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Niemegk Das war auf den ersten Weihnachtsmärkten los
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Das war auf den ersten Weihnachtsmärkten los
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15:21 02.12.2018
Silvana Rinner und Lisa Schlierstedt (v.l.) haben zusammen eine Weihnachtsbaumkugel aus Filz gebastelt. Quelle: Christiane Sommer
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Raben/Niemegk

Verführerische Düfte verkündeten am Wochenende in Raben bereits von weitem, dass das Naturparkzentrum in der Ortsmitte sich wieder einmal in ein Weihnachtswunderland verwandelt hatte. Viele kleine und große Besucher ließen sich dort auf die besinnlichste Zeit des Jahres einstimmen.

„Es ist einfach schön hier“, sagte Manfred Richter aus Dörpen in Sachsen-Anhalt. Der Ruheständler besuchte mit seiner Ehefrau und den Enkelkindern den kleinen Markt, der als „etwas anderer Weihnachtsmarkt“ weit über die Region hinaus Bekanntheit erlangt hat. Von seinem Charme hat das bunte Treiben dennoch nichts verloren. Ein vielfältiges Programm machte den Weihnachtsmarktbesuch dann auch in diesem Jahr zu einem Genuss für alle Sinne.

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Enya Gensicke mit Mutter Kathleen haben den Weihnachtsmann in Raben aufgesucht. Quelle: Christiane Sommer

Rund um das nostalgische Kinderkarussell wurden weihnachtliche Dekorationen, regionales Handwerk und mehr angeboten. An Mitmachstationen konnten Kerzen gegossen, Kekshäuser gebaut und Weihnachtskränze dekoriert werden. Ein Märchenstück für die Jüngsten und die traditionelle Fackelwanderung zur Burg Rabenstein rundeten das perfekt aufeinander abgestimmte Programm ab.

„Mir gefällt am besten, dass man immer so tolle Sachen basteln kann. Ich war letztes Jahr auch schon hier“, verriet Lisa Schlierstedt aus Zörbig. An den diesjährigen Ausflug nach Raben wird daheim künftig eine gefilzte Weihnachtsbaumkugel erinnern, die Lisa unter Anleitung von Silvana Rinner fertigte.

Kräuterfrau Britt Muschert holt sich in Raben einen heißen Glühwein ab. Quelle: Christiane Sommer

Eine Erinnerung, die Bernd Koltzenburg aus Haseloff über Monate nicht mehr aus dem Kopf ging, bescherte den Niemegkern wiederum eine Weihnachtsausstellung in der Kirche.

Letztere wurde am Sonnabend, als in der Stadt mit einem Adventsmarkt die Vorweihnachtszeit eingeläutet wurde, eröffnet. Zum 200. Geburtstag des Liedes „Stille Nacht, Heilige Nacht“ hatte Koltzenburg über Monate hinweg 100 kleine und große Figuren und Szenen, die im Lied besungen werden, als Laubsägearbeiten angefertigt.

Bernd Koltzenburg hat 100 Holzfiguren für eine Ausstellung in der Kirche in Niemegk geschaffen. Quelle: Christiane Sommer

„Letztes Jahr an Heiligabend hab ich im Fernsehen gehört, dass das Lied Geburtstag hat“, erzählt der Haseloffer. In dieser Folge keimte die Idee, die nunmehr 200 Jahre alten Liedzeilen in Formen wiederzuspiegeln. Im Spätsommer begann der 61-Jährige die Vision umzusetzen. Er griff zur Laubsäge und sägte aus knapp acht Quadratmetern Sperrholz die Heiligen drei Könige, das Kind in der Krippe, Esel, Schafe, Engel, Sterne, Kirchen und mehr. Über Monate hatte er damit zu tun.

In der vergangenen Woche begann Bernd Koltzenburg schließlich, die Figuren mit Tannengrün in der Niemegker Kirche in Szene zu setzen. Die Ausschmückung nahm weitere vier Tage und große Mühen in Anspruch. Dennoch blieb die Verwirklichung der Idee bis zur letzten Minute eine Herzensangelegenheit für den Haseloffer. „Das Lied gehört für mich zu Weihnachten. Es verspricht so viel Trost und schenkt Hoffnung,“ offenbart er.

Niemegks Bürgermeister Joachim Linthe (r.) und der Feuerwehrvereinsvorsitzende Jörg Böttche beim Stollenanschnitt auf dem Adventsmarkt vor der Niemegker Kirche. Quelle: Christiane Sommer

Als er am Sonnabendnachmittag über den Markt schlendert, wird er immer wieder auf seine Laubsägearbeiten angesprochen. Lob und Anerkennung werden dem Ruheständler dabei zuteil. Im Verlauf des Tages werden die Figuren dann auch noch zu einer einmalig schönen Kulisse für die traditionelle Märchenaufführung der Johanniter-Kita „Spatzennest“ und weiterer musikalischer Darbietungen.

Mit Einbruch der Dunkelheit endet das vorweihnachtliche Treiben in Niemegk und Raben. Hier wie dort gab zur Freude der Kinder natürlich auch der Weihnachtsmann ein Stelldichein.

Von Christiane Sommer