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Niemegk Investoren schielen auf Schutzgebiet
Lokales Potsdam-Mittelmark Niemegk Investoren schielen auf Schutzgebiet
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14:48 03.01.2019
Gegen den Bau von Windräder sprechen sich Bürger aus Garrey und Zixdorf aus. Mögliche Investoren versuchen dort und bei Lobbese derzeit, Flächen zu sichern. Quelle: Archiv DPA-Zentralbild
Garrey

Verunsicherung herrscht bei Landbesitzern und Einwohnern zwischen Garrey im Amt Niemegk und Lobbese im Bereich der Stadt Treuenbrietzen. Dort machen potenzielle Investoren und Vertreter diverser Planungsgesellschaften seit einiger Zeit die Runde, um offenkundig Flächen für Projekte zum Bau von Windkraftanlagen zu sichern.

Dabei liegt zumindest die Gemeinde Rabenstein/Fläming, zu der Garrey gehört, weitgehend im Landschaftschutzgebiet sowie im Territorium des Naturparkes Hoher Fläming. Bislang sind solche Areale mit Schutzstatus automatisch von Landesplanungen für neue Windparks ausgenommen.

Doch seitdem der Regionalplan Havelland/Fläming und seine darin ausgewiesenen Eignungsgebiete für Windparks im vorigen Jahr einmal mehr wieder juristisch ausgehebelt wurden, sehen Investoren nun neue Chancen, um Windräder auch außerhalb von Eignungsgebieten zu platzieren. Sie spekulieren auf den Status als privilegierte Vorhaben, den der Bau von Windrädern aktuell noch genießt.

Sorgen und Informationsbedarf

„Entsprechend groß sind die Sorgen und der Informationsbedarf bei den Bürgern“, erklärt Ralf Rafelt, der Bürgermeister der Gemeinde Rabenstein/Fläming gegenüber der MAZ. Gemeinsam mit Ortsvorsteher Andreas Grünthal hatte er kurz vor Jahresfrist in Garrey zu einer mit gut 30 Gästen gut besuchten Einwohnerversammlung für Garrey und Zixdorf eingeladen.

„Dort wurde klar, dass die meisten Bürger keine Windparks wollen“, erzählt Rafelt am Mittwoch. Der Bürgermeister geht jedoch davon aus, dass „die Schutzgebiete auch weiterhin Tabu-Zonen bleiben“ für den Bau von Windrädern. „Da dürfte es nach unseren Informationen keine Gefahr geben“, so Rafelt. Dennoch wollen er und weitere Vertreter der Kommunalpolitik sich „beim Land dafür einsetzen, dass dies wirklich so bleibt“.

Landtag sollte schnell handeln

Die Akteure würden ein zweijähriges Moratorium unterstützen, das der Landtag schnellstens verabschieden sollte. Damit könnten in dieser Frist zunächst nur noch neue Windräder genehmigt werden, die bereits vor dem Urteil gegen den Regionalplan in dessen Windeignungsgebieten anerkannt waren.

In Garrey mit am Tisch saßen auch ein Vertreter des Landesamts für Umwelt sowie der Steffen Bohl, der Leiter des Naturparkes Hoher Fläming, sowie der Vorsitzende der windkraftkritischen Bürgerinitiative „Waldkleeblatt“, Winfried Ludwig.

In Garrey haben Bürgermeister Ralf Rafelt (li.), Gabi Eissenberger und Ortsvorsteher Andreas Grünthal kürzlich Pläne für Windparks mit den Bürgern diskutiert und abgelehnt. Quelle: Archiv Thomas Wachs

Die gut 200 Einwohner von Garrey und Zixdorf fürchten Lärmbelästigung, nächtliches Blinken sowie täglichen Schattenwurf von Windrädern und damit der Wertminderung ihres Eigentums an Immobilien. „In Garrey beispielsweise entsteht gerade die vierte touristische Einrichtung“, erzählt Anwohnerin Gabi Eissenberger.

„Die Bemühungen der letzten Jahre, um nach dem wendebedingten Niedergang über einen sanften Tourismus die Region zukunftsfähig zu machen, wären vergeblich gewesen“, fürchtet die Betreiberin einer Pension. „Kommen die Windräder, verschwinden die Touristen“sagt die Anwohnerin. Und was wird aus den Bewohnern? Was wird aber auch aus dem Roten Milan, der hier noch heimisch ist und seine Nester baut“, fragen sich Gabi Eissenberger und die Einwohner von Garrey und Zixdorf.

Aktivitäten auch bei Lobbese

Auch im Raum Lobbese gebe es aktuell verstärkte Aktivitäten von Windkraftfirmen, die Flächen sichern möchten. Das berichtete Martin Müller aus Lobbese, Landwirt und Sachkundiger Einwohner, kürzlich im Ausschuss für Stadt- und Ortsteilentwicklung der Stadtverordnetenversammlung Treuenbrietzen. Dort erhofft sich die Kommune, dass ihr Teilflächennutzungsplan für Windkraftnutzung (TFNP) vorerst noch bestand hat. Doch ist auch er juristisch angegriffen worden, weil er Bezug auf den Regionalplan nimmt, der aktuell wieder unwirksam ist. Doch ging die Stadt Treuenbietzen in Widerspruch zu der Klage. Damit bleibt ihr TFNP vorerst in Kraft, erklärte Bürgermeister Michael Knape (parteilos) in verschiedenen Gremien.

Von Thomas Wachs

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