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Niemegk Virtuelle Landlust im Herbergszimmer
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13:53 11.05.2018
Die neueste Idee im Dahnsdorfer Seminarhaus ist ein Scheunenzimmer ohne echtes Heu und Stroh. Der Holländer Dietrik Barkmeijer (re.) hat es für Inhaber Volker Link gestaltet. Quelle: Tobias Potratz
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Dahnsdorf

Im „Haus Fläming“ hat jedes Zimmer seinen ganz eigenen Charakter. Ein Wettbewerb im Internet sorgte jetzt dafür, dass die Gäste der Dahnsdorfer Herberge nun auch inmitten einer Scheune schlafen dürfen. Die Idee stammt von einem Niederländer aus Nordfriesland.

Volker Link will am liebsten alle Zimmertüren gleichzeitig öffnen. Der Inhaber des „Hauses Fläming“ hat in dem ehemaligen Landhotel Dahnsdorf seine kreative Spielwiese gefunden. Der Ingenieur aus Berlin ist sichtlich stolz, wenn er über seine Flure huscht. Hinter jeder Tür verbirgt sich ein anderes Abenteuer.

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Jedes Zimmer ist anders

Kein Zimmer ähnelt dem anderen und jedes Zimmer hat seine eigene Geschichte. Das Zauberwort, das über allem schwebt heißt: „Upcycling“. Hinter diesem Begriff steckt eine besondere Idee: Alten Gegenständen wird neues Leben eingehaucht. Mit einem geringen Budget entsteht etwas Neues. Aus alten Fässern wurden in einem Zimmer Nachttische, in einem anderen aus Brettern vom Straßenrand Tischplatten und in einem dritten aus Europaletten Bettgestelle gezaubert. Aber wer denkt sich das alles aus?

„Wenn kreativer Input von außen kommt, dann wird das alles noch vielseitiger“, sagt Volker Link. Und deshalb hat er sich zumindest für ein Zimmer nun Hilfe aus der Öffentlichkeit geholt. Es ist das bisher spektakulärste Projekt des kreativen Hauses.

Finanziert über ein Crowdfunding-Projekt

Anfang des Jahres sollte ein weiterer Raum seine solide Staubschicht der 90er-Jahre verlieren. Aber wer soll das Zimmer neu einrichten? Volker Link entschied sich dazu, das Design-Zimmer über ein Crowdfunding-Projekt zu finanzieren und die Gestaltung komplett in fremde Hände zu legen. Es gab also einen Wettbewerb. Mehr als 20 Ideen erreichten ihn. Sogar aus Österreich und der Schweiz gab es Post. Der Sieger, der das Zimmer im gesetzten finanziellen Rahmen von insgesamt 7500 Euro neu herrichten durfte, kommt aber aus den Niederlanden und heißt Dietrik Barkmeijer.

„Wir haben auf der Homepage gesehen, dass es schon tolle Zimmer gibt. Dann haben wir uns die Region angeschaut und hatten die Idee mit dem Scheunenzimmer“, berichtet Barkmeijer. Mittlerweile wohnt der 32-Jährige hunderte Kilometer vom Hohen Fläming entfernt in Nordfriesland.

Jury war schnell überzeugt

Die fünfköpfige Jury des Wettbewerbs war von seiner Idee schnell überzeugt. „Wir waren einstimmig der Meinung, dass dies das Siegerdesign ist“, sagt Volker Link. Mit ihm saßen noch Mitarbeiter eines Online-Portals für schickes Wohnen in der Jury. Unzählige Hammerschläge später steht das Scheunenzimmer nun.

Zwischen Holzbalken, einer historischen Deckenlampe und einer einladenden Fototapete hat der Gast das Gefühl, inmitten von Heu und Stroh zu liegen. Und falls die Allergiker jetzt zusammenzucken: Auf Heu und Stroh selbst hat der Siegerdesigner verzichtet. Wer das alles mal aus der Nähe betrachten möchte, sollte das Seminarhaus ganz oder zur Hälfte mit einer mindestens 15-köpfigen Gruppe buchen.

Gut möglich, dass bis dahin noch ein Fußballzimmer oder ein Unterwasserzimmer zu diesem einzigartigen Kreativhaus gehören. Entwürfe dafür gibt es bereits.

Von Tobias Potratz