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Nuthetal Fahrgäste sollen 2,3 Kilometer bis zur nächsten Haltestelle laufen
Lokales Potsdam-Mittelmark Nuthetal Fahrgäste sollen 2,3 Kilometer bis zur nächsten Haltestelle laufen
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06:03 19.03.2019
Die Bückendurchfahrt ist bereits ein Nadelöhr. Der Verkehr wird einspurig durch die Baustelle geführt. Im Sommer wird die Straße voll gesperrt.
Die Bückendurchfahrt ist bereits ein Nadelöhr. Der Verkehr wird einspurig durch die Baustelle geführt. Im Sommer wird die Straße voll gesperrt. Quelle: Jens Steglich
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Nuthetal

Auf Fahrgäste der Buslinie 611 könnten im Sommer ungewohnte sportliche Herausforderungen zukommen. Wenn ab dem 19. Juli Nuthetals wichtigste Verbindungsstraße an der Saarmunder Bahnbrücken-Baustelle für sieben Wochen voll gesperrt ist, wird auch die Route des 611er Busses gekappt, der Bergholz-Rehbrücke mit Saarmund und Tremsdorf verbindet. Der Bus soll in Richtung Saarmund dann bereits vor der Autobahnunterführung kurz hinter dem Rehbrücker Autohaus Röhr wenden und die Fahrgäste, deren Ziel auf der anderen Seite der Baustelle liegt, sollen zu Fuß weiterlaufen – bis zur nächsten Haltestelle in Saarmund. So ist es im Planfeststellungsbeschluss des Landesamtes für Bauen und Verkehr zum Brücken-Neubau festgelegt. Die Buswendeschleife soll extra für die Zeit der Vollsperrung angelegt werden.

Der Fußmarsch, der durch einen Wald hindurch am Peri-Gelände vorbei um die Baustelle herumführt, ist keine Kleinigkeit. „Es sind genau 2,3 Kilometer“, sagt Nuthetals Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke) und fügt hinzu: „Wir wollen zwar sportlichste Kommune werden, so aber geht es nicht.“ Sie ist die Strecke bis zur Kreuzung Potsdamer Straße in Saarmund abgelaufen und hat eine halbe Stunde dafür gebraucht. Allerdings ist die Bürgermeisterin für untrainierte Mitbürger kein Vergleichsmaßstab. Sie ist beim Rennsteiglauf im Thüringer Wald auch schon den Super-Marathon gelaufen. Das ist dort die Königsdisziplin – mit einer Länge von 72,7 Kilometern.

Wandergruppe der Volkssolidarität brauchte eine Dreiviertelstunde

Trotzdem: „Diese 2,3 Kilometer durch Wald kann man niemanden sieben Wochen lang zumuten“, sagt sie. Die Wandergruppe der Rehbrücker Volkssolidarität ist die Strecke zur nächsten Haltestelle auch abgelaufen. Die rüstigen Rentner brauchten eine Dreiviertelstunde. Und das sind fitte Leute.

„Kinder mit Schulranzen und ältere Leute mit Rollator hätten es auf dem sandigen Weg ganz schwer oder würden gar nicht ankommen“, sagt Hustig. Die Gemeinde, die den Titel „Sportlichste Kommune“ in Brandenburg erwerben will, sieht wegen der unfreiwilligen Sporteinlage für Fahrgäste Gesprächsbedarf und hat das Unbehagen dem Landkreis bei einer Anhörung zur geplanten Vollsperrung der Straße auch mitgeteilt.

Der Bus der Linie 611 stand am Montag schon im Stau an der Baustellenampel. Im Sommer ist die Straße an der Saarmunder Brückenbaustelle für sieben Wochen voll gesperrt. Quelle: Jens Steglich

Unabhängig davon hat die Gemeinde bereits Gespräche mit dem mittelmärkischen Verkehrsunternehmen Regiobus geführt. „Sie haben sich unsere Ideen wohlwollend angehört und wollen die Vorschläge berücksichtigen“, so Nuthetals Bürgermeisterin. Das Busunternehmen teile die Einschätzung der Gemeinde, dass es so wie jetzt geplant nicht gehe.

Gemeinde will mit Regiobus andere Lösung finden

„Wir sind zuversichtlich, dass wir mit Regiobus eine bessere Lösung finden werden“, sagt sie. Nuthetal schlägt vor, die geplante Teilung der Linie 611 zu vermeiden, indem der Bus entweder einen Umweg über die Autobahn fährt oder aber über die Ortsumgehung Drewitz und Philippsthal. In umgekehrter Richtung nach Bergholz-Rehbrücke würde der Bus am Ende an der Straße „Am Buchhorst“ wieder in den Ort hineinfahren.

Die Regiobus-Verkehrsplaner waren am Montag für die MAZ nicht erreichbar. In der Gemeinde Nuthetal hieß es aber: „Sie arbeiten an Lösungsansätzen.“ Regiobus müsse dabei aber auch mögliche andere Baustellen im Sommer bei der Umplanung mit beachten, so Hustig. „Ohne Einschränkungen wird es nicht gehen. Man muss auf jeden Fall mehr Zeit einplanen. Für sieben Wochen muss man das in Kauf nehmen“, sagt sie.

Von Jens Steglich

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