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Nuthetal Ein bisschen Hollywood in Nuthetal
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17:12 11.10.2019
Der zehnjährige Veit Bötcher dreht mit Regisseur James Griffin eine Szene für den Kurzfilm. Quelle: Friedrich Bungert
Nuthetal

In den Herbstferien verwandelt sich das Mehrgenerationenhaus in Nuthetal für eine Woche in ein Filmstudio. Kinder im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren drehen dort in einem Ferienkurs eine Geistergeschichte. Unterstützt werden sie dabei von Regisseur James Griffin und Cutterin Caroline Reucker. Die Premiere vor Publikum findet am Samstagabend im Mehrgenerationenhaus statt.

Zuvor hatte die Gruppe sechs Tage lang gemeinsam ein Drehbuch geschrieben, gefilmt und nebenbei noch Einblicke in Ton, Kameraführung oder Kostüm und Maskenbild erhalten. Jedes Kind arbeitet also sowohl vor als auch hinter der Kamera, den Bereich durfte man sich selbst aussuchen.

Der Kurzfilm heißt: „Schönheit ist nicht alles“

„Hauptsächlich haben wir improvisiert und Sachen ausprobiert“, sagt die zehnjährige Maja, die zum ersten Mal dabei ist. Sie kümmert sich um die Maske – und ist daher mitverantwortlich für die große künstliche Beule, die auf der Stirn ihrer Teamkollegin Mara prangt. Mara spielt eine der Hauptrollen, das Gespenst Lydia, das in dem Kurzfilm namens „Schönheit ist nicht alles“ das Mädchen Clara entführt. Clara, gespielt von der zehnjährigen Emily, ist von zuhause ausgerissen, weil ihre Mutter sie unbedingt zu einer Schönheitskönigin machen will. Dabei will sie selbst doch viel lieber ein normales Kind sein.

Gruppenfoto in der Drehpause: Die jungen Filmleute mit Regisseur James Griffin im Nuthetaler Mehrgenerationenhaus. Quelle: Friedrich Bungert

Es ist ein Film mit Botschaft – über den Verlust der Kindheit und die Macht von Vorurteilen. Von der Handlung bis zu den Kostümen haben sich die dreizehn Kinder alles selbst ausgedacht, entwarfen Plakate und schrieben Szenen – freilich mit Unterstützung der Profis. Dass sie mit Experten wie Reucker und Griffin arbeiten können, begeistert alle. Aber die Kameraführung oder die Tonangel nehmen sie dann selber in die Hand.

Gedreht wurde bei Kursteilnehmern daheim oder rund um das Mehrgenerationenhaus. Der Keller des Hauses verwandelt sich in eine Gruft, inklusive Sarg. Manuela Hartert, die Leiterin des Mehrgenerationenhauses, ist begeistert und lobt besonders die Selbstständigkeit und den Enthusiasmus der Kinder, die inzwischen zu einem eingeschweißten Team zusammengewachsen sind. Sie würde das Projekt im nächsten Jahr gerne fortsetzen.

Auch Wasserleichen spielen eine Rolle. Beim Dreh ist aber niemand zu Schaden gekommen. Quelle: Friedrich Bungert

Auch James Griffin wäre dann wieder dabei. Der Medienpädagoge, der in den Jahren zuvor schon in Hennickendorf mit Kindern gearbeitet hat, versucht seinen jungen Filmkollegen in Nuthetal Theorie und Praxis des Drehens zu vermitteln. Wichtig sei vor allen Dingen Teamgeist und ein Verhältnis auf Augenhöhe, so Griffin. „Ich nehme die Kinder als Menschen wahr“, sagte er der MAZ in einer Drehpause. Dann kämen auch die Lust am Arbeiten und Lernen.

Premiere ist am Samstag im Mehrgenerationenhaus

Zudem soll der Nachwuchs auch Medienkompetenzen erwerben. Hierzu hat das Mehrgenerationenhaus im Vorfeld schon mehrere Familien-Workshops angeboten – der nächste, zum Thema Fernsehen und Streaming, findet am 30. November statt.

Aber alle Theorie wird bei der Premiere am Samstag, dem 12. Oktober, wohl erst einmal vergessen sein, wenn die jungen Filmemacher ihr Ergebnis präsentieren dürfen. Los geht es 19 Uhr. Wer möchte, darf vorbeikommen und sich begeistern lassen.

Von Anna Irngartinger

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