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Nuthetal Agro Saarmund will Wohnungen bauen
Lokales Potsdam-Mittelmark Nuthetal Agro Saarmund will Wohnungen bauen
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20:13 26.03.2019
So etwa sollen die geplanten Mehrfamilienhäuser mit 56 Wohnungen an der Weinbergstraße aussehen.
So etwa sollen die geplanten Mehrfamilienhäuser mit 56 Wohnungen an der Weinbergstraße aussehen. Quelle: Planungsbüro Horstmann und Hoffmann
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Saarmund

Ein Landwirtschaftsbetrieb wird zum Wohnungsbauer: Die Agro Saarmund will in der Ortsmitte vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 56 Wohnungen bauen. Entstehen sollen die Häuser an der Weinbergstraße auf einem Grundstück der Agro Saarmund, auf dem früher ein Bürogebäude des Betriebes stand, das Anfang 2018 abgerissen wurde. Die Firma will selbst als Bauherr auftreten, wie Vorstandsvorsitzender Meik Schmidt bestätigte. Er sprach von Mietwohnungen, die eine Größe zwischen 35 und 80 Quadratmetern haben werden. „Wir wollen alle ansprechen – junge und ältere Leute und größere Familien“, sagte er.

Das Erdgeschoss wird barrierefrei sein: „Wir können also Menschen von null bis 100 Jahren ein Angebot machen“, sagt Schmidt. Geplant sind Häuser mit zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss. Weil die Fläche im Innenbereich liegt, ist kein Bebauungsplan für das Vorhaben notwendig. Der Landwirtschaftsbetrieb hat seine Pläne dennoch mit dem Saarmunder Ortsbeirat abgestimmt. „Wir wollten erst einmal hören, ob es gewollt ist“, sagte Schmidt, der betonte, man wolle bei dem Projekt auch mit der Gemeinde Nuthetal zusammenarbeiten.

Saarmunder Ortsbeirat hat das Vorhaben positiv aufgenommen

Der Saarmunder Ortsbeirat hat das Vorhaben positiv aufgenommen – auch die geplante Form der Wohnhäuser. Für den Innenbereich gilt am geplanten Standort nur die Auflage des Paragrafen 34 Baugesetzbuch, wonach sich die Gebäude in die vorhandene Bebauung der Umgebung einpassen müssen. Die neuen Häuser werden laut Schmidt nicht so hoch sein wie die vorhandenen Wohnblöcke auf der gegenüberliegenden Seite, die aus DDR-Zeiten stammen.

„Wir haben keinen Zeitdruck, würden das Vorhaben aber gern schnell realisieren“, sagte er. Aber es gelte die Devise: „Ein Schritt nach dem anderen.“ Als wünschenswert bezeichnete er einen Baubeginn noch in diesem Jahr. Das sei aber abhängig davon, wie die Vorbereitungen und das Genehmigungsverfahren laufen. „Wir hoffen, dass die ersten Wohnungen 2020 bezugsfertig sind“, so Schmidt.

Auf der betriebseigenen Fläche in der Ortmitte biete sich Wohnungsbau an, sagte er. Die Bushaltestelle hätten die Bewohner dann direkt vor der Haustür, fast in Wurfweite liegt das Saarmunder Ortszentrum mit dem Nahverkaufsladen, den die Agro selbst betreibt. Der im Ort gut verankerte Betrieb hatte das Lebensmittelgeschäft übernommen, als der vorherige Anbieter sich zurückziehen wollte und eine dauerhafte Schließung des Ladens drohte.

Noch genügend Kapazitäten in Schule und Kitas in Saarmund

Schmidt ist von dem Wohnbauprojekt überzeugt. „Wir haben geschaut und gerechnet und wir gehen davon aus, dass der Bedarf nach Mietwohnungen in der Nähe von Potsdam und Berlin da ist“, sagte er und fügte hinzu: „Saarmund muss doch weiter entwickelt werden.“

„Mietwohnungsbau ist auch für Saarmund ganz wichtig“, sagte auch Nuthetals Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke). Die geplanten Wohnungen unterschiedlicher Größe für Singles, kleine und große Familien nennt sie „eine gute Mischung“. Das Projekt werde den Ortsteil Saarmund bereichern. „Der geplante Standort an der Weinbergstraße ist auch hervorragend angebunden“, so Hustig.

Zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur seien für dieses Neubauvorhaben nicht notwendig. „In der Schule und in den Kitas in Saarmund sind noch genügend Kapazitäten frei, um einen Zuzug durch das Bauvorhaben abzufangen“, so die Bürgermeisterin. Sollten weitere große Wohnbauprojekte in Saarmund hinzukommen, „müssen wir noch einmal schauen“, sagte sie.

Von Jens Steglich