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Potsdam-Mittelmark „Mein Ziel ist es zu zeigen: Ihr könnt das selbst“
Lokales Potsdam-Mittelmark „Mein Ziel ist es zu zeigen: Ihr könnt das selbst“
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13:15 03.12.2018
Nothart Rohlfs. Quelle: Andreas Trunschke
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Raben

Nothart Rohlfs aus Himmelpfort (Oberhavel) ist Mediator, Coach und Unternehmensberater – vorwiegend für gemeinnützige Unternehmen. Er berät gegenwärtig das „Dörfernetzwerk Hoher Fläming“. Am Rande eines Treffens der Vereinigung hat die MAZ mit Rohlfs gesprochen.

Herr Rohlfs, wie sind Sie zu dem Beraterprojekt gekommen?

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Nothart Rohlfs: Offenbar gibt es einen Bedarf für solche Beratungen. Viele Menschen haben tolle Ideen, aber an einem bestimmten Punkt benötigen sie einfach jemanden, der ihnen hilft. Chris Rappaport entwickelte die Idee. Bei der Ausschreibung habe ich mich beworben.

Worum geht es bei Ihren Beratungen?

Inhaltlich geht es um die Vernetzung verschiedener dörflicher Akteure, um konkrete Vorhaben oder auch um Konflikte zwischen Kooperationspartnern.

Können Sie ein paar Beispiele nennen?

In Bad Belzig wurde ich gebeten, die Gründung einer freien Oberschule zu begleiten und bei der Schaffung einer Wagensiedlung zu beraten. Das „Neue Energien Forum Feldheim“ will für Touristen attraktiv werden. Das könnte mit Angeboten für die ganze Familie und nicht nur für die interessierten Eltern gelingen.

Wie können Sie helfen?

Ich gebe Denkanstöße, erinnere an Dinge, die bedacht werden müssen, zeige mögliche Konsequenzen auf, mache Mut. Ich schlage Arbeitsschritte vor und rege Strukturen für Diskussionen mit längerem Zeitbedarf an. Mein Ziel ist es zu zeigen: Ihr könnt das selbst.

Müssen Sie oft Mut machen?

Die Leute gehen mutig ihre Ideen an. Aber dann scheuen sie sich beispielsweise, einen eigenen Rechtsträger, Verein, Genossenschaft oder ähnliches zu gründen. Mitunter braucht es viel Psychologie.

Ursprünglich waren noch mehr Beratungen geplant oder?

Meine Tätigkeit wird aus Mitteln der Europäischen Union gefördert. Es braucht Zeit vom Antrag bis zur Umsetzung. Zeit, die nicht jedes Projekt hat. Lange war unklar, ob eine solche Beratung überhaupt gefördert werden würde. Es gab bis dahin keine Präzedenzfälle für die eigentlich erlaubte Förderung von Beratungen.

Wäre ein dauerhaftes Beratungsangebot besser?

Ja, das wäre schneller und damit effektiver. Wobei ich da nicht unbedingt an mich denke.

Auf welche Probleme stoßen Sie bei Ihren Beratungen?

Vielleicht wäre es gut, wenn die Beratenen zur Finanzierung der Beratung beitragen. Wer zahlt, verbindet sich meist anders mit der erhaltenen Leistung.

Wie konnten Sie dem Dörfernetzwerk helfen?

Wie nützlich meine Hilfe war, fragen Sie am besten den Sprecher, Ralf Rafelt. Ich habe das Leitbild angeregt, das inzwischen vorliegt. Das Netzwerk muss jetzt Angebote für potentielle Interessenten entwickeln. Eine Idee ist, einen Pool von Experten anzulegen, die das Netzwerk vermitteln kann. Der Bürgerdialog mit ähnlichen skandinavischen Initiativen im September war erfolgreich. Nun sollte man nicht zu viel Zeit bis zur nächsten öffentlichen Aktivität verstreichen lassen.

Von Andreas Trunschke