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Nuthetal Nuthetal entlastet Familien mit Kita-Kindern
Lokales Potsdam-Mittelmark Nuthetal Nuthetal entlastet Familien mit Kita-Kindern
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20:55 24.09.2018
Für den Kita-Betreuungsplatz in den Kindergärten der Gemeinde Nuthetal werden viele Eltern künftig etwas weniger zahlen.
Für den Kita-Betreuungsplatz in den Kindergärten der Gemeinde Nuthetal werden viele Eltern künftig etwas weniger zahlen. Quelle: Christel Köster
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Nuthetal

Die Gemeinde Nuthetal will Familien mit Kita- und Hortkindern finanziell entlasten. So werden bei der Erhebung der Kita-Beiträge künftig sowohl das Kindergeld als auch BaföG-Zuschüsse nicht mehr mit angerechnet. Eltern rutschen dadurch automatisch auf niedrigere Beitragsstufen. Die Regelung ist Bestandteil der neuen Kita-Beitragssatzung, die jüngst von den Nuthetaler Gemeindevertretern einstimmig beschlossen wurde. Sie tritt zum 1. Januar 2019 in Kraft.

Das komplizierte Werk soll Eltern in einem Brief und in einer Informationsveranstaltung am 19. November genauer vorgestellt werden, kündigte Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke) an. „Die meisten Eltern werden entlastet, vor allem Familien mit zwei und mehr Kindern“, sagte sie. Lediglich gut verdienende Eltern mit einem Kind könnten am Ende etwas mehr für den Kita-Platz zahlen. Die Gemeindechefin nennt das die Herstellung von „Binnengerechtigkeit“. Weil die meisten Eltern weniger zahlen werden, rechnet sie für die Gemeindekasse mit jährlichen Mindereinnahmen von etwa 30 000 Euro. Neu ist in der Beitragssatzung auch, dass alle Familien den gleichen Prozentsatz über ihrem Mindesteinkommen zahlen.

Der Satz darf 14 Prozent für den Krippen- oder Kindergartenplatz nicht überschreiten. Bis zum Mindesteinkommen, das bei Familien mit einem Kind netto bei 1850 Euro liegt, werden für eine Kita-Betreuung von bis zu sechs Stunden nur 14 Euro verlangt. Danach geht es in 100-Euro-Einkommensschritten weiter, wobei die Steigerungsraten im unteren Segment gering sind und nur wenige Euros betragen. Eltern, die zum Beispiel 1950 Euro netto verdienen, zahlen dann zwei Euro mehr – also 16 Euro für ein Kind.

Der Höchstbetrag für die Sechs-Stunden-Betreuung eines Kindes liegt bei 370 Euro, die ab 4551 Euro Netto-Einkommen – ohne Kindergeld – für den Kita-Platz zu zahlen sind. Bei Familien mit zwei Kindern wird das besagte Mindesteinkommen, das zum Leben gebraucht wird und fast beitragsfrei ist, bei 2150 Euro erreicht. Bis dahin kostet auch hier der Kita-Platz für sechs Stunden nur 14 Euro. Für bis zu neun Betreuungsstunden und mehr werden bei dieser Gehaltsstufe 20 Euro fällig. Eltern mit drei Kindern können bis zu 2550 Euro netto verdienen, um noch in den Genuss des niedrigsten Beitrags von 14 Euro zu kommen. Der maximale Betrag für einen Kita-Platz liegt bei 380 Euro und ist von Familien mit einem Kind ab einem Einkommen von 4451 Euro zu zahlen, wenn der Nachwuchs bis zu neun Stunden betreut wird. Ein Vorteil, den Eltern in Nuthetal vorher hatten, fällt indes weg: Bisher war der siebte Monat beitragsfrei, so dass Eltern nur elf statt zwölf Monate pro Jahr Kita-Beträge zahlten. Nuthetal passt sich hier laut Hustig seinen unmittelbaren Nachbargemeinden an, die keinen beitragsfreien Monat haben. „Wir müssen auch auf die Gemeindekasse achten, wir geben viel Geld für Kitas und Hort aus“, sagte sie.

Für die große Entlastung der Eltern seien Bund und Land zuständig, die bereits die Weichen dafür stellen. „Die Beitragsfreiheit für Kita-Kinder kann eine Kommune allein nicht finanzieren“, sagte Hustig, hält das aber für den richtigen Weg, weil „die Kita-Betreuung wie Schulen eine Bildungsaufgabe ist“.

Von Jens Steglich