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Nuthetal Bund und Land investieren 20 Millionen in Rehbrücke
Lokales Potsdam-Mittelmark Nuthetal Bund und Land investieren 20 Millionen in Rehbrücke
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20:33 11.06.2019
Die Schatulle wurde in einem gemeinsamen Akt im Grundstein des neuen Institutsgebäudes versenkt. Quelle: Jens Steglich
Bergholz-Rehbrücke

Für die Nachwelt haben sie die Tageszeitungen der Region, Münzen, einen Glückspfennig und den Jahresbericht des Institutes in die Schatulle hineingelegt und im Grundstein versenkt. Falls in einer fernen Zeit Archäologen also darauf stoßen sollten, können sie nachlesen, mit welchen Themen die Wissenschaftler des Deutschen Institutes für Ernährungsforschung (Dife) einst befasst waren.

An der Einrichtung in Bergholz-Rehbrücke ist am Dienstag der Grundstein für den Bau eines Labor- und Bürogebäudes gelegt worden, das zunächst einmal den Ernährungswissenschaftlern in unseren Zeiten neue Möglichkeiten eröffnen soll. Der Neubau ist Teil eines größeren Projektes, das den Forschungsstandort in Bergholz-Rehbrücke weiter aufwerten dürfte. Perspektivisch soll in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam ein gemeinsamer Campus für Ernährung und Gesundheit auf dem Institutsgelände an der Arthur-Scheunert-Allee entstehen.

Die Animation zeigt den Neubau des Institutes für Ernährungsforschung in Bergholz-Rehbrücke. Bis 2021 soll das neue Forschungsgebäude fertiggestellt sein. Quelle: Heinle, Wischer und Partner Freie Architekten

Der Neubau für 20 Millionen Euro soll bis 2021 fertiggestellt sein. Finanziert wird das Forschungsgebäude von Bund und Land, die jeweils zehn Millionen Euro geben.

Gut angelegtes Geld, wie Birgit Schröder-Smeibidl, administrativer Vorstand des Institutes, findet. „Das Geld, Sie werden es sehen, wird hier wachsen“, sagte sie in Richtung der Geldgeber. Mit den 20 Millionen Euro wird ein dreigeschossiges Gebäude mit einem eingeschossigen Anbau errichtet, die mit Lichthöfen miteinander verbunden sein werden. Auf einen Keller wurde wegen des besonderen Baugrundes verzichtet – in der Nähe befindet sich die Nuthe.

Gebaut wird dreigeschossiges Hauptgebäude mit Anbau

Im Hauptgebäude werden unter anderem das Humanstudienzentrum, Büroräume und moderne Labore eingerichtet. Im Anbau finden die Biomaterialbank, weitere Labore und Seminarräume Platz.

Die Seminarräume sollen auch die Studenten der Ernährungswissenschaften der Universität Potsdam mit nutzen, die in Bergholz-Rehbrücke ihre Masterausbildung erhalten. Das Institut für Ernährungsforschung und die Uni Potsdam verbindet schon seit den 1990er Jahren eine Partnerschaft, die jetzt weiter vertieft werden soll. Erstmals wird die Universität der Landeshauptstadt ein eigenes Forschungsgebäude in Bergholz-Rehbrücke errichten. Geplant ist es auf einer anderen Fläche des Institutsgeländes an der Arthur-Scheunert-Allee/Ecke Richard-Kuckuck-Straße. Der dreigeschossige Uni-Neubau mit Innenhof, der nach bisherigen Schätzungen ebenfalls etwa 20 Millionen Euro kosten wird, soll verschiedene Forschungslabore und Büroräume beherbergen.

Bau des Laborgebäudes der Uni Potsdam soll noch 2019 beginnen

Die Umsetzung des Vorhabens hat sich etwas verzögert, weil die erste Ausschreibung der Arbeiten wegen der überhitzten Marktlage in der Bauwirtschaft aufgehoben werden musste. Im ersten Anlauf konnte kein Auftragnehmer gefunden werden. Uni-Vizepräsident Florian J. Schweigert ist zuversichtlich, dass es nun klappen wird. „Wir hoffen, noch dieses Jahr mit dem Bau beginnen zu können“, sagte er. Die Universität Potsdam rechnet für das Projekt mit Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Das gerade entstehende Labor- und Bürogebäude des Institutes für Ernährungsforschung wird Gerty-Cori-Haus heißen. Gerty Cori (1896-1957), eine Biochemikerin, die 1922 mit ihrem Mann von Österreich in die USA auswanderte, war die erste Frau, die einen Nobelpreis für Medizin erhielt. Das neue Forschungsgebäude in Rehbrücke wiederum ist das erste Haus am Standort, das den Namen einer Wissenschaftlerin tragen wird.

Neues Haus bietet Platz für rund 100 Mitarbeiter

Das neue Gebäude bietet auf 2600 Quadratmetern Räume für 100 Mitarbeiter und gleicht ein Defizit an Labor- und Büroflächen aus. Das Institut musste zuvor bereits extern Büros in Rehbrücke anmieten.

Den Bau hat das Büro Heinle, Wischer und Partner entworfen. „Es galt hier nicht, ein auffälliges Gebäude zu errichten, sondern ein Haus mit dem Vorhandenen in Einklang zu bringen“, so Architektin Katja Döpke.

Für den Bau nötige Schwerlasttransporte werden über die Zufahrt an der Arthur-Scheunert-Allee geführt. Das Baugeschehen kann über die Internetadresse www.dife.de/dife/neubau/ verfolgt werden.

Von Jens Steglich

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