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Nuthetal Forscher aus Nuthetal und Dresden entdecken innere „Fett-Uhr“
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12:35 06.01.2020
Forscher aus Dresden und Nuthetal haben festgestellt: Wer zur falschen Zeit schlemmt, kann zuckerkrank werden. Quelle: dpa
Dresden/Nuthetal

Dass zuviel Schlemmerei der Gesundheit schadet, das ist bekannt. Doch auch wer zuviel Süßes oder fette Speisen zu ungünstigen Tageszeiten isst, erhöht sein Risiko, an Diabetes zu erkranken. Das hat eine Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) aus Nuthetal und des Dresdner Biotech-Unternehmens Lipotype ergeben.

Innere Uhr als Indikator für Insulinhaushalt

Sie entdeckten dabei eine neue biologische Fettstoffwechsel-Uhr, die ganz unterschiedlich auf fett- und kohlenhydratreiche Nahrung zu unterschiedlichen Zeiten reagierte. Dabei stellten die Wissenschaftler auch einen Zusammenhang zum Insulinhaushalt fest. „Diese Insulin-Empfindlichkeit ist ein guter Indikator, um Diabetes-Risikopatienten zu ermitteln“, erklärte Dr. Olga Ramich vom DIfE.

Dr. Olga Ramich leitet die Forschungsgruppe Molekulare Ernährungsmedizin am DIfE. Quelle: Studioline Photography

Für ihre Untersuchungen setzten sie ihren Studienteilnehmern verschiedene Essen vor. Allerdings bekam die eine Hälfte der Gruppe fettiges Essen zum Morgen und Süßes zum Abend, während es bei der anderen Hälfte genau umgekehrt war. Vor und nach den energiereichen Frühstücken und Abendessen nahmen die Wissenschaftler jeweils Blutproben der Probanten. Dann analysierten sie das Blut mit der speziellen „Schrotflinten“-Lipidanalyse aus Dresden.

Wer gegen die Uhr lebt, lebt ungesund

Diese am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik Dresden erfundene und von dessen Ausgründung Lipotype weiterentwickelte Methode kann Hunderte Fettbausteine („Lipide“) aus einer einzigen Probe herauslesen – und zwar mit genauen Mengenangaben.

So konnten die Forscher ermitteln, dass der Fetthaushalt des Körpers zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich auf Essen reagiert. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass sowohl Mahlzeiten-Komposition als auch Tageszeit die Zusammensetzung der Fette im Blut beeinflussen“, betonte Studienleiterin Dr. Ramich. „Für ein Drittel aller Lipide waren die Änderungen nach der Mahlzeit davon abhängig, ob dieselbe Mahlzeit morgens oder nachmittags gegessen wurde.“ Und: „Das Konzept einer inneren Uhr lässt sich auch auf den Stoffwechsel übertragen“, folgerte sie. „Gegen diese Uhr zu leben ist ungesund und erhöht das Risiko für Diabetes.“

Von hw

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