes- wie Lokalpolitikern forderte er Dialogbereitschaft statt stets neue Forderungen und Verbote. Die zahlreichen Besucher rief er auf, „die Ernte 2020 zu begießen“. Auf dem Bauern- und Handwerkermarkt gab es reichlich Gelegenheit, Speis und Trank zu probieren oder innovative Produkte zu bestaunen.

Umzug am Sonntagmittag

Niemegks Bürgermeister Hans-Joachim Linthe (SPD) bescheinigte jedenfalls, dass der ansässige Agrarbetrieb und Getränkehändler Bodo Höhne gute Gastgeber für die 23. Auflage des Erntefestes waren. Höhepunkt des Sonntags war dann der bunte Festumzug. Mehr als 60 Bilder waren von Mitwirkenden aus der Umgebung mit zahlreichen Kutschen und Traktoren sowie moderner Landtechnik zusammengestellt werden.

Für den Sieger noch einen Stern

Das Leistungspflügen verzeichnet steigende Teilnehmerzahlen. 13 Aktive mit Traktor, sechs mit Pferd und Willy Höhne außer Konkurrenz mit dem Ochsen Cäsar gingen am Sonnabend vor den Toren von Niemegk an den Start.

Auf dem Acker nahe Großkopfs Turmwindmühle mussten eine Spaltfurche, ein Zusammenschlag und ein Auseinanderschlag vor den Augen der Preisrichter gezogen werden.

Bei den Gespannen siegte Jörg Lindemann (Krahne) vor Bernd Mitteldorf (Wernigerode) und Hermann Jahn (Brück).

Bei den Treckern gewann Detlef Franz (Kuhlowitz) vor Gerhard Willmann (Mörz) und Marcel Mende (Hohenwerbig).

Der Sieger – hauptberuflich Buchhalter im Landratsamt – bekommt jetzt einen zweiten Stern auf den Anzug gestickt. Landwirtschaft ist sein Nebenerwerb. Ein wenig hat er geübt, räumt der 52-Jährige ein. Er war mit einem Deutz-Oldtimer angetreten.

Zufrieden fällt auch die Bilanz von André Graefe aus. Denn sein Betrieb, die Fläming-Farm Grubo hatte vier Jungrinder und sechs Kühe am Start. In zwei Klassen gab es Siegerschleifen und Urkunden für die durchweg vom Nachwuchs betreuten Kühe. „Die Jungen und Mädchen, manche noch im Vorschulalter, haben schon seit dem Sommer geübt und nun einen guten Auftritt hingelegt“, freut sich der Mützdorfer.

Von René Gaffron

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