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Nuthetal Eine Nuthetaler Rentnerin stellt die Geldfrage
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20:01 05.09.2019
Letzte Absprachen: Manuela Hartert, Leiterin des Mehrgenerationenhauses, und Regina Gerber (r.). Am 12. September startet die neue Reihe. Quelle: Jens Steglich
Nuthetal

Immer mehr Senioren bekommen nach einem Jahr in der wohlverdienten Rente einen Schreck. Sie erhalten Post vom Finanzamt und werden aufgefordert, Steuern für das zurückliegende Jahr nachzuzahlen und künftig quartalsweise Vorauszahlungen zu leisten. „Ob und wie viel Steuern man auf seine Rente zahlen muss, sagt einem vorher keiner. Die Steuerforderung nach einem Jahr ist für viele eine böse Überraschung“, sagt die Nuthetalerin Regina Gerber, die selbst überrascht wurde. Sie will jetzt etwas gegen den Schreck tun und die ältere Generation in ihrer Region mit den nötigen Wissen versorgen.

Weil auf Rentner in Zukunft noch mehr Überraschungen warten, hat sie gleich eine ganze Reihe an Veranstaltungen zu Steuer- und Geldfragen auf die Beine gestellt. Und sie hat telefoniert und viele E-Mails geschrieben, um für die Aufklärungsarbeit Fachleute zu gewinnen: Frauen und Männer vom Finanzamt, von der Lohnsteuerhilfe, der Rentenversicherung, aus der Verbraucherzentrale und aus dem Sozial-Ministerium und die Leiterin der Sparkasse in Bergholz-Rehbrücke.

Vortragsreihe trägt den Titel eines Liedes von Helga Hahnemann

Sieben Veranstaltungen mit Steuer-, Renten- und Finanzexperten und eine Abschluss-Debatte hat Regina Gerber organisiert und noch erfolgreich eine Förderung für das Projekt aus dem Programm „Aktivsein im Alter“ vom Landkreis gesichert. Als Überschrift für die Vortragsreihe wählte sie die Zeile aus einem Lied von Helga Hahneman: „Wo ist mein Geld nur geblieben?“ Schließlich richtet sich das Angebot an Menschen, die die DDR-Entertainerin und Sängerin noch kennen.

Manuela Hartert, Leiterin des Nuthetaler Mehrgenerationenhauses, nennt die neue Reihe, die im Generationenhaus am 12. September startet, einmalig. Und Regina Gerber ist für sie das begeisternde Beispiel einer Seniorin, die Initiative ergreift: „Menschen wie sie fördern wir gern.“ Man könnte sagen: Hier wird Potenzial der älteren Generation genutzt, um diese davor zu bewahren, abgehängt zu werden.

Bevor Regina Gerber Rentnerin wurde, hat sie an der Universität Potsdam EU-Forschungsprojekte gemanagt. Bei sich daheim mache sie die Steuererklärung: „Mein Mann hat andere wichtige Aufgaben.“ Jetzt kämpft sie um Teilhabe der Älteren, die in einer Zeit alt werden, in der vor allem die Digitalisierung viele Gewissheiten über den Haufen wirft. „Bankinstitute schließen immer mehr Filialen. Geldgeschäfte wie Überweisungen, Dauer- und Einzelaufträge werden am Computer oder mit Smartphone ausgeführt. Und jedes Geldinstitut erfindet sein eigenes System von Apps, Downloads, Pins und Tans“, sagt sie und fügt hinzu: Das mag der Sicherheit dienen, zuerst aber führt es zu Verunsicherung besonders unter den Älteren.

Zukunftsvision: „Ab heute wird nur noch mit Smartphone gezahlt“

Sie rechnet jedenfalls damit, dass Rentner mit Rollator, die mühsam Brot, Wurst und Käse im Supermarkt eingesammelt haben und an der Kasse ihren Geldbeutel zum Bezahlen herausholen, eines Tages von der Kassiererin gesagt bekommen: „Ab heute wird nur noch mit Smartphone bezahlt!“ In der Vortragsreihe wird es deshalb auch eine Veranstaltung zum mobilen Bezahlen geben.

Für Regina Gerber geht es aber um mehr als nur ums Informieren. Es geht auch um Zufriedenheit, um Grundbedürfnisse wie Sicherheit und Vertrauen. „Wir Alten sollen fit und aktiv bleiben. Zur Gesundheit gehört aber auch das psychische Wohlbefinden. Wenn man Angst um sein Geld und seine Absicherung hat, dann wirkt sich das aus – auch auf die Familie, wo es für Zwist und Ärger sorgen kann.“ Viel wäre schon gewonnen, „wenn die Rentner nach der Veranstaltungsreihe ruhiger schlafen können“, sagt sie.

Veranstaltungsreihe ab 12. September im Mehrgenerationenhaus

Die von Regina Gerber organisierte Reihe beginnt am 12. September, 15 Uhr, im Nuthetaler Mehrgenerationenhaus. Zum Thema „Die Rente ist sicher...“ wird eine Mitarbeiterin des Sozialministeriums dabei sein.

Am 10. Oktober, 15 Uhr, folgt eine Veranstaltung zu Renten und Steuern mit einer Expertin von der Rentenversicherung.

Am 14. November berät eine Mitarbeiterin der Lohnsteuerhilfe und am 12. Dezember informiert die Verbraucherzentrale zur privaten Vorsorge.

Am 9. Januar 2020 steht mobiles Bezahlen und Onlinebanking auf dem Programm – mit der Leiterin der Rehbrücker Sparkassenfiliale.

Am 13. Februar geht es um Zusatz- und Betriebsrenten und am 12. März klärt das Finanzamt über die Steuerpflicht von Rentnern auf.

Anmeldung unter Tel.: 033200/5 56 42.

Von Jens Steglich

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