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Potsdam-Mittelmark Nuthetal in Noten
Lokales Potsdam-Mittelmark Nuthetal in Noten
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19:58 04.01.2018
Im Studio von Peter Eichstädt (hinten) ist die CD entstanden. Vorn: Kurt Baller, Elena von Martens und Elena (11), die Enkelin von Kurt Baller. Quelle: Jens Steglich
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Nuthetal

„Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen kennen keine Lieder...“ In der Gemeinde Nuthetal kennen sie viele Lieder. Und es kommen immer neue hinzu, als hätte jemand die Komponiermaschine angeworfen. Im 15. Jahr des Bestehens der Gemeinde kommt jetzt sogar eine CD auf den Markt – mit 14 von Nuthetalern geschriebenen Nuthetal-Liedern. Das vielstimmige musikalische Werk dürfte in der Region bislang einmalig sein: Menschen von dort besingen ihren Heimatort. Und es klingt herrlich!

„Du, mein Nuthetal“ heißt die CD, die zum Neujahrsempfang am 19. Januar an alle Gäste verteilt werden soll. Dieser 19. Januar 2018 hat das Zeug, in die Ortsgeschichte eingehen – als Tag, an dem die Nuthetaler Musik ihre Uraufführung erlebte. „Die, die an der CD mitgewirkt haben, treten auch auf“, sagt Musikproduzent Peter Eichstädt, der in Nuthetal lebt und sich als Bandmitglied von „The Clogs“ und als Komponist von Kindermusicals einen Namen gemacht hat. Zusammen mit Buchautor und Gitarrenspieler Kurt Baller hat Eichstädt das Musikprojekt aus der Taufe gehoben, an dem Produzenten wie Interpreten ein Jahr gearbeitet haben. Baller hatte sogar einen Aufruf im Amtsblatt gestartet, um verborgene Musiktalente aufzuspüren. Herausgekommen ist etwas ziemlich Wundervolles. Würde Weihnachten vor der Tür stehen, würde man raten, allen Nuthetal-Fans diese CD auf den Gabentisch zu legen. Für schöne Geschenke gibt es freilich immer Anlässe: Die CD kann nach dem Neujahrsempfang gekauft werden – zum Beispiel im Feinkostladen von Ute Lorenz. Die Hälfte der Erlöse soll für Kinder- und Jugendprojekte in der Gemeinde eingesetzt werden, sagt Eichstädt und fügt noch hinzu: Gewerbetreibende aus Nuthetal beteiligten sich an den Herstellungskosten der CD, die in seinem Tonstudio eingespielt wurde. Für Lieder, in denen große Chöre ihren Einsatz haben, war das Studio zu klein. Sie wurden im Saal des Institutes für Ernährungsforschung aufgenommen.

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Auf der CD wird eine bunter Mix vom Chorlied über Schlager bis zum Popsong geboten. Für einen Gänsehauteffekt sorgt zum Beispiel Alexander VargaBrandenburgs musikalischster Kita-Erzieher, der in der Kita „Anne Frank“ arbeitet und 2013 mit Tilman Berg, dem Schlagzeuger von Sandow, die Band Varga Nova gegründet hat. Zu hören sind auch die Singegruppe der Volkssolidarität oder die „jungen Grauköpfe“, alle weit über 60, die als singende Bauarbeiter vom Mehrgenerationenhaus von sich Reden machten. Im „Lied der jungen Grauköpfe“, komponiert von Kurt Baller, besingen sie das Alter in optimistischen Tönen: „Wir sind nicht kleinzukriegen, wir sind nicht zu besiegen...“ Ihre Zeilen beenden sie immer mit einem: „Jawohl!“ Auf der CD findet sich zudem die Hymne des Nuthetaler Seifenkistenrennens: „Es ist wieder Mai und wir sind dabei, wenn die Seifenkisten flitzen...“

Für die CD vertont wurde das kleine Liebesgedicht für Nuthetal, für das Elena von Martens 2013 den ersten Nuthetaler Lyrikpreis gewonnen hatte. Sie singt ihre Sieger-Verse selbst – mit den „jungen Grauköpfen“ im Background.

Hans-Joachim Rook (82) verfasste für sein Nuthetal-Lied zuerst den Text und fand dann mit der „Vor-Sich-Hin-Summ-Methode“ eine Melodie. Die summte er übers Smartphone seinem Nachbarn Mischa Wolter vor, Chefposaunist des Polizeiorchesters, der sie in Noten auf Papier brachte. Danach wandte sich Rook, der gut dichten, aber keine Noten lesen kann, an Professor Zunft, dem Leiter der Chorgemeinschaft Potsdam-Rehbrücke. Der zeigte sich vom Werk angetan und sagte zu. So kam es, dass Rooks Lied auf der CD landete – gesungen vom großen Chor. „Für mich war das wie ein Ritterschlag“, sagt er.

Von Jens Steglich

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