Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Nuthetal Live-Bierbrauen in Tremsdorf
Lokales Potsdam-Mittelmark Nuthetal Live-Bierbrauen in Tremsdorf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:08 29.04.2019
Haben schon mal Gundermann-Kräuter fürs Jubiläumsbier gesammelt: Gabi Sußdorf (l.) und Elisabeth Hofmann, Leiterin des Naturparkzentrums. Quelle: Privat
Tremsdorf

Das kleine Tremsdorf entwickelt sich zu einer Hochburg für die Wiederbelebung alter Kulturtechniken. Nachdem seit Anfang des Jahres Landfrauen dafür sorgen, dass im Dorf das Spinnen – eine der ältesten Handwerkstechniken der Menschheit überhaupt – eine Renaissance erlebt, kommt jetzt das Bierbrauen an die Reihe. Zum Tag der offenen Höfe in der Nuthe-Nieplitz-Region am Sonntag wird es einmalig in der Alten Schule zu Tremsdorf ein Live-Bierbrauen geben. Besucher können dabei zuschauen, wenn Gabi Sußdorf und ihre Mitstreiter mit einem Brauer ein Bier herstellen werden, das mit seinen Beigaben an Traditionen von vor 1516 anknüpft.

Fünf Gäste können sogar aktiv dabei mitwirken – beim Brauen des „Naturpark Pale Ales“, wie Gabi Sußdorf das Bier nennt, das entstehen soll. „Eigentlich“, sagt sie, „ist es ja ein Jubiläumsbier“, das einmalig zum zehnjährigen Bestehen der offenen Höfe gebraut wird.

Vor 1516 landeten manchmal auch giftige Wildkräuter im Bier

Sie stellt in ihrer Manufaktur in der Alten Schule normalerweise Seife her, hat aber in einer Hobby-Braugruppe schon vor einigen Jahren angefangen, für den Eigenverbrauch eigene Biere zu kreieren. „Beim Brauen hat man die Möglichkeit, ein individuelles Bier zu bekommen. Wie viel Hopfen wird verwendet, welche Sorten, wie viel Alkohol, soll es hell oder dunkel sein? Das ist ja das Spannende am Brauen“, sagt sie.

Spannend wird es bei der Live-Bierherstellung in Tremsdorf auf jeden Fall, wenn in der Braumaschine an die Braukunst des Mittelalters angeknüpft wird. Entstehen soll ein kräftiges, hochprozentiges Bier, das Zutaten enthält, die im Naturpark Nuthe-Nieplitz wachsen. „Gundermann“ heißt die Pflanze, die neben Hopfen und Malz mit ins Bier kommt. Es ist ein altes Bierkraut, das im Naturpark gedeiht und früher – vor Einführung des Deutschen Reinheitsgebotes im Jahr 1516 – gern als „Gartenhopfen“ genutzt wurde. „Dazu muss man wissen, dass das Reinheitsgebot eingeführt wurde, weil vorher einige der Wildkräuter, die als Bierkraut genutzt wurden, giftig waren. Zum Beispiel das Bilsenkraut“, sagt Gabi Sußdorf. „Es sind damals zu viele Halluzinationen bis hin zu Todesfällen passiert, so dass dann mit dem Deutschen Reinheitsgebot klare Vorgaben gemacht wurden“, erzählt sie.

Keine Angst: Gundermann ist eine Heilpflanze

Angst vor der Kräuterbeigabe am 5. Mai in Tremsdorf muss aber niemand haben. Im Gegenteil: „Gundermann ist eine Heilpflanze. Sie regt den Stoffwechsel an, tut Leber und Milz gut und kann sogar Pestizide und Schwermetalle aus dem Körper schwemmen.“ Kurzum: Dieses Bier wird im wahrsten Sinne des Wortes einmalig sein. Dessen öffentliche Herstellung soll vor allem einem Zweck dienen: „Wir wollen eine alte Kulturtechnik zeigen und darauf aufmerksam machen, welche schönen Dinge der Naturpark zu bieten hat.“

Verkostet werden kann das „Naturpark Pale Ale“ am Sonntag noch nicht. „Die Gärung dauert ungefähr zehn Tage. Dann erst kann das Jungbier in Flaschen abgefüllt werden und ist nach einer wichtigen Reifephase von etwa sechs Wochen nach Herstellung fertig.“ In den Genuss, dieses sieben- bis neunprozentige Bier zu trinken, kommen aber die fünf Leute, die beim Bierbrauen aktiv dabei sein können. Sie müssen sich aber vorab anmelden (siehe Info-Kasten) und werden dann etwa sechs Wochen später zur Bierverkostung in Tremsdorf eingeladen. „Am Sonntag gibt es andere gute Biere. Das Live-Bierbrauen ist auch nur eines von vielen Angeboten zum Tag der offenen Höfe“, sagt Gabi Sußdorf. Die Mitstreiter vom gleichnamigen Verein, der bis November seinen zehnten Geburtstag feiert, haben am 5. Mai 20 Höfe und Landgaststätten aufzubieten, die ihre Pforten von 11 bis 17 Uhr öffnen.

Tag der offenen Höfe und Anmeldung zum Bierbrauen

In der Nuthe-Nieplitz-Region öffnen am Sonntag, dem 5. Mai, 20 Höfe, Landgaststätten und Cafés ihre Türen in der Zeit von 11 bis 17 Uhr.

Alle offenen Höfe und deren Angebote an diesem Tag können auf der Homepage www.offenehoefe.de nachgelesen werden.

Der Verein der „Offenen Höfe in der Nuthe-Nieplitz-Region“ feiert ein Jahr lang zehnjähriges Bestehen.

Beim Live-Bierbrauen in Tremsdorf können fünf Besucher kostenfrei selbst mit Hand anlegen. Interessierte melden sich vorab dafür an: bei Gabi Sußdorf unter Tel. 0151/574 288 20.

Von Jens Steglich

Helmut Haenel gilt heute als einer der Retter der Rehbrücker Ernährungsforschung, der zu DDR-Zeiten gezeigt hat, wie man Verantwortung tragen und doch anständig bleiben konnte. Am 24. April wäre er 100 Jahre alt geworden.

23.04.2019

Über dem Rohbau im Biberweg ist am Donnerstag die Richtkrone hochgezogen worden. Aus dem Haus, vor dem jetzt noch Gerüste stehen, wird Bergholz-Rehbrückes Seniorenresidenz mit 74 Pflegeplätzen, Restaurant und einem geschützten Garten.

04.04.2019

Die Nuthetaler Gemeindevertreter haben den Weg für den Bau eines neuen Labor- und Bürogebäudes am Rehbrücker Institut für Ernährungsforschung freigemacht. Der Neubau soll Teil eines noch größeren Projektes werden.

03.04.2019