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Niemegk Erneutes Strohfeuer greift auch auf Stall mit Rindern über
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Erneutes Strohfeuer greift auch auf Stall mit Rindern über
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20:04 15.05.2018
In der Nacht zu Montag ist erneut ein Feuer in einem Strohlager in Zixdorf ausgebrochen. Quelle: Thomas Wachs
Zixdorf

Wieder brennt es in Zixdorf bei Niemegk. Erneut steht in der Nacht zu Montag ein Strohlager auf dem Hof der Agrargenossenschaft „Flämingland“ in Flammen. Dabei handelt es ich um circa 150 Bunde, die beim jüngsten Feuer vor gut einer Woche noch in Sicherheit gebracht werden konnten.

In der Nacht zum 14. Mai haben bis zu 100 Einsatzkräfte erneut den Brand eines Strohlagers im Agrarbetrieb Zixdorf gelöscht. Das Feuer griff auch auf einen Kuhstall über.

Gegen 23 Uhr werden mehr als 100 Einsatzkräfte verschiedener freiwilliger Feuerwehren aus dem Amt Niemegk sowie aus der Stadt Treuenbrietzen und auch aus Cobbelsdorf in Sachsen-Anhalt alarmiert, teilt Tino Bastian, der Niemegker Amtswehrführer mit. Er hat die Nacht über die Einsatzleitung inne. Kräfte des Technischen Hilfswerkes unterstützten bei der Ausleuchtung der Einsatzstelle. „Alle leisteten die ganze Nacht über herausragende Arbeit“, teilte die Niemegker Feuerwehr mit.

Tiere aus Lebensgefahr gerettet

Der Einsatz war besonders brisant. Denn diesmal griffen die Flammen schnell von dem Stroh im Silo mit Betonwänden über auf einen nahen Stall mit rund 60 Kühen. Sofort steht auch dort das eingestreute Stroh in Flammen. Der Nord-Ost-Wind, der durch offene Tore und Fenster weht, facht die Flammen an wie in einem Kamin. Die Tiere geraten in Panik.

„Unter Einsatz ihres Lebens haben Feuerwehrleute aus Garrey und Hohenwerbig die Rinder aus den Flammen gerettet“, sagt Genossenschaftsvorstand Klaus Grieger mit Hochachtung für den Einsatz unter schwerem Atemschutz. „Nach ersten Erkenntnissen wurden keine Tiere ernsthaft verletzt oder gar getötet“, sagt der Agrarchef am Montagmorgen gegenüber der MAZ.

Schaden summiert sich auf 50 000 Euro

Durch das jüngste Feuer rechnet er mit einem weiteren Schaden von rund 15 000 Euro. „Insgesamt sind wir so nun schon bei rund 50 000 Euro Schaden allein durch die Feuer“, schätzt Grieger. Erneut deuten erste Erkenntnisse vor Ort auf vorsätzliche Brandstiftung hin. Kriminaltechniker werden im Laufe des Montags erwartet.

Wenige Wochen zuvor hatte der Betrieb schon mit anderen Angriffen unbekannter Akteure zu kämpfen. Zweimal waren auf dem Gelände rund 360 Rinder mitten in der Nacht aus ihren verschiedenen Stallanlagen freigelassen worden. Auch dazu ermittelt die Kriminalpolizei.

Im Agrarbetrieb herrscht daher nun immer größere Sorge. „Man weiß ja nie, was der oder die Täter als nächstes vorhaben“, sagt Klaus Grieger gegenüber der MAZ. Der Geschäftsführer und seine Mitarbeiter wollen nun das weitere Strohlager räumen und in kleineren Mengen auf dem Feld unterbringen. Denn große Bunde lagern derzeit noch unter einem Schleppdach am Rande des Geländes. Zwei bewohnte Gehöfte am Dorfrand liegen unmittelbar dahinter.

Nachbar fordert harte Strafe für Täter

„Bisher hat die Feuerwehr immer noch alles gut in den Griff bekommen“, sagt ein Anwohner. Er hofft, dass dies auch so bleibt. Sein Nachbar Siegfried Mikelski hat überhaupt kein Verständnis für die Angriffe auf den Agrarbetrieb. „Das sind Verbrecher, die muss man kriegen und einsperren“, sagt der 85-Jährige, der seit 1951 im Dorf wohnt. Dort war er einst selbst mal Wehrleiter und kennt die Herausforderungen der ehrenamtlichen Brandschützer.

Vom Hoftor aus beobachtet er am Montag die Feuerwehrautos, die im Abstand von fünf Minuten Wasser in eine Zisterne am Abzweig nach Garrey einfüllen. Von dort wird das Löschwasser dann zur Brandstelle abseits des Ortes gepumpt.

Löschwasser per Tankerflotte angefahren

„Weil Wasserspeicher auf dem Gelände des Agrarbetriebes nicht ausreichen und es dort und in der Ortslage Zixdorf keinen Löschwasserbrunnen gibt, muss das Wasser mit Tanklöschfahrzeugen transportiert werden“, erklärt Tobias Grabo von der Niemegker Amtswehrführung. Er leitet am Montag den Einsatz.

Die Nacht über rollten die Tanker der diversen Feuerwehren des Amtes Niemegk aus Wüstemark und Neuendorf bei Rädigke nach Zixdorf an. Am Montag ist der Pendelverkehr dann von der Niemegker Großstraße aus organisiert. Zwischen 2000 und 5000 Liter Wasser pro Tanker rollen per Achse nach Zixdorf.

Dort ziehen Mitarbeiter des Agrarbetriebs das auf dem Hof ausgebreitete Stroh immer wieder auseinander. Auch wenden sie es, damit Feuerwehrleute letzte Glutnester mit einem Wasserstrahl bekämpfen können.

Noch gegen 10 Uhr macht Einsatzleiter Tobias Grabo bei der Kontrolle mit der Wärmebildkamera immer noch heiße Stellen im Stroh aus. Also muss weiter Wasser drauf. Oder auch Jauche, die sich gut zum Löschen eignet und per Traktor des Agrarbetriebes aus einem großen Tank ausgebracht wird.

Von Thomas Wachs

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