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Nuthetal Rehbrücker kommen nicht mehr über die Nuthe
Lokales Potsdam-Mittelmark Nuthetal Rehbrücker kommen nicht mehr über die Nuthe
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20:32 12.08.2019
Kein Fußgängerüberweg: Verschlossene Tore am Nuthe-Wehr. Quelle: H. Nega
Nuthetal

Das Landesumweltamt hat das Wehr an der Nuthe bei Bergholz-Rehbrücke für Fußgänger gesperrt. Auf der Steganlage, die über das Wehr führt, wurden auf beiden Seiten Tore angebracht und verschlossen. Damit haben die Bergholz-Rehbrücker, die gern an der Nuthe spazieren gehen oder laufen, die letzte Möglichkeit verloren, zu Fuß auf die andere Seite des Flusses zu gelangen. „Eine Wanderung über die Nuthewiesen ist nicht mehr möglich“, sagte der Rehbrücker Helmut Nega. Er frage sich, „warum ausgerechnet jetzt, nach Jahrzehnten der Überquerungsduldung, zu dieser drastischen Maßnahme gegriffen wurde“. Es wäre verständlicher gewesen, nun bis zum geplanten Bau der neuen Nuthe-Brücke zu warten und eine Überquerung auf eigene Gefahr wie bisher zu dulden, so Nega.

Auch Nuthetals Wanderwegewart Rudi Hommel ist sauer: „Seit Jahr und Tag wird die Überquerung genutzt, es ist verwunderlich, dass dieses Wehr ausgerechnet jetzt dicht gemacht wird.“ Jetzt, wo der einzig legale Überweg an den Nuthewiesen bei Potsdam – der Steg an der Heiztrasse – ebenfalls gesperrt ist. In dem Fall wegen Astbruchgefahr (MAZ berichtete). Die morschen Pappeln an der Nuthe sind noch so ein Problem, das der Wanderwegewart seit Jahren anspricht, „ohne das etwas passiert“.

Verbotsschild wurde bisher nicht beachtet

„Gesperrt war die Steganlage des Wehres schon seit langer Zeit, nur wurde das Verbotsschild nicht beachtet“, sagte Thomas Frey, Sprecher des Landesumweltamtes. Ein Gewohnheitsrecht lasse sich daraus nicht ableiten. „Aufgrund des sich verschlechternden Bauzustandes des Wehres ist es aus fachlicher und haftungsrechtlicher Sicht unumgänglich, das Betreten für betriebsfremde Personen zu verhindern“, sagte er und fügte hinzu: „Weder die Absturzsicherungen noch der Zugang zum Wehr entsprechen einem Zustand, der gefahrlos öffentlich benutzbar ist.“ Der Steg entspreche den Sicherheitsanforderungen zur Bedienung des Wehrs und fürs technische Personal, das Unterhaltungsarbeiten vornehme, nicht jedoch für Spaziergänger.

„Die schöne Nuthe-Region hat es schwer, für Wanderer, Jogger und Naturliebhaber erlebbar zu sein“, fasst Helmut Nega das Dilemma zusammen. Die 1994 gebaute Königsbrücke führte nur zehn Jahre über die Nuthe. Ab 2004 war sie wegen Einsturzgefahr gesperrt, 2011 musste sie abgerissen werden. Es gibt aber Hoffnung auf Ersatz an anderer Stelle.

Hoffnung auf Bau einer neuen Nuthe-Brücke in 2020

Die Gemeinde Nuthetal will 250 Meter flussaufwärts oberhalb des Wehres eine neue Brücke bauen. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Havelland-Fläming hat das Vorhaben für eine Förderung empfohlen. Das letzte Wort hat nun noch das Landesamt für ländliche Entwicklung. „Wir sind optimistisch, dass wir die Förderung bekommen und hoffen, dass wir die Brücke 2020 bauen können“, sagte Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke). Nach der Sperrung der letzten Überquerungsmöglichkeit sei das umso dringender. Dem Vorschlag, einen provisorischen Fußgängersteg neben dem Wehr zu errichten, um die Zeit zu überbrücken, werden laut Bauamtsleiter Rainer vom Lehn von den Behörden indes keine Chancen eingeräumt.

Von Jens Steglich

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